Zunächst müssen Sie die Situation verstehen, wie sie jetzt besteht. Was Sie in sich>
Wille
< nennen, kommt nur von der Persönlichkeit. Es hat keine Verbindung zu dem
wirklichen Willen
. Irgendetwas berührt die Persönlichkeit, und sie sagt >ich will<oder >ich will nicht<, >ich mag< oder >ich mag nicht< und glaubt, es sei der Wille. Esist nichts. Es ist passiv. Der Wille kann nur im Wesen sein. So wie Sie jetzt sind, hatIhr Wesen keinen Willen, nur
automatische Impulse
. Die
Wünsche
des Wesenssind Ihre eigenen Wünsche, aber sie sind nicht bewußt, sie sind nicht der Wille. Sieentstehen automatisch in Ihnen, weil Sie so sind.
Wesen
und
Persönlichkeit
sind sogar in verschiedenen Teilen des
Gehirns
.Beinahe alles, was zur Persönlichkeit gehört, ist in dem Formungsapparat. DasWesen kann all dieses Material nicht benützen, deshalb besitzt es keinen kritischenVerstand. Es ist vertrauensvoll, da es jedoch nicht erkennt, ist es ängstlich. Man kanndas Wesen nicht durch logische Beweisführung beeinflussen oder es überzeugen.Solange das Wesen nicht anfängt, selbst
Erfahrungen
zu machen, bleibt es, wie esimmer war. Manchmal entstehen Situationen, in denen die Persönlichkeit nichtreagieren kann und das Wesen reagieren muß. Dann sieht man, wieviel im Wesenvorhanden ist. Vielleicht ist es nur ein Kind und weiß nicht, wie es sich verhalten soll.Es ist zwecklos, ihm zu sagen, es solle sich anders verhalten, weil es unsereSprache nicht verstehen wird. Die Persönlichkeit kann leicht beeinflußt werden,besonders im modernen Menschen. Die Persönlichkeit gibt sich jeder Einflüsterunghin, wie absurd sie auch sei. Vielleicht weiß der Verstand es manchmal besser, aber dann ist das Wesen schüchtern. Der Verstand mag wissen, daß er alle lieben sollte,das Wesen jedoch kann es nicht, daher bleiben es nur Worte. Bei den meisten Menschen empfängt das
Wesen
nur bis zum
Alter von fünf oder sechs Jahren
Eindrücke. Solange es
Eindrücke
empfängt, wächst es, später jedoch werden alle Eindrücke von der Persönlichkeit aufgenommen, und das Wesenhört auf zu wachsen. Falls die Erziehung nicht zu ungünstig ist, mag das Wesenmanchmal weiter wachsen, und es kann sich ein mehr oder weniger
normaler Mensch
ergeben. Aber normale Menschen sind die Ausnahme. Fast jeder hat nur das Wesen eines Kindes.
Es ist nicht natürlich, daß in einem Erwachsenen dasWesen noch ein Kind ist.
Aus diesem Grund bleibt er in der Tiefe schüchtern undvoll von Befürchtungen. Dies ist so, weil er weiß, daß er nicht das ist, was er zu seinvorgibt, aber er kann nicht verstehen, warum. Man kann nicht sagen, wie das Wesen
gewandelt
werden und
normal am Lebenteilnehmen
kann, solange man nicht mehr
Wissen
hat. Hierfür braucht man eineneue >
Sprache
<. Zur Zeit könnte ich es Ihnen nicht sagen, selbst wenn ich wollte.Durch
Selbstbeobachtung
werden Sie erfahren, was verändert werden muß undwarum; aber selbst wenn Sie wissen, was verändert werden muß, können Sie nichtherausfinden, wie Sie selbst arbeiten müssen. Da das Wesen einzigartig ist, benötigt jeder einzelne ein
individuelles Programm
. Um aber ein individuelles Programmaufzustellen, ist ein langes Studium nötig, nicht nur durch einen selbst, sondern auchdurch andere. Auf diese Weise ist es für die Menschen in dem
Institut
eingerichtet.Wenn sie kommen, fangen sie an, sich selber zu studieren, und andere studieren sieauch. Erst nach langer Zeit ist es möglich, für jeden einzelnen sein eigenesentsprechendes Arbeitsprogramm festzulegen.«
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