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ix.0213.112-116.pdf

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Referenzbericht Anwendungsmodernisierung
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09/22/2013

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D
ie Migration vom Mainframe zuUnix/Linux ist nach den Erfahrun-gen aus vielen Projekten technischinzwischen gut beherrschbar. Dabei gilt al-lerdings: Je größer der Mainframe undumso komplexer die teils über Jahrzehntegewachsenen Strukturen, desto schwieri-ger ist der Umstellungsprozess. Das Mi-grationsprojekt bei der Euler HermesDeutschland AG gehörte zu den größerenund komplizierteren. Die drei wichtigstenVorgaben für die etwa zweijährige Migra-tion waren „Zentralisierung“, „Umstellungauf Unix“ und „Kostenreduzierung“.Nach der Fusion von Euler und Hermesim Jahr 2002 galt es, diverse IT-Standortemit unterschiedlichsten Systemen undApplikationen auf eine einheitliche, zen-trale und zukunftsfähige IT-Infrastrukturzu konsolidieren („Consolidation of Ap-plication“). Der Mainframe der deutschenEuler Hermes gehörte nach der erstenKonsolidierungsphase zu den noch ver-bliebenen zu migrierenden Legacy-Sys-temen. Zum einen gab die Gruppenphi-losophie AIX-/Unix-Systeme vor. Zumanderen waren die Lizenz- und Wartungs-kosten des Mainframes für die verblie-benen Applikationen hoch. Schließlichwar es auch immer schwieriger gewor-den, qualifiziertes Personal für den Be-trieb des Mainframes zu finden.
Die Konsolidierung birgtgroße Herausforderungen
Eine Machbarkeitsstudie der Migrations-spezialisten von der ITGAIN GmbH ausHamburg bestätigte die Umsetzbarkeit. Sieempfahl für die Umstellung ein Re-Hos-ting-Konzept, bei dem man die Main-frame-Anwendungen inhaltlich nicht ver-ändern muss. Sie laufen unter Unix ineiner „Host-Umgebung“, die den Pro-grammen einen Mainframe vortäuscht.Das verringert Projektlaufzeit, Aufwandund Risiken, da die Anwendungen mitgleicher Logik weiterlaufen können wiebisher. Es musste allerdings auch mit etli-chen Stolpersteinen gerechnet werden.Bei der Migration vom Mainframe zuUnix stellten sich fünf große Herausforde-rungen. So existiert für in Assembler ge-schriebene Mainframe-Anwendungen un-ter Unix keine „Host-Umgebung“. DieProgramme waren daher noch auf demHost in COBOL zu konvertieren. Auch dieIMS-Datenbanken haben keinen Unix-Ge-genpart. Sie mussten noch auf dem Hostzu DB2 z/OS umziehen, bevor an denÜbergang zu DB2 LUW (AIX) zu denkenwar. Mit 40
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000 externen Nutzern und täg-lich 250
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000 Online-Transaktionen wardie Onlineproduktion besonders sensibelund sollte auch in der Umsetzungsphaseidealerweise beeinträchtigungsfrei laufen.Die Batch-Produktion war in über 30Jahren Betrieb kontinuierlich gewachsenund die Job Control Language (JCL) fürdie Stapelverarbeitung über diese langeZeit sehr unterschiedlich und variabel zumEinsatz gekommen. Deshalb bedurfte eseines extrem leistungsfähigen JCL-Inter-preters, der diese Batch-Vielfalt auch unterUnix fehlerfrei ausführen konnte.Zudem erforderten die selbst nochwährend des Migrationsprozesses konti-
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REPORT
| MIGRATION
Keine Zukunft für den Mainframe
Zeilentransport
Jens Köhlert
Die Euler Hermes Group mit Sitz in Paris hat ihre IT-Infra-struktur konsolidiert, ihre Mainframes nach AIX/Unix migriertund so die Betriebskosten gesenkt. Das zweijährige Migrations-projekt musste allerdings etliche Stolpersteine überwinden.
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nuierlich veränderten Programme undDatenbanken ein Management der regel-mäßigen Synchronisation von Test- undHost-Umgebung. Schließlich gab die Kos-tenplanung nur ein begrenztes Zeitfenstervor, weil die Wartungsverträge des Main-frames auslaufen sollten.
