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PM_08_TAL-Entscheidung_280313.pdf

PM_08_TAL-Entscheidung_280313.pdf

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[PDF] Pressemitteilung: Bundesnetzagentur beschließt höhere Miete für die Teilnehmeranschlussleitung
[http://www.pressebox.de?boxid=584823]
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03/28/2013

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PM 08/2013 28.03.2013Bundesnetzagentur beschließt höhere Miete für die TeilnehmeranschlussleitungVATM: Breitbandausbau wird mit zusätzlichen Kosten in Millionenhöhe belastet
"Die investierenden Unternehmen verlieren durch die Entscheidung, die Miete für die Teil-nehmeranschlussleitung vom Hauptverteiler bis zum Kabelverzweiger um 49 Cent zu erhö-hen, Millionen Euro. Anreize werden nicht ausreichend gesetzt. Die Telekom gewinnt Millio-nen für ihren eigenen Breitbandausbau in den ohnehin bereits gut versorgten wettbewerbsin-tensiven Regionen, wo dieses TAL-Stück besonders wichtig ist. Für die Kunden auf demLand und für die ambitionierten Breitband-Ziele der Bundesregierung ist dies ein ganzschwarzer Tag", so das erste Fazit von VATM-Präsident Peer Knauer zur heutigen Entschei-dung der Bundesnetzagentur (BNetzA). Sie hat bekannt gegeben, dass sie den monatlichenMietpreis für die Teilnehmeranschlussleitung (TAL) insgesamt von 10,08 auf 10,19 Euro er-höht. Für die Strecke vom großen Knotenpunkt Hauptverteiler (HVt) bis zum Kabelverzwei-ger (KVz), dem grauen Kasten am Gehwegrand, steigt das Monatsentgelt von 2,91 auf 3,40Euro, vom KVz bis zum Endkunden sinkt es von 7,17 auf 6,79 Euro. Die Monatsentgelte für die Teilnehmeranschlussleitung (TAL) werden von den Wettbewerbern an die Telekom für die Bereitstellung der so genannten letzten Meile bis zum Endkunden bezahlt und von der Bundesnetzagentur festgelegt.Der Preiserhöhung für mehr als neun Millionen angemietete TAL-Anschlüsse am Hauptver-teiler steht eine marginale Senkung für nur rund 140.000 gemieteter TALs am KVz gegen-über. Das bedeutet eine drastische Belastung des Wettbewerbs und der Infrastrukturinvesto-ren in Höhe von rund 37 Millionen Euro im Genehmigungszeitraum und eine Entwertung der Investitionen der Unternehmen, die Glasfaser bis zum Hauptverteiler gebaut haben. Da prak-tisch alle ausbauenden Unternehmen auch auf die überteuerte HVt-TAL angewiesen sind,wird deren Investitionskraft weiter geschwächt."Dem steht eine Entlastung von lediglich rund 1,9 Millionen Euro in drei Jahren gegenüber.Bei einem erforderlichen Investitionsvolumen im zweistelligen Milliardenbereich in den weite-ren Breitbandausbau wird eine Senkung um 38 Cent pro Teilnehmeranschlussleitung keiner-lei neue Impulse auslösen und eine Riesenchance vertan", kritisiert VATM-Präsident Peer Knauer: "Die Erhöhung der HVt-Miete um einen zweistelligen Millionenbetrag ist eine uner-klärliche Kehrtwende weg von der Planungssicherheit für Investoren."Die Begründung ist kaum mehr nachvollziehbar: Statt realer Kosten, wie vom VATM nach-drücklich seit Jahren gefordert, werden fiktive Wiederbeschaffungswerte für abgeschriebeneuralte Kupferleitungen angesetzt. Statt dann aber fiktive z. B. durchschnittliche langjährigeKostenpositionen einzupreisen, werden tatsächliche Kostenentwicklungen, etwa Kupfer- undTiefbaupreise, mit einem fiktiven nicht stattfindenden Kupferkabelausbau statt preiswerterer Glasfaser vermischt, was die Kosten nochmals nach oben treibt. Branchenexperten gehendavon aus, dass ein betriebswirtschaftlich angemessener Preis mindestens 30 Prozent unter den jetzigen Entgelten liegen müsste.
 
