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Merkel-Rede zum Petersberger Klimadialog

Merkel-Rede zum Petersberger Klimadialog

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Ich begrüße Sie im Namen der Bundesregierung sehr herzlich hier in Berlin. Ich denke, dass dies wieder eine wichtige Sitzung wird, auf der wir darauf hinarbeiten, dass wir auf der Konferenz am Jahresende in unserem Nachbarland, bei unseren Freunden in Polen, zu guten Ergebnissen gelangen. Wenn man jetzt analysiert, wo wir im Frühling des Jahres 2013 stehen, dann muss man ganz ehrlich sagen, dass sich der Pfad zur Eindämmung des Klimawandels als ein komplizierter Weg herausstellt
Ich begrüße Sie im Namen der Bundesregierung sehr herzlich hier in Berlin. Ich denke, dass dies wieder eine wichtige Sitzung wird, auf der wir darauf hinarbeiten, dass wir auf der Konferenz am Jahresende in unserem Nachbarland, bei unseren Freunden in Polen, zu guten Ergebnissen gelangen. Wenn man jetzt analysiert, wo wir im Frühling des Jahres 2013 stehen, dann muss man ganz ehrlich sagen, dass sich der Pfad zur Eindämmung des Klimawandels als ein komplizierter Weg herausstellt

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Published by: alanka9384 on May 07, 2013
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07/15/2013

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Rede von Bundeskanzlerin Merkel anlässlich desPetersberger Klimadialogs IV "Shaping the Future"
Mit Anmerkungen in blau von Dr. Dietmar Ufer
Datum: 06. Mai 2013Ort: BerlinSehr geehrter Herr Minister Korolec,sehr geehrter Herr Minister Altmaier,vor allen Dingen liebe Teilnehmer an diesem Petersberger Dialog, der ganz offensichtlichnicht auf dem Petersberg stattfindet, sondern im flachen Berlin, in der Hauptstadt – aber Siesind ja gestern Abend immerhin auf das Dach des „ewerks“ gegangen, um ein bisschen bergigen Horizont zu genießen –,ich begrüße Sie im Namen der Bundesregierung sehr herzlich hier in Berlin. Ich denke, dassdies wieder eine wichtige Sitzung wird, auf der wir darauf hinarbeiten, dass wir auf der Konferenz am Jahresende in unserem Nachbarland, bei unseren Freunden in Polen, zu gutenErgebnissen gelangen. Wenn man jetzt analysiert, wo wir im Frühling des Jahres 2013 stehen,dann
 
muss man ganz ehrlich sagen, dass sich der Pfad zur Eindämmung des Klimawandels alsein komplizierter Weg herausstellt. Nun, wenn ich mich an meine Zeit als Umweltministerin von 1994 bis 1998 erinnere, dannverwundert mich das nicht wirklich. Denn auch damals war dieser Prozess sehr schwierig.Wir haben das Kyoto-Abkommen abgeschlossen; vorbereitet wurde es damals durch einBerliner Mandat. Wir haben in der Folge gesehen – wenn ich an die Europäische Union denke –, dass einige Fortschritte erzielt wurden. Unsere Verpflichtungen haben wir eingehalten,insbesondere die Bundesrepublik Deutschland
(Dank der Deindustrialisierung Ostdeutschlands! – D. U.)
. Aber die Enttäuschung war eben auch, dass der Kongress in denVereinigten Staaten das Abkommen nicht ratifiziert hat. Insofern haben wir sozusagen Lichtund Schatten erlebt.Dann war am Ende des Jahres 2009, als es um die Frage ging, wie es nach Kyoto weitergehensoll, die Kopenhagener Konferenz mit einer Vielzahl von Erwartungen befrachtet. Wie sichdann herausgestellt hat, war sie letztlich überfrachtet. Für mich gehört die Kopenhagener Konferenz zu den frustrierenden Erfahrungen, wenngleich damals doch noch etwas gelungenist, das sich im Nachhinein als gar nicht so schlecht herausgestellt hat. Wir haben uns nämlich – das wurde ein Jahr später in Cancún noch einmal bestätigt – auf das Zwei-Grad-Zielverständigt.
(Vielleicht sollten wir uns erst mal auf einen sonnigen Sommer 2013verständigen? das ist doch naheliegender und erfreulicher! – D. U.)
Wir haben aber erkannt, dass die mit dem sogenannten „Copenhagen Accord“ eingegangenen freiwilligenVerpflichtungen der einzelnen Mitgliedstaaten in der Summe mitnichten schon eine Erfüllungdes Zwei-Grad-Ziels sicherstellen. Ich habe in Kopenhagen noch gelernt, dass dieVerpflichtung auf das Zwei-Grad-Ziel einfach ist, dass aber die scheinbar einfacheUmrechnung, was denn das nun wirklich in CO
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-Konzentrationen bedeutet, viel komplizierter 
 
