2Rundbrief Dreigliederung Nr. 4 / 2004 Ausgrenzungsversuchen sollten wir daher gemeinsamentgegentreten, ganz gleich, wem sie gelten und vonwem sie ausgehen.
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Wo Gegensätze bestehen, solltenwir lieber besser zu verstehen versuchen, worin undwarum sie da sind und uns fragen, ob es Gesichts-punkte gibt, unter denen sie sich - ganz oder ein Stückweit - auflösen lassen.Geld ist - tendenziell heute schon, nur in verformter Weise - ein Kommunikationsmittel der wirtschaftendenMenschen. Einen Dialog über die Geldordnung zu füh-ren, heißt zugleich darüber zu sprechen, wie diese aus-sehen muss, damit in der Ökonomie Verständigung ge-lingen kann.Theorien über das Geldwesen...Theorien über das Geldwesen...Theorien über das Geldwesen...Theorien über das Geldwesen...Theorien über das Geldwesen...Es kann nicht Aufgabe dieser Betrachtung sein, auchnur ansatzweise einen Überblick über das Feld der Geldtheorien zu versuchen. Geldtheorien und Geld-definitionen sind Legion. Häufig gehen sie, manchmalin verabsolutierender Weise, von einzelnen Seiten desGeldphänomens aus, von der Funktion des Geldesals Tauschmittel, Wertmesser, Wertaufbewahrungsmittel,als gesetzliches Zahlungsmittel, Medium der Preisbil-dung usw.
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Häufig genug war Geldtheorie auchschlicht apologetisch und bemüht, die Defekte der be-stehenden Wirtschafts- und Geldordnung wegzuer-klären. Musterbeispiel für eine solche Grundhaltungist Jean Baptiste Say (1767-1832)
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: Seiner Auffassun-gen nach tendiert die Wirtschaft stets automatisch auf ein Gleichgewicht bei Vollbeschäftigung hin. Ihm schienklar, „dass aus dem Erlös jedes Warenverkaufs irgendwojemand in Gestalt von Lohn, Gehalt, Zinsen, Mieteoder Gewinn wiederum die Mittel erhalte, sich dieseWare zu kaufen. Und was für eine bestimmte Waregelte, sei für alle gültig. Infolgedessen könne es in der Wirtschaft keinen Mangel an Kaufkraft geben.“
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Unddiese Auffassung galt als Dogma, dessen Leugnungeinen Ökonomen im Examen in ärgste Schwierigkeitenstürzen konnte...Was uns hier interessieren muss, sind nicht die Apo-logeten, sondern Wissenschaftler, denen das Soziale ander Geldordnung ein Anliegen war, wie für uns heute. Von ihnen hoffen wir, bei unseren Bemühungen ammeisten zu profitieren. Was nicht heißt, dass wir nichtauch kennen lernen müssen, auf welche Gedanken-bildungen sich die Rechtfertigung des Bestehenden stützt.Dass mich dabei die auf Silvio Gesell und Rudolf Steiner zurückgehenden Überlegungen ganz besondersinteressieren, ergibt sich aus der Sache.Der jüngst an mich ergangenen Aufforderung, end-lich zu erklären, wer nun Recht habe - Steiner oder Gesell- und ob die Auffassungen des ersteren mit denen desletzteren überhaupt vereinbar seien, kann ich allerdingshier nicht nachkommen, hoffe aber, dass das im KastenS. 21 dokumentierte Steiner-Zitat vielleicht einen Schlüsselfür die Herangehensweise an solche Fragen bietet.„Gerechter Preis“, Arbeitswerttheorie„Gerechter Preis“, Arbeitswerttheorie„Gerechter Preis“, Arbeitswerttheorie„Gerechter Preis“, Arbeitswerttheorie„Gerechter Preis“, Arbeitswerttheorieund Fund Fund Fund Fund Freisprechung der Ökonomiereisprechung der Ökonomiereisprechung der Ökonomiereisprechung der Ökonomiereisprechung der Ökonomievon sozialer V von sozialer V von sozialer V von sozialer V von sozialer V erantwortungerantwortungerantwortungerantwortungerantwortungWenn wir von einer sozialen Geldordnung sprechen,dann fragen wir nach der Rolle des Geldes in der Her-stellung und Aufrechterhaltung sozialer Gerechtigkeit.Das Geld entsteht, soweit kann man der Marxschen Analyse im ersten Band seines „Kapital“ wohl folgen,als allgemeines Äquivalent aus dem Warentausch. Wennder bloße Naturaltausch zugunsten universeller Aus-tauschbarkeit überwunden werden soll, muss es ein Mittelgeben, den Wert aller Waren auszudrücken und diesedadurch auf einander zu beziehen. Der Wert der Warenin Geld ausgedrückt ist ihr Preis. Am Preis entscheidetsich, in welchen Relationen wir in einer arbeitsteiligenWirtschaft für einander Leistung erbringen: wer viel ar-beiten muss und wenig dafür bekommt, dem geht esschlecht. Und umgekehrt, wer viel für wenig bekommt,der ist fein heraus. An der Frage der Preise entscheidetsich also, ob Leistungen und Gegenleistungen „im Lot“sind, ob jeder zu dem Seinen kommt. Genial hat Aristo-teles diese Frage nach dem gerechten Preis in einer Zeitder erst sich entwickelnden Geldwirtschaft zur Kardinal-frage gemacht. Bis in die Scholastik bleibt diese Fragenach dem „justum pretium“ bestimmend. Der Zins - imSinne der Ausnutzung der Notlage des Geldbedarfsanderer und des Ausspielens eigenen Geldbesitzes - war anrüchig, solange Gerechtigkeit der Maßstab der wirt-schaftlichen Betrachtung war.Im Grunde fußt die Arbeitswertlehre der klassischenÖkonomie der Neuzeit auf dem Gesichtspunkt der Ge-rechtigkeit in den Austauschrelationen. Sie ist im AnsatzÖkonomie als praktische, nicht als theoretische Wis-senschaft. Die Tauschrelationen sollen vom objektiven Arbeitsaufwand für die jeweiligen Güter abhängig sein,so dass sich gerechter und natürlicher Weise Tagewerkgegen Tagewerk tauscht - vorausgesetzt, dass jeder mitdurchschnittlichem Geschick und Arbeitstempo zu Wer-ke geht. So ist die Arbeitswertlehre im Ursprung minde-stens ebenso sehr eine normative Lehre der Preis-gerechtigkeit wie eine Theorie der faktischen Preisbil-dung.
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Spätestens bei Adam Smith (1723-1790) verschiebtsich jedoch der Schwerpunkt. Jetzt wird ausdrücklichausgeschlossen, dass das Erreichen des Rechten undSein-Sollenden von dem Bemühen der Menschen umPreisgerechtigkeit und ihrer Verständigung darüber ab-hängig sein soll. Ja Verständigung, die über punktuelleGeschäftsabschlüsse hinausgeht, soll unterbunden wer-den, weil nun das egoistische Selbstinteresse des Men-schen als einzige Motivation ökonomischen Handelnsgilt. Daher muss ein Mechanismus, derjenige der Kon-kurrenz, dafür sorgen, dass gleichsam hinter dem Rük-ken der Menschen - wie durch eine unsichtbare Hand,so das berühmte gewordene Bild - soziale Gerechtigkeitzustande kommt
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Sozialer Ausgleich wird also nicht von der Einsichtder Menschen und der aus ihr folgenden Interaktionerwartet, sondern im Gegenteil allein von der zwingen-den Kraft einer dem Bewusstsein der Menschen entzo-
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