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sichere Erkenntnis

sichere Erkenntnis

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philosophische bemerkungen
philosophische bemerkungen

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12/25/2013

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Kann etwas mit absoluter Gewissheit erkannt werden?
Einige Gedanken zur »Urfrage« der Philosophie
Raphael E. Bexten
1
 
 Archiviert am 03. Januar 2011 unter
http://sammelpunkt.philo.at:8080/
 
1
Email: agenteus@XYZ.de (ersetze 'XYZ' durch 'gmx').
 
 
Inhaltsverzeichnis
1
2
3
4
 
 
1
 
Was ist Erkenntnis
was ist es nicht?
einführende Gedanken
Für viele Vertreter der modernen Philosophie ist entgegen der vorphilosophischen»Alltagserfahrung« die Fähigkeit des Menschen, etwas mit Gewissheit zu erkennen, mehr alsfragwürdig geworden. An die Stelle des schauenden Empfangens, des geistigen Blickes auf das objektive Wesen der Erkenntnis, der das Wesen der Erkenntnis in seinem Soseinoffenbaren würde, treten zunehmend »Denkkonstrukte«, philosophische Systeme, dieversuchen, das Wesen der Erkenntnis systemkonform »neu« zu verstehen und zu begründen.Ist verkannt worden, was Erkenntnis überhaupt ist?
 – 
Wenn also das objektive Wesen der Erkenntnis verkannt wird, besteht die Gefahr, dass der Mensch sich in das »bitterste«Gefängnis, aus dem es fast kein Entrinnen mehr gibt, in den
idealistischen
 
 Immanentismus
  begibt
 ,
der letztendlich in den
Solipsismus
führt.Welcher Mensch kann solche Vorstellungen ertragen, ohne in den»Verzweifelungsschrei« H
EINRICH VON
LEISTS
mit einzustimmen?
»Vor kurzem ward ich mit der neue
ren sogenannten Kantischen Philosophie bekannt […]
Wenn alle Menschen statt der Augen grüne Gläser hätten, so würden sie urteilen müssen, dieGegenstände, welche sie dadurch erblicken,
 sind 
grün - und nie würden sie entscheidenkönnen, ob ihr Auge ihnen die Dinge zeigt, wie sie sind, oder ob es nicht etwas zu ihnenhinzutut, was nicht ihnen, sondern dem Auge gehört. So ist es mit dem Verstande. Wir könnennicht entscheiden, ob das, was wir Wahrheit nennen, wahrhaft Wahrheit ist, oder ob es uns nur so scheint. Ist das letzte, so ist die Wahrheit, die wir hier sammeln, nach dem Tode nicht mehr - und alles Bestreben, ein Eigentum sich zu erwerben, das uns auch in das Grab folgt, istvergeblich - Ach, Wilhelmine, wenn die Spitze dieses Gedankens Dein Herz nicht trifft, solächle nicht über einen andern, der sich tief in seinem heiligsten Innern davon verwundet fühlt.Mein einziges, mein höchstes Ziel ist gesunken, und ich habe nun keines mehr - Seit dieseÜberzeugung, nämlich, daß hienieden keine Wahrheit zu finden ist, vor meine Seele trat, habeich nicht wieder ein Buch angerührt. Ich bin untätig in meinem Zimmer umhergegangen, ichhabe mich an das offne Fenster gesetzt, ich bin hinausgelaufen ins Freie, eine innerlicheUnruhe trieb mich zuletzt in Tabagien und Kaffeehäuser, ich habe Schauspiele und Konzerte besucht, um mich zu zerstreuen, ich habe sogar, um mich zu betäuben, eine Torheit begangen,die Dir Carl lieber erzählen mag, als ich; und dennoch war der einzige Gedanke, den meineSeele in diesem äußeren Tumulte mit glühender Angst bearbeitete, immer nur dieser: dein
einziges
, dein
höchstes
Ziel ist gesunken«
2
.
Bei »noch stärker« kontraevidenten philosophischen Systemen, in denen z. B. dasErkennen als Schaffen oder Konstruieren des menschlichen Geistes aufgefasst wird, werdenselbst solche »Verzweifelungsschreie« wie der obige sinnlos, denn
wer 
, welches
Subjekt 
in
2
Kleist,
Sämtliche Werke und Briefe
, 634.

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