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Schall
Unter Schall verstehen wir alle hörbarenSchwingungsvorgänge. Hörbar sind sie, wennsie im Bereich des Hörfeldes (etwa 16 bis 20000 Hz) liegen. Unterhalb des Hörfeldes liegtder
 Infra
-, oberhalb der
Ultraschall 
. Schalllässt sich gliedern in Geräusche, Tongemische,Klänge, Töne. Ein Bereich des Schalls mit ei-ner nach Epoche und Kultur unterschiedlichenVerteilung der vorgenannten Erscheinungsfor-men ist Musik.Unter
Ton
versteht man im physikalischen Sin-ne den reinen Sinuston, wie er, außer in derelektronischen Musik, in der musikalischenPraxis nicht vorkommt.Was wir umgangssprachlich als Ton bezeich-nen, gilt in der Akustik als
Klang
. Er entstehtdurch Überlagerung einer Grundschwingungmit Schwingungen »harmonischer« Obertöne,die zur Grundschwingung im Verhältnis einesganzzahligen Mehrfachen stehen.Von einem
Tongemisch
sprechen wir beiSchallereignissen aus Tönen mehrerer beliebi-ger Frequenzen, auch »unharmonischer« Ober-töne.Beim
Geräusch
sind die Schwingungen nichtperiodisch, und die Teilschwingungen liegensehr dicht beieinander. Sonderarten des Ge-räuschs sind der Knack, ein kurzer Schallim-puls und der Knall, ein Schallstoß mit großerSchallstärke.Zwei wichtige Darstellungsweisen von Ergeb-nissen der Schallanalyse sind das Oszillo-gramm, das den Verlauf des Schalldrucks imZeitablauf festhält, und das Schallspektrum,eine grafische Darstellung der Teilschwingun-gen. Auf der Abszisse eines Koordinatensys-tems sind die Frequenzen, auf der Ordinate dieAmplituden der Teilschwingungen abgetragen.Das Schallspektrum gibt auch Aufschluss überdas Zustandekommen spezifischer Klangfarbendurch die Konstellation von Teilschwingungen.Die physikalischen Bezeichnungen Frequenz,Schalldruck und Klangspektrum dürfen nichtmit wahrgenommener Tonhöhe, Lautstärke undKlangfarbe gleichgesetzt werden, da die Wahr-nehmung nur begrenzt den physikalischen Er-scheinungen folgt. So beeinflussen z.B. Schall-druck und Spektrum auch die Tonhöhenwahr-nehmung und die Frequenz die wahrgenomme-ne Lautstärke.
Tonsystem
(griech. systema = Zusammenstellung) be-zeichnet die Ordnung des Tonvorrats in einerbestimmten Epoche oder Kultur, sei es als rei-ne Materialzusammenstellung oder als Geflechtvon Tonbeziehungen.Das pythagoreische System (6. Jh. v.Chr.) führtTonverwandtschaften auf einfache Zahlenver-hältnisse zurück, die sich auf Saitenlängen beiMonochordversuchen und auf Schwingungs-zahlen beziehen (Oktave: Schwingungsver-hältnis 1:2, Saitenlängen 1: 1/2. Quinte:Schwingungsverhältnis 2:3, Saitenlängen 1/2 :1/3 usw.)
Quintverwandtschaft 
: Vier Quinten übereinan-dergeschichtet (f, c, g, d, a) und in einen Ok-tavraum transponiert ergeben eine pentatoni-sche Folge. Zwei weitere Quinten (e und h)führen zum siebenstufigen diatonischen Systemf, c, g, d, a, e, h (Kirchentonarten, Dur undMoll).Werden nach unten und oben weiter Quintenangehängt, erhalten wir die chromatischen Stu-fen b, es, as des, ges, ces, fes und fis, cis, gis,dis, ais, eis, his.Beide Quintenketten treffen sich in den Tönenas und gis, die aber nicht identisch sind, son-dern einen Schwingungsunterschied, das»pythagorei-sche Komma« (etwa 73:74), auf-weisen.
