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Karl May, Bd.25. Am Jenseits

Karl May, Bd.25. Am Jenseits

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Karl May Book
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03/27/2013

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Band 25
Am JenseitsÜber den Autor
Karl May wurde am 25.2.1842 in Hohenstein-Ernstthal als Sohn eines armen Webers geboren und war biszum 5. Lebensjahr blind. Als Volksschullehrer wurde May wegen Diebstahls entlassen und verbrachteinsgesamt 7 1/2 Jahre wegen Eigentumsvergehen und Betrügereien aus finanzieller Notlage im Gefängnis.Zunächst schrieb er erzgebirgische Dorfgeschichten und Humoresken für Zeitschriften in Dresden, später Kolportageromane. Mit seinen Reiseerzählungen, die in Nordamerika oder im Orient spielten, wurde May berühmt. Karl May starb am 30.3.1912 in Radebeul bei Dresden.
Entstehungsgeschichte
Ab 1892 brachte der Freiburger Verleger Friedrich Ernst Fehsenfeld eine Buchreihe mit MaysReiseerzählungen heraus. Nach dem großen Erfolg des Orientzyklus (Band 1 bis 6) kamen weitere Bändehinzu. Das Buch »Am Jenseits« wurde 1899 als Band 25 veröffentlicht. Die Erstausgabe ist auch gleich der letzte, ausschließlich von Karl May bearbeitete Text (»Ausgabe letzter Hand«).
Inhaltsverzeichnis
1. Eine Kijahma.2. El Kanz el A'da.3. El Mizan.4. El Aschdar.
 Herausgegeben vom Palmtop Magazin.Textquelle: Karl-May-Gesellschaft (http://www.karl-may-gesellschaft.de) Konvertierung: Rainer GieversWeitere eBooks finden Sie beim Palmtop Magazin (http://www.palmtop-magazin.de/ebook/) Die Wiedergabe erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Karl-May-Gesellschaft 
 
 
Erstes Kapitel.
Eine Kijahma.
»Sihdi (* Anrede = Herr.), es war doch immer wunderschön, wenn wir beide, auf unsern unvergleichlichenPferden sitzend, so ganz allein, von keinem fremden Menschen begleitet, immer hinein in Allahs schöneWelt ritten, wohin es uns gefiel! Diese Welt gehörte uns, denn da wir keine Seele bei uns hatten, konnteniemand sie uns streitig machen. Wir thaten, was wir wollten, und unterließen, was uns nicht gefiel; wir waren unsere eigenen Herren, denn wenn es jemanden gab, dem wir zu gehorchen hatten, so bestand dieser Jemand aus zwei Personen, nämlich aus mir und aus dir. Ich bin mir da oft als der Gebieter des ganzenErdkreises vorgekommen und habe die unersteigbaren Höhen meines Ruhmes aus den Tiefen meinesSelbstbewußtseins hervorgeholt, um in andachtsvoller Bewunderung an ihnen emporzuklimmen und dannfröhlich wieder herabzusteigen. Das konnte ich, weil wir allein waren und es also keinen unwillkommenenStörenfried gab, dem es einfallen konnte, ohne meine Erlaubnis und hinter meinen Rücken mit hinauf- undhinunterzuklettern.Ja, das war eine sehr, sehr schöne Zeit, in welcher wir erlebten, was kein anderer Mensch erlebt, und zwar nur deshalb, weil wir eben so allein waren und uns nur nach uns selbst zu richten brauchten. Ich sage dir,Sihdi, alle diese Thaten und Begebenheiten sind rundum an den Wänden meiner inneren Seeleaufgeschrieben und mit unvergänglichen Pflöcken in den Boden meines Gedächtnisses eingeschlagen, wieman Pferde, Kamele und lebhafte Ziegen an Pflöcke bindet, wenn man befürchtet, daß sie über Nacht denihnen angewiesenen Ort mit einem andern vertauschen wollen.«Er machte eine Pause, um nach diesem langen Satze einmal ausgiebig Atem zu holen.Wer dieser »Er« war? Wer ihn noch nicht an seiner eigenartigen Ausdrucksweise erkannt hat, der magweiter hören. Er fuhr nämlich sogleich fort:»Also ich denke noch mit Wonne an die Zeiten zurück, in denen wir uns nur nach uns selbst zu richten brauchten, denn da habe ich empfunden, daß der Mann der eigentliche und wirkliche Beherrscher seinesLebens und seines Daseins ist. Aber ebenso schön und in mancher Beziehung noch schöner ist es doch,wenn man einen Tachtirwan (* Kamelsänfte für Frauen) bei sich hat, in welchem die holdselige Gebieterindes Frauenzeltes sitzt. Meinst du, daß ich da recht habe?«»Ob du da recht hast, kann doch ich nicht wissen, mein lieber Halef,« antwortete ich.»Wie? Das könntest du nicht wissen? Warum denn nicht?«»Weil in diesem Tachtirwan sich die Gebieterin nicht meines, sondern deines Frauenzeltes befindet und esalso nur dir, aber nicht mir möglich ist, einen solchen Vergleich zwischen früher und heute anzustellen.«»Ja, richtig! Um meine Frage beantworten zu können, müßtest du deine Emmeh auch mitgenommen haben.Du kannst also gar nicht wissen, was für ein großer Unterschied darinnen liegt, ob man die lieblicheBehüterin seines Glückes daheim gelassen oder ob man sie mitgenommen hat. Du hast mir einmal gesagt,wie das heilige Buch der Christen das richtige Verhältnis zwischen Mann und Weib erklärt. Kannst du dichdarauf besinnen, Effendi?«»Ja.«»Du sagtest ungefähr: Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde, und zwar ein Männlein und ein Weiblein.Allah hat zweierlei Eigenschaften, nämlich die Eigenschaften der Allmacht, wozu die Ewigkeit, Weisheit,
 
