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Sie reden von »Überfremdung« und het-zen gegen alle, die nicht in ihr men-schenverachtendes Weltbild passen. Siegeben sich als Vorkämpfer für die Rech-te von Arbeitnehmerinnen und Arbeit-nehmern und tarnen dabei doch nurihren Hass auf Demokratie und Anders-denkende. Sie werben mit dem Schlag-wort eines »Nationalen Sozialismus«und meinen nichts anderes als denNationalsozialismus, den sie mit all sei-nen Verbrechen verherrlichen.Am 1. Mai dieses Jahres wollen diebraunen Kameradschaften gemein-sam mit der NPD den Kampf- und Fei-ertag der Arbeiterbewegung in Han-nover nutzen, um ihr faschistischesGedankengut zu verbreiten. Daskommt nicht von ungefähr, denn inHannover findet Jahr für Jahr eine dergrößten und buntesten Maikundge-bungen der Republik statt. Überregio-nale Aufmerksamkeit ist damit garan-tiert. Das wollen in diesem Jahr am 1.Mai über 1.000 Nazis ausnutzen, diemit ihren so genannten »Freien Kame-radschaften« maßgeblich für dieZunahme rechtsextremistischerGewalttaten verantwortlich sind.Täglich werden Menschen in Deutsch-land Opfer rechter Gewalt. Mord undTotschlag sind bei Nazi-Überfälleneinkalkuliert.In Hannover hat sich, angeführtvom DGB, ein breites Bündnis gegen denNazi-Aufmarsch gebildet, das die Nazi-Provokation nicht tatenlos hinnehmenwill. Mit Sternmärschen und einem gro-ßen, bunten Fest für Demokratie wollentausende von Menschen für eine welt-offene, demokratische und solidarischeGesellschaft demonstrieren. »Der extre-men Rechten und ihren Ideologien ertei-len wir eine klare Absage. Wir zeigenZivilcourage, wir bekämpfen Rechtsex-tremismus, Rassismus und Antisemitis-mus« heißt es im Aufruf »BUNT STATTBRAUN«.Kurz vor Redaktionsschluss diesesvorwärts hat die Polizei der Landes-hauptstadt den Nazi-Aufmarsch verbo-ten. Das jedoch ist kein Grund, sich nichtweiterhin intensiv auf den 1. Mai vorzu-bereiten. Die Nazis haben angekündigt,vor das Verwaltungsgericht zu ziehenund von solchen Gerichten sind in der jüngsten Vergangenheit mitunterschwer nachzuvollziehende Urteilegefällt worden. Es gilt also, wachsam zubleiben.
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Weitere Informationen:www.erstermai-hannover.dgb.de
BUNT STATT BRAUN
Keinen Fuß breit für Nazis am 1. Mai in Hannover
LIEBE GENOSSINNEN,LIEBE GENOSSEN,
wir haben es uns gegenseitig nichtimmer leicht gemacht und einigeszugemutet. Aber wir wussten immer,was wir aneinander hatten – die SPDund Gerhard Schröder. Am 7. Aprilwird er 65 – unser früherer Kanzler,Ministerpräsident, Bundes-, Landes-und Bezirkschef, Juso-Bundesvorsitzen-der, Landtags- und Bundestagsabge-ordneter. Gerd hat Politik pur im Blut.Leidenschaftlich, pragmatisch,kraftvoll, mutig, kämpferisch, mit Blickfür das Notwendige und Mögliche.Durch Niedersachsen wehte nach denAlbrecht-Jahren ein frischer Wind. AlsKanzler lüftete er das Land nach denspießigen Kohl-Jahren durch undprägte einen modernen, weltoffenenPolitikstil. Wir verdanken ihm einiges,was bis heute wirkt. Atomausstieg,Ökosteuer, echte Partnerschaften mitFrankreich und Russland, ein ehrlichesVerhältnis zur Türkei. Nicht zu verges-sen sein Nein zum Irak-Krieg, bei demer standhaft gegen Bush & Co. blieb,während Angela Merkel ihn inWashington anschwärzte. Zum65. wünschen wir unserem Gerd dasAllerbeste.EuerGarrelt DuinLandesvorsitzender
vorwärts
NIEDERSACHSEN
APRIL 2009 | WWW.SPD-NIEDERSACHSEN.DE
EDITORIAL
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Wir zeigen Zivil-courage, wir be-kämpfen Rechts-extremismus,Rassismus undAntisemitismus.
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Bündnis gegen denNaziaufmarsch
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›Yes we can‹können wir auch.
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Karl Finke,Behindertenbeauftragter desLandes Niedersachsen(S. II)
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Niedersachsenverfügt überein enormesEntwicklungs-potenzialin Europa.
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Erika Mann(Seite III)
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Aktueller denn je:›Gleicher Lohn fürgleiche Arbeit.‹
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Sarah Henkelmann,stv. Juso-Landesvorsitzende(S. IV)
Sommer 2007: Hannover gemeinsam gegen braun.