 Harmonische Oktavteilung
.Ausgangspunkt ist die Oktave, die nach denSchwingungsverhältnissen der Teiltöne geteiltwird, z.B. die Oktave 2:4, geteilt in die Quinte2:3 und die Quarte 3:4. Ebenso lässt sich dieQuinte 2:3 (= 4:6) teilen in die große Terz 4:5und die kleine Terz 5:6, die große Terz 4:5 (=8:10) in den großen Ganzton 8:9 und den klei-nen Ganzton 9:10. Hier eben liegt das Problemder harmonischen Oktavteilung. Der Schwin-gungsunterschied zwischen großem und klei-nem Ganzton, das »syntonische Komma«(80:81) führt beispielsweise dazu, dass dieQuinte c g größer ist als die Quinte d a.Die
gleichschwebend temperierte Stimmung
teilt die Oktave mathematisch in 12 gleicheIntervalle. Damit ist das Komma so gleichmä-ßig verteilt, dass die Spuren von Unreinheitnicht mehr stören. Die zwölfstufige chromati-sche Tonleiter ist eine Materialzusammenstel-
 
lung, die jede beliebige Auswahl erlaubt: Diediatonischen Tongeschlechter mit bestimmtenGanz- und Halbtonschrittfolgen, als Tonartenim Bereich des Tonsystems transponierbar,Ganztonleitern, Bi- und Polytonalität, neuereOrdnungen sowie atonale Bildungen, die keineBeziehungen zu einem Zentralton aufweisen.Die chromatischen Stufenunterschiede aufhe-bend erschloss die elektronische Musik seit den1950er Jahren das ganze Tonhöhenkontinuumvon der oberen bis zur unteren Hörbarkeits-grenze, von der Sinusschwingung bis zumweißen Rauschen.
Chor
(griech. choros = Tanzplatz, Reigen, Tänzer-schar). Wir unterscheiden gleichstimmige(Kinder-, Knaben-, Frauen- oder Männerchor)und gemischte Besetzungen. Der Chor kannein- bis vielstimmig singen; er kann in Teilchö-re gegliedert sein (Mehrchörigkeit).Bei den Griechen war choros die Bezeichnungfür den mit Gesang verbundenen Reigentanz.Die frühchristliche Kirche versteht unter cho-rus den geschulten Sängerchor, der den grego-rianischen Choral singt. Ab 1200 beteiligensich daran auch Laienchöre.Blütezeit des mehrstimmigen a cappella-Chor-gesangs, an der die Schulchöre besonderen An-teil hatten, war das 15. und 16. Jh. In Verbin-dung mit Instrumentalbegleitung erwuchsendem Chor vom 17. Jh. an neue Aufgaben in derOper, im Oratorium, in der Passion und Kanta-te.Im instrumentalen Bereich verwenden wir denBegriff Chor für Gruppen gleicher Instrumente(z.B. Streicherchor) und für beliebig besetztevokal-instrumentale Teilchöre mehrchörigerWerke.Neue Chorformen entstanden im 19. Jh., v.a.auch zur Pflege von Gemeinschaft und Gesel-ligkeit: Männerchöre, Gesangvereine.Die Jugendbewegung brachte zu Beginn des20. Jh. eine Erneuerung des Singens. Sie orien-tierte sich am alten Volkslied und an der vorba-rocken Chormusik und schuf daran anknüpfendeine neue Chormusik (Distler, David u.a.). Dieheutige Chormusik setzt oft die instrumentaleBeweglichkeit und Treffsicherheit von Berufs-sängern voraus und arbeitet mit ungewöhnli-chen, experimentellen vokalen Darstellungs-mitteln, die ihrerseits anregend auf die Schul-und Jugendmusikpflege einwirken.
Kammermusik
Ursprünglich bezeichnete Kammermusik we-niger eine Besetzung, als eine Musik, die nichtin der Kirche, im Theater oder im Freien, son-dern in der (fürstlichen) »Kammer« aufgeführtwurde. Auch Orchestermusik gehörte bis zurMitte des 18. Jh. dazu. Heute verstehen wirunter Kammermusik Instrumentalmusik fürkleinere solistische Besetzungen, die im Ton-satz i. allg. besonders sorgfältig ausgearbeiteteist.Zwischen 1600 und 1750 war die Triosonatedie typische Kammermusikgattung. Sie hattesich aus der vielgliedrigen Kanzone dadurchherausgebildet, dass sie sich auf wenige Ab-schnitte beschränkte und diese zu Sätzen ver-größerte und verselbständigte. Als »Kirchenso-nate« war sie an die Reihenfolgelangsam - schnell (fugiert) - langsam - schnellgebunden, als »Kammersonate« enthielt sieeine suitenartige Folge von Tanzsätzen. Nebender Triosonate entstanden Solosonaten ohneund mit Generalbass oder mit obligatem Kla-vier (Bach).Von der Mitte des 18. Jh. an trat das Streich-quartett an die Stelle der Triosonate.Die klassische Sonatenform setzte sich durch.Sie wurde gegen Ende der Klassik erweitertund gelockert. Instrumente wie Klarinette,Horn u.a. kamen hinzu. Durch die Erweiterungder Besetzung ergaben sich fast orchestraleWirkungen (Septett, Oktett, Nonett).Die Kammermusik des 20. Jh. - vom Streich-quartett bis zur bunt gemischten Besetzung -knüpft formal an der Tradition an (Bartók,Hindemith) oder stößt strukturell in Neulandvor (Schönberg, Webern). Neuerscheinungenvon Werken der Generalbasszeit beleben diehäusliche Kammermusikpflege.