ist, als man denkt. Warum ist es das? Es ist so kompliziert, weil man bei dem Zwei-Grad-Zielkein richtiges Basisjahr angeben muss. Mit Beginn der Industrialisierung bleibt manches imVagen. Das heißt, um sagen zu können, was die Begrenzung der Erwärmung auf zwei Gradwirklich bedeutet, haben wir noch eine Aufgabe zu erledigen. Wie viel Reduktion von CO
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-Emissionen bedeutet denn das wirklich?
(Offensichtlich versteht die Physikerin Merkel die Klimamodelle auch nicht! – D. U.)
 Dieser Tisch scheint ja recht unscheinbar zu sein. Aber um ihn herum sitzen Repräsentantenvon Ländern, die rund 80 Prozent der weltweiten CO
2
-Emissionen auf sich vereinen. Dasheißt, Sie und Ihre Regierungen, wir alle, haben es in der Hand, wie wir weiterkommen. Wir wissen spätestens seit Kopenhagen – das hätte man auch schon vorher sehen können –, dasswir, wenn sich alle Industrieländer dazu verpflichten würden, ab morgen kein CO
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mehr auszustoßen, selbst dann das Zwei-Grad-Ziel nicht erreichen könnten.
(Es gab Leute, diedas schon vorher wussten! Ihr damaliger Klimaberater Schellnhuber gehörte nicht dazu... – D. U.)
Auch das ist inzwischen allgemein akzeptiert. Deshalb war es aus meiner Sicht ein ganz wichtiger Schritt, dass es in Durban, in Südafrika, gelungen ist, uns darauf zuverständigen – das konnte ja dann letztes Jahr in Katar noch weiter bearbeitet werden –, dasswir bis 2020 ein für alle verbindliches Abkommen abschließen wollen. Man wollte das Ganzenicht wieder auf die letzte Minute machen. Also hat man gesagt: 2015 soll dieses Abkommenstehen. Unsere französischen Freunde haben dann die Ehre, die Klimakonferenz in Paris zuveranstalten. Wir werden sie unterstützen – genauso, wie wir dieses Jahr unsere polnischen Nachbarn unterstützen werden. Denn wir müssen uns jetzt sehr wohl überlegen, was wir dennEnde 2013, Ende 2014 und Ende 2015 noch alles zu erledigen haben, damit wir das Zielwirklich erreichen können.Dabei stellt sich auch die Frage, für die wir eine überzeugende Antwort brauchen: Was istdenn Gerechtigkeit in der Bekämpfung des Klimawandels?
(Eine „überzeugende Antwort“ brauchen wir erst mal auf die Frage „Was ist ‚Bekämpfung des Klimawandels’“? – D.U.)
Eines ist sicher: Wir, die Vertreter der Industrieländer, haben zwei Verpflichtungen. Auf der einen Seite müssen wir eine substanzielle Reduktion der CO
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-Emissionen erreichen.
(Wir „müssen“ überhaupt nicht! Wozu auch, wenn nicht mal Die Klimakanzlerin dieKlimamodelle versteht? –D. U.)
– Wir sind hier in Deutschland, gemessen am Bezugsjahr 1990, auf einem recht guten Weg. – Auf der anderen Seite geht es um einen technologischenBeitrag der Länder, die nicht schon an den Vorteilen der Industrialisierung partizipierenkonnten. Wir haben also Technologieentwicklung zu betreiben, damit für diese Länder der Zuwachs an Wohlstand, die Bekämpfung des Klimawandels und soziale Belange keineGegensätze sind.Deshalb ist es auch folgerichtig, dass die Europäische Union gesagt hat: Wir bleibenweiterhin Vertragspartner im Rahmen des Kyoto-Protokolls. Aber es ist durchaus ein bisschenfrustrierend, wenn wir sehen, dass das jetzt neben der Europäischen Union nur noch einigewenige Länder sind
(was zeigt: Weltweit wächst die Vernunft! – D. U.)
. Eigentlich hatte ichmir gedacht, dass nach Auslaufen des Kyoto-Protokolls die Zahl der Länder, die verbindlicheVerpflichtungen eingehen, wächst und nicht sinkt. Wenn man nicht darum herum redet, bleibtfestzuhalten: Es ist wichtig, dass Europa sich dazu bekannt hat, weiter Kyoto-Vertragspartner zu bleiben, aber allein werden wir die Veränderung des Klimas auf der Welt sicher nichtaufhalten können.
(Das werden auch alle Länder zusammen nicht können! – D. U.)
Wir Europäer stoßen natürlich auch immer wieder an Grenzen. Wir haben zum Beispiel für uns allein den CO
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-Emissionshandel für den Flugverkehr eingeführt. Das hat uns keineFreunde auf der Welt gebracht. Ich habe unzählige Gespräche außerhalb Europas geführt, indenen ich gefragt worden bin, was denn das nun soll. Ich sage Ihnen ganz offen: Wir hoffen2
 