Projektstrategieohne Big Bang
Es galt, die großen Umstellungsrisiken ei-nes komplexen Mainframe-/Unix-Projektsbeherrschbar zu halten. Da es sich um einkomplexes internationales Projekt handelt,spiegelte sich das in der Struktur wider,und die Leitung wurde mit einer Doppel-spitze, bestehend aus Bertrand Vigna(Frankreich) und Jens Köhlert (Deutsch-land), besetzt. Dies war eine wichtige Vo-raussetzung, die Zusammenführung derehemals eigenständigen IT-Abteilungenparallel voranzutreiben. Die daraus resul-tierende internationale Zusammenarbeitwar ein weiteres Projektergebnis.Technisch ging es darum, einen großenrisikoreichen Big Bang zu vermeiden, in-dem wichtige Teil-Migrationen schon auf dem Host erfolgten. Weiterhin sollte eskeine Vermengung des Migrationsprozes-ses mit Weiterentwicklungen des Systemsgeben, weil das das Projekt unbeherrsch-bar gemacht hätte. Schließlich stellte einesehr enge Projektführung die ununterbro-chene Kontrolle über das Verfahren sicher.Der Projektlenkungsausschuss aus IT undFachbereichen traf sich anfangs monatlich,um später je nach Bedarf zweiwöchentlichoder wöchentlich zu tagen. Laufend aktua-lisierte Fehlerreports und zeitnah erstellteund kontrollierte Aktionspläne erwiesensich als gute Steuerungsinstrumente.
Schrittweise Migration
Als Zielarchitektur war gemäß der Richt-linie der Euler Hermes Group eine AIX-Architektur vorgegeben. Zum Einsatz ka-men Micro Focus Enterprise Server unddas COBOL Runtime Environment.
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-TRACT
Als „Spätfolge“ der Fusion stand die Euler Hermes Group vor der Aufgabe, ihrebestehende, auf Mainframes setzende IT-Infrastruktur auf Unix zu migrieren.
Im Rahmen einer Vorstudie fiel die Entscheidung zugunsten eines Re-Hosting- Ansatzes.
Dank intensiver Vorbereitung, straffer Projektführung sowie Abstimmung mitden Fachbereichen konnte die Migration ohne „Big Bang“ erfolgen.
Batch-Produktion (z / OS)
JESxUtilities / DFSortLanguage EnvironmentFile Archive(HSM, …)Job Archive(Beta92, …)DB System(DB2, …)JCLLibrariesJob Controlling(SDSF, IOF, …)Job Scheduler(TWS, UC4, …)Host Print(VPS, Beta93, …)
Ein Batch-Produktionssystem besteht aus dem Job Entry Subsystem (JES2 oder JES3),das die einzelnen JCL-Jobs prüft und ausführt, sowie einer Anzahl von „Satellitensys-temen“, die spezielle Aufgaben eines Produktionsbetriebs übernehmen (Abb. 1).
   Q   u   e   l   l   e   :   I   T   G   A   I   N   G   m   b   H
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Auf dem alten Host waren die Um-wandlung der IMS-Datenbanken in DB2und die Migration der Assembler- zuCOBOL-Modulen die beiden zentralenVorbereitungsschritte. Die Migration inEtappen hatte wesentliche Vorteile: Sieentzerrte das gesamte Migrationspro-gramm und man konnte die umgestelltenModule zunächst noch auf dem Host tes-ten und in Produktion gehen lassen. Sokonnte das Projektteam einige kritischeMeilensteine bereits endgültig abschlie-ßen und potenzielle Fehlerquellen früh-zeitig beseitigen.Von den 14
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000 COBOL-Modulen lie-ßen sich 9500 ohne Änderung maschinelleinfach durch erneutes Übersetzen vonz/OS nach AIX umziehen. 4500 Modulebearbeitete der Dienstleister ITGAIN vordem Rekompilieren mit hauseigenen Mi-grationsskripten. Es verblieben lediglich800 Module, die die Entwickler manuell„anfassen“ mussten. Ein Schwerpunkt lagdarin, dass sie die in den Programmen festcodierten Hex-Konstanten analysieren undentsprechend der Ziel-Codepage umstel-len sowie mehrfach genutzte Indexe inCOBOL-Tabellen gegebenenfalls dupli-zieren mussten. Darüber hinaus galt es,mehrere in einer Quelldatei enthaltene auf einzelne Dateien aufzuteilen und den Auf-ruf von Stored Procedures anzupassen.
