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Frauen Und Das Grundeinkommen (Veranstaltung_Artikel_Thesenpapier)

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Published by: Grundeinkommens-Mem Köln on Apr 09, 2013
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11/05/2013

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29. Mai, 20.00 Uhr, Melanchthon Akademie
„Frauen und Grundeinkommen“
Wie beeinflusst ein existenzsicherndes Grundeinkommen die Lebensgestaltung von Frauen unddas Geschlechterverhältnis?
Darüber wollen wir mit unseren Referentinnen diskutieren. Der theoretisch wissenschaftlicheAspekt wird betont durch Frau Dr.Ute Fischer, Mitbegründerin der Initiative „Freiheit stattVollbeschäftigung“ www.freiheitstattvollbeschäftigung.de und wissenschaftliche Mitarbeiterin vonProf. Neuendorff am Lehrstuhl für Arbeitssoziologie der Uni Dortmund. Sie ist Diplom-Volkswirtinund promovierte Soziologin und beschäftigt sich seit 15 Jahren mit Arbeitsforschung und demGeschlechterverhältnis.Außerdem haben wir zu Gast Frau Martina Debus-Crott und Frau Christine Stolze-Pfafferodt, die alsBeraterinnen in der
Pro Familia
Beratungssstelle in Köln-Chorweiler arbeiten und durch ihrePraxiserfahrung mit Frauen in Notsituationen, in denen sowohl die oft schwierigen finanziellenVerhältnisse als auch die Abhängigkeitssituationen der Frauen von anderen Menschen und/oderSozialbehörden eine belastende Rolle spielen, tagtäglich konfrontiert sind.
Rückblick auf die Veranstaltung vom 29. Mai
Unsere Veranstaltung „Wie beeinflusst ein existenzsicherndes Grundeinkommen dasGeschlechterverhältnis und die Lebensgestaltung von Frauen?“ …
fand großen Zuspruch bei den anwesenden Frauen und Männern, auch weil der theoretischeAnsatz durch die Soziologin Ute Fischer und der praxisbezogene Teil mit den Beraterinnen von
ProFamilia
sich gut ergänzten. Alle drei Referentinnen bestätigten unsere These, dass die im BGEinnewohnende Freiheit und die damit verbundene Gleichrangigkeit unterschiedlicherTätigkeitsfelder für Frauen eine erhebliche Entlastung bringt.
Ute Fischer
betonte die Bedeutung für das Geschlechterverhältnis, da ein BGE die Gleichstellungder Geschlechter befördern würde. „Gleichheit in Freiheit“ entlastet auch Männer, da es ihnen denDruck nimmt, als Ernährer für eine potentielle Familie verantwortlich zu sein.
Martina Debus-Crott
und
Christine Stolze-Pfafferodt
beschrieben anschaulich, welchem Wust vonPapierkram junge Frauen ausgesetzt sind, die schwanger werden und ALG II beziehen.In der lebhaften Diskussion wurde vor allem deutlich, dass die Zahlung eines Grundeinkommensdie Infragestellung und Diffamierung persönlicher Lebensentwürfe beenden könne.Die Psychologin Christine Stolze-Pfafferodt hob die Bedeutung von Stress und Angst hervor, die beiFrauen in Konfliktsituationen entstehen und sich negativ auf sie selbst, wie auch auf dieSchwangerschaft auswirken.Vieles konnte nur angerissen werden, von unseren Thesen wurden einige mehr, einige wenigerausführlich behandelt. Umso mehr freuten wir uns über das Angebot aller Referentinnen, zu einemzusätzlichen Abend unter thematisch ähnlichen Schwerpunkten noch einmal zu uns zu kommen.
 
Wie beeinflusst ein existenssicherndes Grundeinkommen das Geschlechterverhältnisund die Lebensgestaltung von Frauen?
1.
 
Entscheidung für Kinder wird erleichtert!2.
 
Förderung der Unabhängigkeit3.
 
Ermöglichung von freiberuflicher Tätigkeit4.
 
Nimmt den Druck auf Mütter mit kleinen Kindern bei Erwerbslosigkeit und Trennung/Scheidung5.
 
Entlastet die Partnerschaft6.
 
Schafft die Basis für gleichberechtigte Begegnung in Liebesbeziehungen7.
 
Entlastet getrennte Paare mit Kindern8.
 
Bringt Entspannung in die Situation Alleinerziehender9.
 
Erleichtert die Entscheidung zur Pflege von Angehörigen10.
 
 Trägt der Arbeitsmarktsituation Rechnung11.
 