Gerechtigkeit gehören, und die Eigenschaften der Liebe, welche sich auch in seiner Gnade, Langmut, Güteund Barmherzigkeit äußert. Wenn der Mensch, welcher aus zwei Wesen besteht, ein Bild Gottes zu seinhat, so soll also der Mann ein Bild der göttlichen Allmacht und die Frau ein Bild der göttlichen Liebe sein.Habe ich mir das nicht sehr gut gemerkt?«»Ziemlich richtig.«»Wenn auch nur ziemlich, für mich genügt es doch. Seit du mir diese Erklärung gegeben hast, bin ich stets bemüht gewesen, ein Bild von Allahs Allmacht zu sein. Du weißt, wie tapfer und umsichtig ich im Kampfeund wie weise, klug und gerecht ich in der Regierung meines Stammes bin. Diese eine Seite meinesmenschlichen Wesens läßt also wohl kaum etwas zu wünschen übrig. Und die andere Seite, welche dort inder Sänfte sitzt und ihre freundlichen Augen unaufhörlich auf mich richtet,ist auch genau so, wie Allah sie wünscht, nämlich ein Bild der Liebe, die mir jeden Tag zur Wonne und jede Stunde zum Vergnügen macht. Und diese Spenderin des Glückes auch während der Reise bei sichhaben zu können, das ist eine Seligkeit, die mir auf unsern früheren Ritten leider versagt bleiben mußte. Ichhabe gesagt, daß es früher schön war, und möchte aber behaupten, daß es jetzt fast noch schöner ist!Verstehst du mich nun?«»Ja.«»Hast du denn mit deiner Emmeh noch niemals eine Reise gemacht?«»O doch!«»Da hast du natürlich auf dem Pferde gesessen und sie im Tachtirwan?«»Nein. Tachtirwanat giebt's bei uns nicht.«»Nicht? So hat sie frei auf dem Kamele gesessen?«»Auch nicht. Im Abendlande reist man nicht per Kamel, sondern in der Karrusa (* Kutsche.) oder in demKatr (** Bahnzug.).«»Allah! Wer darf im Katr fahren?«»Jeder, der seinen Tiskri (*** Billet.) bezahlt hat.«»Auch Frauen?«»Ja.«»Aber neben dem Weibe eines andern zu sitzen, das ist doch wohl sehr streng verboten?«»Nein.«»Unmöglich! Sihdi, sag aufrichtig, ob du, nämlich du auch schon einmal im Katr neben einer Frau gesessenhast, welche in den Harem eines andern Mannes gehörte!«»Schon oft! Ich bin nicht nur mit fremden Frauen, sondern sogar mit fremden Töchtern gefahren.«

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