Der Choral
:einstimmiger unbegleiteter Gesang der kathol.Liturgie (greor. Choral), später auch das Kir-chenlied der protestant. Gemeinde
Die Kantate
:
 
ist ein Werk für Gesang mit Instrumentalbe-gleitung, welches in der Regel mehrere Sätze(Rezitative, Arien, Chöre, Instrumentalritornel-le) umfasst.Die italienische Kantate kommt mit der Mono-die auf als Sologesang mit B.c., die die poly-phonen Formen weltlicher Liedkunst wie
 Ma-drigal, Villanella, Canzone
ablöst.
Das Rezitativ
:dramatischer Sprechgesang, eine in Tönen de-klamierte und vom Wort bestimmte Gesangsart(in Oper, Operette, Kantate, Oratorium).[von lateinisch recitare »vortragen«] das, auf freie melodische Gestaltung verzichtender,dem Rhythmus und Tonfall der Sprache ange-passter dramatischer Sprechgesang; er ist in derOper, im Oratorium (Passion), in der Kantateder Träger der Handlung.Das
Recitativo secco
(
Seccorezitativ
, Kurzbe-zeichnung Secco [italienisch »trocken«] ist dernur von einzelnen Akkorden des Klaviers(Cembalos) unterstützte rhythmische freie Pro-sasprechgesang, das
Recitativo accompagnato
 (Accompagnato - italienisch »begleitet«) diemusikalisch und dramatisch stärker ausgebilde-te Form mit Orchesterbegleitung. Das Rezitativentstand mit der Oper Ende des 16. Jh. in Flo-renz (Monodie)
die Monodie:
in der Antike der Gesang eines Einzelnen imGegensatz zu dem eines Chores; seit dem Endedes 16. Jh der akkordisch durch den General-bass begleitete Sologesang im musikdramati-schen Rezitativ und in der Opernarie.
Instrumentale GroßformenDie Suite:
Tanzkomposition (bereits aus dem 13. bzw. 14.Jh. bekannt)Zunächst: 2 Sätze: langsam - schnellim 16. Jh.: 4 Sätze: langsam - schnell - lang-sam - schnellin Frankreich wurden solche Tanzfolgen »
Sui-te
« (= Folge)in Italien »
Partita
« (= ein aus Teilen zusam-mengesetztes Stück) genannt.Dabei war sowohl die thematische Verknüp-fung der Sätze untereinander als auch die An-einanderreihung von beliebten Tänzen unter-schiedlicher Herkunft möglich.Suiten mit Sätzen, die das gleiche Thema imfür bestimmte Tänze charakteristischenRhythmus abwandeln, nennt man »
Variations-suiten
«.Für den anderen Typ der Suite gibt es zunächstunterschiedliche Zusammenstellungen vonTänzen.Im frühen 17. Jh. bildet sich dann eine »Nor-malform« der Suite heraus, die immer die vierSätze enthält:
 Allemande - Courante - Sarabande - Gigue
VOKALFORMEN:
Volkslied und KunstliedRezitativ und Arievokale Mehrstimmigkeit(gregor. Choral; Messe; Requiem; Motette -Madrigalvokale Großformen:(Oper; Oratorium; Passion; Kantate)
Kirchenmusik
Die katholische Kirche unterscheidet je nachihrer Bindung an die Liturgie folgende einan-der nachgeordnete Gattungen (Instructio deMusica sacra et sacra Liturgia, 3.9.1958): Gre-gorianik, a cappella-Musik besonders aus derzweiten Hälfte des 16. Jh., andere Kirchenmu-sik im weiteren Sinn. Gemeinsame Aufgabedieser Gattungen ist der Lobpreis Gottes unddie Erbauung der Gemeinde.Grundlage der protestantischen Kirchenmusikist das Gemeindelied. Den Verkündigungsauf-trag der protestantischen Kirchenmusik erfül-len die Gattungen der Evangelien- und
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