 jetzt bei der Internationalen Luftfahrtbehörde, dass wir da vorankommen. Wir haben jetzt einMoratorium eingelegt. Aber unsere Vorreiterrolle ist uns weltweit nicht gerade gedanktworden, sondern man hat uns eher als Außenseiter und Spielverderber dargestellt – verbundenmit harten Drohungen, was das Anfliegen von Europa anbelangt. Also heißt dieSchlussfolgerung: Europa muss sich um weltweite Lösungen bemühen. Ganz allein kommenwir auch nicht weiter. Daher arbeiten wir, was den Flugverkehr anbelangt, eben mit der Internationalen Luftfahrtbehörde zusammen.Ich komme noch einmal auf die Gerechtigkeitsfrage zurück. Wir wissen, es geht um dasZwei-Grad-Ziel. Wir wissen irgendwann
(„irgendwann“!!! – D. U.)
auch, wie viele CO
2
-Emissionen das auf ein bestimmtes Jahr bezogen bedeutet. Wir wissen im Grunde, dasslangfristig, wenn wir uns die Weltbevölkerung anschauen, jeder Einwohner dieser Erde etwazwei Tonnen CO
2
emittieren dürfte. Nun sind viele, die das hören, erst einmal sehr aufgeschreckt, wenn man davon spricht. Unser Verbündeter auf dieser Seite ist Indien. Indienhat diesen Ansatz als einen gerechten Ansatz akzeptiert. Aber man muss ehrlich sein: Weder die Europäer noch die Amerikaner noch China sind sehr begeistert davon. Denn sie alle habenschon über zwei Tonnen CO
2
. Und das bedeutet im Grunde, man müsste jetzt schon mit demReduzieren beginnen. Wir Industrieländer akzeptieren das.
(Nein! Wer ist „Wir Industrieländer“? – Die Industrie oder einige Regierungen? – D. U.)
Aber ein Land wieChina sagt: Seht euch einmal bitte an, wie viele Jahrzehnte ihr eure CO
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-Emissionen erhöhthabt; da können wir bei unserem wirtschaftlichen Niveau doch nicht schon jetzt anfangen zureduzieren. – Sie sehen also, vor welch großer Aufgabe wir stehen.In Europa haben wir im Augenblick eine schwierige wirtschaftliche Situation. Unser Bruttoinlandsprodukt in Europa stagniert, zum Teil sinkt es sogar. Das heißt, dass wir aus der Krise der Jahre 2008/2009 noch nicht so herausgekommen sind, dass alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union wieder das Wirtschaftsniveau haben, das sie vor 2008 hatten.Deutschland hat das schon im Jahr 2011 wieder geschafft. Aber auch für uns gab es einenriesigen Wachstumseinbruch von über fünf Prozent im Jahr 2009, den wir dann aber bis 2011kompensiert hatten. Im Augenblick sind aber unsere Wachstumsraten in Europa quasistagnierend. Sie alle kennen die Zahl der Arbeitslosen. Sie alle wissen, wie viele jungeMenschen in Europa arbeitslos sind. Natürlich stellt sich jetzt erst einmal die Frage: Wiekommen wir wieder zu wirtschaftlichem Wachstum, wie können wir die Arbeitslosigkeit bekämpfen, wie können wir die Konsolidierung unserer Staatshaushalte in Gang kriegen?Seit 2009 beschäftigen wir uns eigentlich unablässig mit dem Management der Krise, sei esim Euro-Bereich oder in der Europäischen Union insgesamt. Nun gibt es einen Effekt, den wir so auch nicht vorausgesehen haben, nämlich dass wir durch die sinkenden Wachstumsratenlängst nicht einen Anstieg der CO
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-Emissionen in Europa erlebt haben, wie wir ihn eigentlichvorausgesagt haben.
(Ich kenne viele, sehr viele Menschen, die wussten und wissen,dass verringertes Wirtschaftswachstum zu verminderten CO 
-Emissionen führt! Klimakanzlerinnen müssen das nicht verstehen... – D. U.)
Das ist einerseits gut. Aber dasist andererseits für das, was wir uns als marktwirtschaftliches Instrument gedacht haben,nämlich den CO
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-Zertifikatehandel, nicht gut.
(– weil dadurch die Energiepreise nicht schnell genug gestiegen sind! – D. U.)
Nun ist die Diskussion entbrannt – StichwortBackloading –: Soll man nun die Annahmen, die man gemacht hat, revidieren? Oder soll man,wenn es sich um ein marktwirtschaftliches Instrument handelt, eben die marktwirtschaftlichenKräfte walten lassen, woraus sich dann der Preis ergibt?Ich persönlich sage: Wenn man ein marktwirtschaftliches Instrument hat, bei dem dieAnnahme über die Wachstumsraten eine wesentliche Rolle spielt, und die Wachstumsraten3

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