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 Aber es wird noch absurder, kritisiert VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner: "Die fiktivenKosten, so die Bundesnetzagentur, stiegen auch deshalb, weil sich wegen der drohendenzukünftigen Glasfasernutzung die Nutzungsdauer des - nur fiktiv neu eingebauten - Kupfersschließlich verkürze. In der Realität verkürzt und verteuert sich aber nichts, weil jedes Unter-nehmen entweder Abschreibungswerte für bestehende alte Kupferkabel berechnet oder denNeubau zukunftssicher in Glas ausführen würde. Die BNetzA berechnet also zu Lasten der Wettbewerber die Kosten für eine technische und wirtschaftliche Fehlinvestition."Die Berechnung von Abschreibung oder Glasfaserausbau hätte in jedem Falle eine deutlicheKostensenkung zur Folge. Grützner: "Die wäre zur Verringerung der bestehenden Wettbe-werbsverzerrung auch dringend notwendig, weil die Wettbewerber - Telekom und Kabel-netzbetreiber - keine Wettbewerbsnachteile durch eine fiktiv teure TAL haben und mit Nied-rigpreisen die Kunden abjagen. Und hier setzt die BNetzA noch einen drauf: Aufgrund dieser nun noch verschärften Wettbewerbsverzerrung sinkt seit langem die Zahl der angemietetenTALs. Sinkende TAL-Anschlusszahlen verteuern aber, so der Regulierer, in der Realität zu-sätzlich die "Stückkosten" pro TAL. Die konsequente Mischung mit den fiktiven Neubaukos-ten führt daher zu noch höheren Miet-Preisen, damit zu weiterer Schwächung des Wettbe-werbs, sinkenden TAL-Anschlusszahlen und immer weiter steigenden fiktiven Kupfer-Neubaukosten. Ein Zirkelschluss der die Wettbewerbsfähigkeit der ganzen Branche aufsSpiel setzt.""Unter solchen investitionsfeindlichen Rahmenbedingungen sind die Breitbandziele des Bun-des wohl auch eher nur noch fiktiv erreichbar", unterstreicht VATM-Präsident Knauer. DieFolgen für Investitionen und weitern Breitbandausbau in Deutschland sind aus Sicht desVATM gravierend: Die Telekom hat bereits angekündigt, vornehmlich in den Städten auszu-bauen und erhält hierfür zusätzliche Millionen. Unternehmen, die nur in Glasfaserausbau bisins Haus ohne TAL-Miete investieren, profitieren in der Theorie. In der Praxis setzen aber dieKabelnetzbetreiber die Niedrigpreise. Daher haben künstlich hohe Vorproduktpreise heute inWahrheit keine Schutzfunktion mehr gegen drohenden Preisverfall und können damit keiner-lei Investitionsanreiz auslösen. "Praktisch alle Unternehmen, die auch auf dem Land aus-bauen, sind von einem TAL-Preis abhängig, der nicht politisch - fiktiv - gesetzt wird, sondernden Marktrealitäten entspricht", unterstreicht Knauer."Wir hätten selbst auf Basis europäischer Durchschnittspreise und den Vorgaben der EU für deutlich unter neun Euro für die gesamte TAL-Länge kommen müssen", so Knauer. Beischätzungsweise rund 9,5 Millionen vermieteten TAL und insgesamt weit mehr als einer Mil-liarde Euro Mietzahlungen an den Ex-Monopolisten pro Jahr bedeute das heutige Preisni-veau überhöhte Belastungen in Höhe von jährlich rund 140 Millionen Euro nur für die Anmie-tung der Leitung - und entsprechende Wettbewerbsnachteile.Sogar die europäischen Verbraucherschützer hatten gegen die geltenden künstlich hohenTAL-Preise protestiert. Sie hatten sich mit einem Schreiben an die EU-Kommission gewandt.Zu Recht kritisieren sie, dass hohe Entgelte nachweislich nicht zu einem flächendeckenden Ausbau beigetragen haben. Mit den künstlich hohen Vorproduktpreisen sollten Investitionender Kabelnetzbetreiber und der Unternehmen, die Glasfaser bis zum Haus und zur Wohnung(FTTB/FTTH) ausbauen, angeregt werden. "Wir müssen endlich erkennen, dass diese Stra-tegie bei der vor uns liegenden politischen Herausforderung nicht mehr hilft, sondern scha-det. Statt rund 80 Milliarden Euro über Jahrzehnte in den Ausbau bis zum Haus/zur Woh-nung zu stecken, müssen wir erst versuchen, den zehn Mal billigeren Ausbau bis zum Ka-belverzweiger zu schaffen, wenn wir die Ziele der Bundesregierung ernst nehmen", soKnauer.

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