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PV3764364785_MauerwerkA

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04/30/2013

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Inhalt
VorwortTeil 1 Mauerwerk in der Architektur
Rolf RamckeWas ist Mauerwerk?Positionen der GeschichteGestaltungGegenwart und Zukunft des Mauerwerks
Teil 2 • GrundlagenMaterial
Konrad Zilch, Martin SchätzMauersteineNatursteineMauermörtelPutze6
Ausführung von Mauerwerk
Konrad Zilch, Martin Schätz8Mauermörtel auf der BaustelleFeuchteschutz der Mauersteine9 Mauern bei Frost10, Eignungs-und Güteprüfung30 Stoß- und Lagerfugen51 Anschlüsse von QuerwändenSchlitze und Aussparungen54 SichtmauerwerkVerfugung55 FugenteilungAusführung von PlansteinmauerwerkBefestigungstechnik im Mauerwerk55 Rationalisierungsmaßnahmen6364
Bauphysik
144144145145145146146148149150151153153155
160
67 Joachim Achtziger
Verbände
72Konrad Zilch, Martin Schätzmit Christina RadibeckAllgemeines 72Formate und Sonderbauteile 72Maßordnung und Steinformat 76Verbandsregeln 78Mauerverbände 79
Tragwerk
92Konrad Zilch, Martin SchätzTragverhalten von Mauerwerk 92Grundlagen der Bemessung 96Verformung und Rissbildung 105Natursteinmauerwerk 112Bewehrtes Mauerwerk 113Mauerwerk aus Fertigbauteilen 119Mauerwerkbau in Erdbebengebieten 121
Mauerwerkkonstruktionen
122Konrad Zilch, Martin SchätzAußenwände 122Innenwände 129Pfeiler und freistehende Mauern 132Haustrennwände 133Kelleraußenwände 133Natursteinmauerwerk 135Wandöffnungen 137Gewölbe und Kappen 139Einzellasten und Teilflächenpressungen 141Wandanschlüsse 141Wärmeschutz 160Klimabedingter Feuchteschutz 179Schallschutz 186Brandschutz 196Bauphysikalische Kenngrößen 202
Teil 3 • Konstruktionen im Detail
204Günter Pfeifer, Rolf RamckeFlachdach 212Flachgeneigtes Dach 214Geneigtes Dach 215Deckenanschluss 221Öffnungen 222Balkone 228Terrassenanschluss 230Sockel 231Treppen 232Rücksprung 232Eckausbildung 234Freistehende Mauern 234
Teil 4 Gebaute Beispiele im Detail
236Günter PfeiferGebaute Beispiele im DetailÜbersicht Beispiele 1 bis 34 237
Anhang
Normen 384Literatur 385Sachregister 388Namensregister 392Bildnachweis 392
 
