Agenda 211
Präambel
1.1 Die Menschheit steht an einem entscheidenden Punkt ihrer Geschichte. Wir erleben eine Festschreibung der Ungleichheiten zwischen und innerhalb von Nationen, eine Verschlimmerung von Armut, Hunger, Krankheit undAnalphabetentum sowie die fortgesetzte Zerstörung der Ökosysteme, von denen unser Wohlergehen abhängt. EineIntegration von Umwelt- und Entwicklungsbelangen und die verstärkte Hinwendung auf diese wird indessen eineDeckung der Grundbedürfnisse, höhere Lebensstandards für alle, besser geschützte und bewirtschaftete Ökosystemeund eine sicherere Zukunft in größerem Wohlstand zur Folge haben. Keine Nation vermag dies allein zu erreichen,während es uns gemeinsam gelingen kann: in einer globalen Partnerschaft im Dienste der nachhaltigen Entwicklung.1.2 Diese globale Partnerschaft muss auf den Voraussetzungen der Resolution 44/228 der Generalversammlung vom22. Dezember 1989 aufbauen, die verabschiedet wurde, als die Nationen der Welt die Veranstaltung der Konferenzder Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung forderten; sie muss auch von der Einsicht in die Notwendigkeitgetragen sein, in Umwelt- und Entwicklungsfragen einen ausgewogenen und integrierten Ansatz zu verfolgen.1.3 Die Agenda 21 nimmt sich der drängendsten Probleme der heutigen Zeit an und ist zur gleichen Zeit bemüht,die Welt auf die Herausforderungen des nächsten Jahrhunderts vorzubereiten. Sie ist Ausdruck eines globalen Kon-senses und einer auf höchster Ebene eingegangenen politischen Verpflichtung zur Zusammenarbeit im Bereich vonEntwicklung und Umwelt. Ihre erfolgreiche Umsetzung ist in erster Linie Aufgabe der Regierungen
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. Eine entschei-dende Voraussetzung dafür sind einzelstaatliche Strategien, Pläne, Maßnahmen und Prozesse. Die auf nationaler Ebene unternommenen Anstrengungen sollten durch internationale Zusammenarbeit unterstützt und ergänzt werden.Hierbei kommt dem System der Vereinten Nationen eine Schlüsselrolle zu. Auch andere internationale, regionaleund subregionale Organisationen sind aufgefordert, sich an diesen Anstrengungen zu beteiligen. Außerdem sollte diemöglichst umfassende Einbeziehung der Öffentlichkeit und die aktive Beteiligung der nichtstaatlichen Organisatio-nen und anderer Gruppen gefördert werden.1.4 Die Entwicklungs- und Umweltziele der Agenda 21 werden einen erheblichen Zustrom neuer und zusätzlicher Finanzmittel in die Entwicklungsländer erforderlich machen, damit die Mehrkosten der Maßnahmen gedeckt werdenkönnen, die von diesen Ländern zur Bewältigung globaler Umweltprobleme und zur Beschleunigung einer nachhal-tigen Entwicklung ergriffen werden müssen. Auch zur Erweiterung der Kapazität internationaler Einrichtungen zur Umsetzung der Agenda 21 werden Finanzmittel benötigt. Eine indikative Schätzung der Größenordnung der anfal-lenden Kosten ist jedem Programmbereich beigegeben. Allerdings muss diese von den zuständigen Durchführungs-organen und -organisationen erst noch geprüft und genauer spezifiziert werden.1.5 Bei der Umsetzung der in der Agenda 21 enthaltenen entsprechenden Programmbereiche sollte den besonderenUmständen, denen sich die Transformationsländer gegenübersehen, besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden.Es muss auch anerkannt werden, dass sich diese Länder bei der Umgestaltung ihrer Wirtschaftssysteme präzedenzlosenHerausforderungen stellen müssen, in manchen Fällen inmitten erheblicher sozialer und politischer Spannungen.1.6 Die Darstellung der einzelnen Programmbereiche, welche die Agenda 21 ausmachen, umfasst jeweils dieHandlungsgrundlage, die Zielsetzungen, die Tätigkeiten und die Umsetzungsmodalitäten. Die Agenda 21 ist eindynamisches Programm. Sie wird von den verschiedenen Akteuren unter uneingeschränkter Beachtung aller in der Erklärung von Rio über Umwelt und Entwicklung enthaltenen Grundsätze im Einklang mit den unterschiedlichenGegebenheiten, Voraussetzungen und Prioritäten der einzelnen Länder und Regionen umgesetzt werden. Sie könntesich im Laufe der Zeit angesichts veränderter Bedürfnisse und Umstände fortentwickeln. Dieser Prozess stellt denBeginn einer neuen globalen Partnerschaft im Dienste der nachhaltigen Entwicklung dar.
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Wenn der Begriff "Regierungen" verwendet wird, ist darin auch die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft innerhalb ihrer Zuständigkeitsberei-che eingeschlossen. In der gesamten Agenda 21 bedeutet "umweltverträglich" auch "umweltverträglich und umweltgerecht" und umgekehrt,insbesondere im Zusammenhang mit den Begriffen "Energiequellen" bzw. "Energieträger", "Energieversorgung", "Energiesysteme" sowie"Technik(en)" bzw. "Technologie(n)".
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