Foto: lopo
 
 
IINIEDERSACHSEN
04/2009
vorwärts
Ergebnis dieser Aktivitäten ist die Aufnah-me eines Behindertenpassus in dasGrundgesetz. »Niemand darf wegen sei-ner Behinderung benachteiligt werden«.Niedersächsische Selbsthilfegrup-pen haben das Motto »Yes we can« in denvergangenen Jahren vorweggenommen.Mit ihrem vernetzten Denken und Han-deln, mit politischem Bewusstsein undgroßer organisatorischer Kompetenz istes gelungen, die Landesregierung zurWiedereinführung des Landesblinden-geldes zu zwingen. Die nächsten Zielesind die paritätische Mitbestimmungbehinderter Menschen in Behinderten-und Wohlfahrtseinrichtungen und dierechtliche Absicherung des Dialogs undder Teilhabe in allen politischen Gremi-en und auf allen Ebenen.Wir können zwar nicht alles, wir kön-nen aber vieles und vieles können wir auchdurch unsere intakten Netzwerke undunseren solidarischen Umgang unterein-ander selbst organisieren. »Yes we can«.
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 Karl Finke ist Beauftragter des Landes Niedersachsen für Menschenmit Behinderungen.
Konferenz der Hauptamtlichen und Abge-ordnetenmitarbeiter der SPD Niedersach-sen am 18. März in Hannover: Landesvor-sitzender Garrelt Duin informierte die 100anwesenden Mitarbeiter über die aktuel-len Schwerpunkte der Landes- und Bundes-politik. Im Anschluss erläuterte Bundesge-schäftsführer Kajo Wasserhövel den kom-menden Bundestagwahlkampf. Außerdemwurde der neue Internetauftritt der SPDNiedersachsen von Christoph Matternevorgestellt und Europakandidat Bernd Lan-ge skizzierte die zentralen Forderungen derSPD an ein soziales Europa.
tretung wird nicht mehr an Dritte dele-giert, sondern von selbstbewussten, mit-bestimmenden Bürgerinnen und Bür-gern in die Gesellschaft eingebracht.Zur Zeit gibt es in Deutschland70.000–100.000 Selbsthilfegruppen, dieseit den 90er Jahren des vergangenenJahrhunderts vor allem mit der Forderungnach selbstbestimmter Wohn-, Arbeits-und Lebensgestaltung aktiv sind. Einoffenkundig: Ein Ministerpräsident, derstur am gegliederten Schulsystem fest-hält und ihm zur Seite eine fachlichinkompetente Ministerin.Das Lösungspaket, das Frauke Heiligen-stadt umriss, umfasst fünf Kernbereiche:Die Neueinstellung von 2.000 Lehr-kräften2.000 zusätzliche Plätze für die Ausbil-dung von LehrkräftenRücknahme der Fünfzügigkeitsvorga-be für neue GesamtschulenDen Erhalt des Abiturs nach 9 Jahrenan GesamtschulenAlle Gesamtschulen müssen Ganz-tagsschulen sein.GEW und SPD vereinbarten, »die profes-sionelle Zusammenarbeit zwischen derLandtagsfraktion und der GEW weiter zuführen.« Weiterhin beschloss der Lan-desparteirat die Gründung einer Bil-dungsakademie für Niedersachsen. Gro-ße Einigkeit schließlich herrschte unterden Delegierten darin, die Bahnprivati-sierung aufzugeben.