Positionen der Geschichtemassive Lehmziegelmauern außen mitgebrannten Ziegeln verkleidete. Auch durchdie Ausbildung des Lehm-Mörtel-Bewurfs, derin weichen Ausrundungen eine Attika bildet,die mit Steinen abgedeckt wird, oder die nachoben spitz ausläuft und dem ablaufendenRegenwasser möglichst wenig Widerstand ent-gegensetzt, wird der Materialverlust verringert.Das bedeutet jedoch ständige Pflege und Auf-merksamkeit. (Abb. 1.1.4)Eine einfache Weise, sich vor Regen zu schüt-zen, ist, unter überhängenden Felsen zubauen, wie es Bauten im Südwesten Nordame-rikas ebenso wie in Afrika, Mali, zeigen.(Abb. 1.1.2)Dass Dächer mit weiten Auskragungen aucheinen Regenschutz für Lehmwände bilden,versteht sich.Ähnliche klimatische Verhältnisse und Baustof-fe führen offenbar seit Jahrtausenden rund umdie Erde zu ähnlichen Architekturformen. Dasdarf allerdings nicht als Kulturregel gelten,denn die städtischen Lehmbauten im Jemensind unter gleichen äußeren Bedingungen völ-lig anders als die zuvor gezeigten in Mali.(Abb. 1.1.3 und 1.1.4)Das Bauen mit Mauerwerk aus Lehmziegeln ist- neben der handgeformten Wulstbauweiseund der Stampflehmtechnik mit Gleitschalung -die seit Anbeginn auf der Erde weitest verbrei-tete Technik. Die Mauerstärken schwankenhierbei zwischen 40-65 cm. Es gibt, wie späterbeschrieben, außer den orthogonalen Ziegelnmit Zirkaregelgrößen von 10x20x40 cm aucheine Reihe anderer muschelartiger oder rau-tenförmiger Ziegelformate, die durch Verklam-merung ihre Standfestigkeit erhöhen. DieLehmziegelbauweise ist für mehrgeschossigeGebäude geeignet, Die geschilderten bautech-nischen Grenzen leiten zu einer Architektur, dieinnerhalb dieser Vorgaben eine erstaunlicheplastische Vielfalt zeigen. Das Material kannmit den Händen geformt und bearbeitet wer-den und lässt die Möglichkeit skulpturalerGestaltung von teilweise großartiger Aus-druckskraft zu.Architektur aus ungebrannten Ziegeln ist in derGeschichte der Hochkulturen - meist unbeach-tet-gebaut worden. Selbst die chinesischeMauer ist in großen Teilen aus Lehm herge-stellt, der noch heute stabil ist. Auch in Zeiten,die wir mit der pharaonischen Monumentalar-chitektur aus Naturstein verbinden, lebten inÄgypten fast alle Menschen in Häusern ausungebrannten Lehmziegeln. Auch Rom hatsich von einer Stadt aus Lehm zu einer Stadtaus Marmor (genauer gesagt Marmorverklei-dung) entwickelt.
1.1.1 Tunnelgang in das Stadion vonOlympia, Griechenland, 300 v.Chr,1.1.2 Pueblo in der Mesa Verde, USA1.1.3 Lehmbauten im Jemen1.1.4 Lehmbauten in Mali
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Mauerwerk in der Architekturgab es schon am Innintempel in Uruk. Dortgrub man hervorragend erhaltene Nischenfigu-ren aus der Zeit um 1400 v. Chr. aus.(Abb. 1.1.7)Die bedeutendsten Bauwerke der sumerischenund babylonischen Kulturen waren riesigeTempeltürme, Zikkurate, die, als Stufenpyrami-den gebaut, an der höchsten Stelle einen Tem-pel trugen, zu dem ein oder mehrere durchlau-fende Treppen führten. Jede größere Stadthatte ihre Zikkurat. Die älteren waren aus unge-brannten Lehmziegeln erbaut und wurden ver-mutlich später mit gebrannten Ziegeln umman-telt. Die bekanntesten sind die Zikkurat von Ur(2300 v. Chr.) (Abb. 1.1.6) und der Turm zuBabel. Er wurde mehrfach zerstört und wiederaufgebaut. Der letzte und größte hatte eineFundamentbreite von 90 m und eine ebensogroße Höhe. Man hat errechnet, dass er aus85 Millionen Ziegeln erbaut wurde. Zur oberstenPlattform, auf der ein zweigeschossiger Tem-pel stand, führte eine gewaltige Treppe. DerTurm stand in einer Tempelanlage am Ufer desEuphrat. Dass alle Teile der Türme hinweisen-de Bedeutung hatten, wissen wir durch Fundebeschrifteter und gebrannter Tonplatten. Eben-so kennen wir dadurch die liturgischen Ritenziemlich genau. Wichtig für die hier auszu-führenden Zusammenhänge ist, dass vor allemder Bau der Zikkurate als kulturstiftende, eini-gende Leistung begonnen wurde. »... lasst unsein Denkmal bauen, damit wir uns nicht überdie ganze Erde zerstreuen.« (1. Mose 11).Die babylonische Kultur zerfiel erst, als die Zik-kurat, die 1800 Jahre lang immer wieder nachZerstörungen aufgebaut wurde, als Zeicheneinigender Kraft des gemeinsamen Bauensihre Wirksamkeit verloren hatte. In der Meta-pher der einigenden Sprache und der babylo-nischen Sprachverwirrung hat sich die europäi-sche Geistesgeschichte immer wieder hiermitbeschäftigt. So schildert Franz Kafka in seiner
Die einigende Kraft des Bauens
Ziegel zu brennen und im Brand farbig zu gla-sieren und mit solchen glasierten Ziegeln Mau-ern zu verkleiden, gelang erstmalig in denstädtisch geprägten Kulturen der Sumerer undBabylonier. Es war eine lange Entwicklung, dierund 3500 v. Chr. begann und deren in ausge-grabenen Teilen noch heute zu bewunderndesGlanzstück das Ischtartor von Babylon ist(Abb. 1.1.5). Es wurde unter Nebukadnezar II.um 600 v.Chr. errichtet. Die Anlage des Ischtar-tors war Prozessionsstraße und Verteidigungs-vorwerk zugleich. Es war mit mehr als fünfhun-dert Tierreliefs an Front und Seiten ausgestat-tet. Sie waren als Ziegelreliefs im Verbandvermauert. Größe, Pracht und Kunstfertigkeitder im Mauerverband einzeln ausgeformtenLöwen, Stiere und Fabelwesen an der Prozes-sionsstraße des Ischtartors zeigen eine meis-terhafte Reliefgestaltung. Solche Ziegelreliefs
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