Datenbankumzug inmehreren Etappen
Für den Umzug von DB/2 zOS nach DB2LUW standen die operativen Datenban-ken mit circa 700 GByte sowie rund1,4
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TByte Daten des Data Warehouse mit1800 operativen und 900 Data-Ware-house-Tabellen zur Migration an. Umdiese Datenmengen zu bewältigen, wur-den die Tabellen zuerst auf dem Host ex-portiert, dann auf die AIX-Umgebungübertragen und dort in DB2 LUW impor-tiert. Die Codepage-Konvertierung fanddabei implizit beim FTP-Transfer statt.Dieses Verfahren funktioniert nicht fürSpalten mit Binärdaten, da die nicht kon-vertiert werden dürfen. Hierfür mussteman auf einen sogenannten Crossload,das heißt den direkten Load der z/OS-Da-tenbank zum LUW DB2 zurückgreifen,obwohl dieses Verfahren um einiges lang-samer ist als ein Unload/Load.„Für gewachsene und sehr individu-elle Mainframe-Umgebungen hat es sichals hilfreich bewährt, individuelle undzielgerichtete Skripte zu entwickeln. Sowar immer genau bekannt, was an wel-cher Stelle warum geschieht. Verbundenmit dem Re-Hosting-Konzept ist das einesichere und gleichzeitig kostensparendeMigrationsstrategie“, bestätigt Kai Maresvon ITGAIN, Teilprojektleiter für die An-wendungsseite.Als weitere Besonderheiten galt es zuberücksichtigen, dass DB2 z/OS einegrößere nutzbare Zeilenlänge in einemTabellenraum unterstützt als das AIX-Gegenstück. War diese unter z/OS voll ge-nutzt, mussten die Verantwortlichen nacheiner Datenanalyse über eine Verkleine-rung der Tabelle entscheiden. Glücklicher-weise trat dieser Fall nur bei rund zehnTabellen auf.Einige unter z/OS vorhandene UDF(User Defined Function) für Datumsbe-rechnungen, beispielsweise
 LAST_DAY 
,mussten die Entwickler unter LUW neuerstellen. Außerdem war partionierter Ta-bellenraum unter z/OS zu partionierten Ta-bellen unter LUW umzuwandeln. Paralleldazu erfolgte die Migration der Security-Profile. Die User-Authentifizierung desMainframes („
TOP Secret 
“) lief unterUnix ebenfalls nicht. Skripte überführtendie Userprofile in LDAP-Attribute.Die Entwicklungsumgebung wurdekomplett neu aufgebaut. Das Migrations-
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REPORT
| MIGRATION
Batch-Produktion unter Unix (J2U)
J2UUtilities / AhlsortCOBOL / PLI-RuntimeFile Archive(TSM, …)Job Archive(TSM, …)DB System(DB2, Oracle, …)JCLDirectoriesJob Controlling(J2U Contr. Panel)Job Scheduler(TWS, UC4, …)Host Print(VPSX, BetaUX, …)
Unter Unix übernimmt der JCL-Interpreter J2U die Aufgabe des Job Entry Subsystems.In dieser Umgebung interpretiert er die Job Control Language nach den bisherigenRegeln von z/OS (Abb. 2).
   Q   u   e   l   l   e   :   I   T   G   A   I   N   G   m   b   H
Komponenten
z/OS
Unix/Linux
Systemz/OSSLES 9/10, RHEL 5.xDatenbankenDB2 z/OSDB2 LUW, Oracle et ceteraIMS DBMicro Focus ServerTM Enterprise EditionTWINSOFT (CONVEX, DATCON, DB-HDL)TRX-SystemeIMS/TMMicro Focus Enterprise Server with the MainframeTransaction Option (ES/MTO)CICSMicro Focus Enterprise Server withthe Mainframe Transaction Option (ES/MTO)IBM TXSeries for MultiplatformsSecurity-SystemeRACF, ACF2, TOP SecretLDAP ServerSystem-ManagementMVS Console (SMF, RMF)Nagios, TEC (Tivoli Enterprise Console)Storage-SystemDFHSMTivoli TSM 360COBOLIBM COBOL for z/OSMicro Focus Server ExpressFujitsu NetCOBOL for LinuxOpenCOBOLAssembler360 AssemblerKonvertierung nach COBOL oder CPL/1Enterprise PL/1 for z/OSOpen PL/ISNA-ProtokollSNA (LU 6.2)IBM Communications Server for LinuxJCL-RuntimeJES2/JES3J2UJob-SchedulerTWS (OPC), UC4
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UC4, TWS, Control-M, Zeke
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Sort UtilityDFSortAhlsortHost-PrintVPS, Beta93VPSX, BetaUXJob-ArchivBeta92BetaUX
Die Software-Matrix von zOS und Unix
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