Schafft langfristig gesellschaftliche Akzeptanz für persönliche LebensgestaltungenZu 1)
 
Immer mehr Paare entscheiden sich gegen eigene Kinder, wobei wesentliche Gründe inder unsicheren Arbeitsmarktlage, als auch in den heutigen unsicherenPartnerschaftsgestaltungen liegen dürften. Die Perspektive, langfristigeUnterhaltsleistungen erbringen zu müssen, schreckt viele Männer davon ab, sich für einKind zu entscheiden. Frauen mit Kinderwunsch stehen oft vor der Frage: begebe ich michin die finanzielle Abhängigkeit eines Mannes oder eines Amtes mit allen darauserwachsenden Konsequenzen der Unfreiheit. Auch Frauen, die schwanger werden, ohneeine feste Beziehung zu haben und/oder sich noch am Beginn ihres Berufslebens befinden,könnten sich mit BGE leichter für das Kind entscheiden. Bei prer Beschäftigten (einesteigende Gruppe der Erwerbstätigen) und Menschen mit sporadischen Verdiensten (z.B.im künstlerischen Bereich oder bei Freiberuflern) wird die Kinderfage fast schonautomatisch verneint, weil die Unsicherheiten zu groß sind. Die heutigen Gesetze zuMutterschutz, Elterngeld und Arbeitsplatzgarantie etc. können von diesem Personenkreisnicht genutzt werden.Zu 2)
 
Das jetzige System der sozialen Sicherung (Hartz IV) fördert die Abhängigkeit vonFrauen, ist somit eine Rolle rückwärts im Kampf der Frauen für mehr Gleichberechtigungund Unabhängigkeit. In heutigen Zeiten der Partnerschaften auf Zeit entsteht dadurch einhoher Druck für potentielle Beziehungspartner und das grundsätzlich gewünschteverbindliche Einlassen auf eine Partnerschaft wird manches Mal schon im Keim erstickt,wenn einer der Partner von Sozialleistungen abhängig ist. So verhindert man bereits dieersten Schritte in einer beginnenden Beziehung, wenn von vornherein feststeht, dassDerjenige, der Geld verdient, sofort zum Unterhalt des anderen herangezogen wird.Zu 3)
 
 
Viele Lebensbiografien von Frauen zeichnen sich durch Brüche aus, die durch Zeiten vonKindererziehung, befristeten Beschäftigungsverhältnissen, Trennungen etc. geprägt sind.Das bedeutet, dass oft keinerlei Rücklagen gebildet werden konnten. Wenn diese Frauennun versuchen, sich eine eigene Selbständigkeit aufzubauen, sind sie vom ersten Tag angezwungen, von ihrer Tätigkeit zu leben, zumindest dann, wenn sie weder einFinanzpolster noch einen gut verdienenden Ehemann vorweisen können. Einausreichendes Grundeinkommen könnte einen Gründungsboom auslösen, da es einenormes Potential und viel Phantasie unter den Frauen gibt, das unter Existenzdruck undÄmterschikanen nicht wachsen kann.Zu 4)
 
Mütter von kleinen Kindern stehen bei Erwerbslosigkeit und nach Trennungen undScheidungen unter einem hohen finanziellen Druck, der oft dazu führt, dass sie in derMühle zwischen Sozialbehörden und prekären Beschäftigungsmöglichkeiten (sofern denn„wenigstens diese“ vorhanden sind) zermahlen werden. Das führt in der Folge dazu, dasssie den Druck an ihre Kinder weitergeben (burnout-Syndrom der Mütter,Verhaltensauffälligkeit der Kinder etc.) und /oder schnell bereit sind, sich in fragwürdigeBeziehungen zu begeben, um wenigstens den Existenzdruck zu minimieren. DieLeidtragenden sind in erster Linie die Kinder, aber auch die Mütter selbst.Zu 5)
 
Ein existenzsicherndes Grundeinkommen entlastet die Partnerschaften und nimmt auchden Druck auf die Männer, die dem Anspruch, eine Familie ernähren zu müssen, oft nichtgewachsen sind. Auch weil sie selbst vielleicht gerade Sozialleistungen beziehen müssenoder sich in einem unsicheren und/oder befristeten Arbeitsverhältnis befinden. Wie auszahlreichen Untersuchungen hervorgeht, ist das Thema Geld das größte Konfliktthemaüberhaupt in Partnerschaften. In nicht wenigen Fällen führen schwierige finanzielleVerhältnisse und der, aufgrund der Sozialisation und auch der kulturellen Prägungen alsbesonders extrem empfundene Druck auf die Männer auch zu Gewalt gegen Frauen undKinder. Ein BGE würde zu mehr Entspannung innerhalb der Beziehungen beitragen, unddamit vielleicht auch zu mehr Beständigkeit, da Entscheidungen füreinander in einerAtmosphäre der Freiheit getroffen werden können, und somit tragfähiger sind.Zu6)
 
Das BGE schafft die Vorraussetzung zum Verzicht auf Rollenklischees und ermöglichteine individuelle Gestaltung der Partnerschaft. Schon bei der Partnerwahl ist derVersorgungsdruck überflüssig und Männer können sich von ihrer oft vorhandenen starrenund einengenden Identifikation über Beruf und Karriere befreien. Das führt auchinnerhalb der Paarbeziehung zu mehr Verhaltensoptionen.Zu 7)
 
Elternpaare, die sich trennen, können mit BGE entspannter miteinander umgehen, da dasleidige Thema Geld nicht mehr so eine große Rolle spielt. Es ermöglicht ihnen so einproblemloseres Elternsein trotz Trennung. Besonders, wenn kleine Kinder zu betreuensind, ermöglicht das Grundeinkommen einem oder beiden Partnern zeitweise auf denBeruf zu verzichten oder weniger zu arbeiten, um für die Kinder da sein zu können.

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