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eb
Impressum
Herausgeber:
SPD Niedersachsen
Verantwortlich:
Michael Rüter
Redaktion:
Lothar Pollähne,Katrin Reich
Anschrift:
Odeonstraße 15/1630159 Hannover
E-Mail:
lopo.vorwaerts@gmx.de
Layout & Satz:
Anette Gilkemail@AnetteGilke.de
Seit Mitte der 70er Jahre hat sich in Deutsch-land, orientiert an US-amerikanischen Vor-bildern eine neue Selbsthilfebewegunggebildet, die für mehr Selbstbewusstseinbehinderter Menschen streitet und sichdamit gegen defizitäre Betrachtungenwendet wie »Menschen mit bestimmtenSchächen«. Im Gegensatz zu den überkom-menen Wohlfahrts-, Sozial- oder Fachver-bänden mit ihrem Institutionswesen undden großen Behinderten- und Sozialein-richtungen setzen Selbsthilfegruppen inihrer jeweiligen Betroffenheit auf den Kon-takt mit Gleichbetroffenen, um über dieSelbstreflexion ihrer Lebenssituation zugemeinsamem Handeln zu kommen.Selbsthilfegruppen lassen sich nichtzu gesellschaftlichen Einsparmodellenumfunktionieren nach dem Motto »Nungestaltet Euch mal schön selbst«. Ohnematerielle Absicherung liefe dies auf eingesellschaftliches Abschieben hinaus, dasSelbsthilfegruppen entschieden ableh-nen. Dass sie dabei mit der Beharrlichkeitder Eigeninteressen der jeweiligen Fach-verbände zu kämpfen haben, ist ihnenbewusst. Selbstbestimmte Interessenver-Im Mittelpunkt der Sitzung des SPD-Lan-desparteirates in Oldenburg am 21. Märzstanden Anträge zum Regierungspro-gramm für die kommende Legislaturpe-riode und das Konzept der SPD zur Been-digung der Bildungsmisere in Nieder-sachsen. Als Gast konnten die Mitgliederdes Landesparteirates Eberhard Brandt,den Vorsitzenden der GEW Niedersach-sen begrüßen, der mit scharfen Wortendie Unzulänglichkeiten des bildungspoli-tischen Maßnahmenpakets der CDU/FDP-Landesregierung attackierte. »ImSommer wird es krachen«, so der GEW-Chef. »Lehrerpensionierungen, zu wenigStudierende und zu viele Absolventenohne Referendarsstellen – für diese Pro-bleme bietet das Wulff-Paket keineLösung«.Vom »Chaos im Kultusministerium«sprach der Vorsitzende des Landespartei-rates, Walter Meinhold, von einer insge-samt katastrophalen Lage die Bildungs-expertin der SPD-Landtagsfraktion, Frau-ke Heiligenstadt. Die Ursachen sind
»YES WE CAN«KÖNNEN WIR AUCH
Anmerkungen zur Selbsthilfe und Selbstbestimmung behinderter Menschen
Von Karl Finke
WIDER DIE FLICKSCHUSTEREI
Landesparteirat zeigt bildungspolitische Einigkeit
Karl FinkeWalter Meinhold,Vorsitzender des Landes-parteirates
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Niemand darf wegen seinerBehinderungbenachteiligtwerden.
«
Grundgesetz Art. 3 Abs. 3
 
NIEDERSACHSENIII
04/2009
vorwärts
Erika Mann
Wir alle leben längst im globalen Dorf.Nicht nur die Wirtschafts- und Finanz-krise öffnet uns die Augen. Klimawan-del, explodierende Lebensmittelpreise,schwindende Ölreserven sind Anzei-chen für eine Welt im Wandel. Die Krisezeigt aber auch, dass viele Probleme erstdurch Habsucht, Verantwortungslosig-keit und Ignoranz verursacht wordensind. Die Politik ist immer mehr gefor-dert, Verantwortung zu übernehmen.Wir brauchen Europa mehr denn jezuvor.Ein Nationalstaat alleine kannkaum Einfluss auf die großen Heraus-forderungen nehmen, Arbeitsplätzeund soziale Sicherheit erhalten, Klimaund Umwelt schützen. Auf der anderenSeite sind Nationalstaat und Bundes-land oftmals der sichere Hafen in stür-mischer See – wir kennen unsere Stär-ken und können uns auf sie verlassen.Niedersachsen verfügt über einenormes Entwicklungspotenzial. ImWirtschaft- und Forschungsbereichzählt das Bundesland zu den Topstand-orten weltweit. So liegt Volkswagen iminternationalen Vergleich mit seinerWirtschaftskraft und Innovationsfreu-digkeit an der Spitze. Dahinter steckteine enorme Kraft, welche oft überse-hen wird. Die Politik muss dieser Kraftihren Lauf lassen und sie schützen, woes notwendig ist. Überflüssige Eingrif-fe seitens der Europäischen Kommissi-on, wie im Fall des VW-Gesetzes gesche-hen, bewirken das Gegenteil.Innovationen sichern in Nieder-sachsen viele Arbeitsplätze. UnsereForscher und Entwickler an Institutenund Universitäten, in Industrie undWirtschaft zählen zu den Größen derinternationalenForschungslandschaft.Ihr Können und Wissen prägt Nieders-achsens Zukunft entscheidend. Eineinnovationsfreundliche Politik ist hier-für Voraussetzung. In diesem Sinnemache ich Politik für Europa und immerauch für Niedersachsen.Viele Probleme können nur mitmutiger Forschung gelöst werden. Mitder Krise wird sich entscheiden, ob Eu-ropa seine Chancen wirklich wahr-nimmt und Raum bietet für neue For-schungsfelder wie die grüne Revoluti-on, von der alle sprechen. Wir als SPDwollen diesen Weg ebnen. Mit demPotenzial der Erneuerung wollen wir inEuropa Millionen neue Arbeitsplätzeschaffen.
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Wir brauchenEuropa mehr denn je zuvor.
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Erika Mann
EUROPÄISCHE POLITIKFÜR NIEDERSACHSEN
Innovationsfreundliche Politik bewahrt unsere Stärken auch in der Krise
Von Erika Mann (MdEP)
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