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Pontificia Università GregorianaFacoltà di TeologiaRoma
Anno Academico 2008 – 2009
Seminario TSN 005Le 13 lettere del corpo paolino(Angelo Colacrai)
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HILEMONHILEMON
vorgelegt von
Moritz Schönauer 
157838
 
1. Grundfragen und Hinführung zum Thema
Damals wie heute suchen Menschen Schutz bei Personen, denen eine gewisse Autoritätzugesprochen wird. Ebenso wie bei Begnadigungsgesuchen in der Antike, die an die Oberengerichtet waren, werden heute bei ranghohen Entscheidungen Menschen mit Kompetenz zu Rategezogen. Der Schwächere ist auf den Stärkeren angewiesen. Genaugenommen werdenrsprecher zu Hilfe gerufen, die vermitteln sollen. Eine neutrale dritte Person? EinAußenstehender, der Streit schlichtet? Ein Richter, der sachlich entscheidet? Wenn im modernenZeitalter Politiker in diplomatischen Krisen helfen sollen, geschieht dies allerdings in seltenenFällen aufgrund ihrer persönlichen Eigenschaft, sondern allein aufgrund ihres Gewichtes im politischen Amt. Ihr Einsatz für Personen, die gefangen gehalten werden, oder Fürsprache benötigen, wird zum medienwirksamen Spektakel.Im Gegensatz dazu steht Paulus, dessen weltliche Macht gering war. Doch aufgrund seiner von Jesus Christus gegebenen Vollmacht ist er eine kompetente Person, deren Gedanken undÜberlegungen für die Christen der Urgemeinden wichtig waren. Ganz konkret wird dies im Brief an Philemon, in dem er zum Vermittler eines Sklaven wird. Wie versucht Paulus zu überzeugen?Wie legt er sein Gewicht in die Waagschale? Wie nützt er die theologischen Motive, die er zur Überzeugungsarbeit einsetzt?Im zweiten Teil soll anhand außerchristlicher Zeugnisse Licht auf die Sklavenhaltung gelegtwerden. Die Briefe des Plinius geben Ansatzpunkte, die sicherlich die damalige Situationskizzieren. Weiters soll auch Plinius anhand seiner Schriften als Fürsprecher bzw. alsSklaventreiber kategorisiert werden.
2. Philemonbrief 
Die Haltung des Apostels gegenüber Sklaven lässt sich mit Blick auf den Philemonbrief voneiner praktischen Seite erschließen. Der Brief ist aufgrund eines konkreten Anlasses geschriebenworden, was zumindest durch die Verse 8-20, die bei einer Gesamtzahl von 25 Versen denHauptteil ausmachen, ersichtlich wird. Dabei wird der Adressat, Philemon, um Nachsicht für seinen entlaufenen Sklaven Onesimus gebeten.Der Brief an Philemon ist der kürzeste Paulusbrief, dessen Verfasserschaft immer Pauluszugesprochen wurde, der mit eigener Hand den Brief geschrieben hat, wie in Phlm 19 zu lesenist. W. S
CHENK 
weist darauf hin, dass der Brief zum Markonischen Kanon gehörte, wie beiTertullian bezeugt ist.
1
In der armenischen Bibel fehlte der Brief, allerdings wird er von Johannes
1
Schenk, 1987, 3439- 3495.- 2 -
 
Chrysostomus und von Hieronymus als zum Kanon gehörend verteidigt. Als Ort der Abfassungkommen Rom oder Ephesus in Frage, wenn auch ein wenig hypotetisch.
2
 
2.1 Struktur und Aufbau
A. S
ACCHI
gliedert den Brief in sechs Abschnitte: 1-3; 4-9; 10; 11-18; 19-20; 21-25.
3
 Die Verse1-3 sind das Präskript, 4-9 eine Anspielung auf die Liebe und Gutmütigkeit des Philemon, der die Fürsprache für Onesimus (V. 10) folgt. Gleichzeitig lässt Paulus erkennen, dass er gefangengenommen ist (V. 9). Es folgt eine Motivation, die die Dienste des Onesimus darstellen soll (VV.11-18). Der Sklave ist demnach für Philemon, aber auch für Paulus von Wichtigkeit. Er soll nunnicht mehr als Diener, sondern als geliebter Mitbruder gesehen werden (V. 16). EtwaigenSchaden, der aufgrund des entlaufenen Sklaven für Philemon entstanden ist, wird Paulus begleichen (V. 19). Die Verse 21-25 bilden das Präskript.Eine leicht abweichende Struktur ist bei P. P
OKORNÝ
zu finden
4
. Als einziges Thema sieht er die Fürsprache für Onesimus. Die Verse 1-7 bilden den Briefanfang, unterteilt in Präskript undProömium. Es folgt der Hauptteil, die genannte Fürsprache für den Sklaven bei seinem Besitzer (VV. 8-20). Der Briefschluss (VV. 21-25) enthält Grüße und Segenswünsche sowie die Absichtdes Apostels, Philemon bald zu besuchen.W. S
CHENK 
teilt den Brief in sehr detaillierte Kleinabschnitte.
5
Das Präskript wird unterteilt inSuperscriptio, das den Absender Paulus näher definiert. Es folgt die Anschrift des Adressaten,der Philemon ist. Ein Grußwunsch beschließt das Präskript. Daran schließt ein Dankbericht an(VV. 4-7) an. Die Verse 8-14 enthalten die Fürsprache für Onesimus, die Verse 15 und 16 sollendie neue Beziehung zwischen dem Sklaven und seinem Herrn vorteilhaft zeigen. Onesmius sollintegriert werden (VV. 17-19), wofür sich Paulus ausspricht (VV. 20-22), und daher auchPhilemon bald besuchen will. Der Brief endet mit dem Postskript.Das Hauptaugenmerk liegt auf der Fürsprache für Onesimus. Dem schließen sich weitereAutoren, wie zum Beispiel J. D
UNN
oder M. M
ASINI
, an. Dass Paulus sich für den geflohenenSklaven einsetzt, ist über die Jahrhunderte hinweg immer wieder in diese Richtung gedeutetworden und gilt als traditionelle Sichtweise, die aber auch einige Fragen aufwirft.
6
 
2
Pokorný, 2007, 289.
3
Sacchi, 2006, 149-156.
4
Pokorný, 2007, 289-292.
5
Schenk, 1987, 3484-3486.
6
Thompson, 2005, 193-204.- 3 -
of 00

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