2
Über dieses Buch:
Seit Henrik Ibsen den Begri »Lebenslüge« geprägt hat, bezeichnetman damit die Illusionen und systematischen Selbst-Täuschungen,die ein psychisches Weiter- und Überleben ermöglichen: Schmerzund Angst werden ausgeblendet und »eingetauscht« gegen Rea-litätsverlust und Realitätsverleugnung.Dieses Buch erklärt, welche Mechanismen bei der Entstehung vonLebenslügen zusammenwirken und welche Formen die Selbst-täuschung annimmt. Es geht auf Familienmythen ebenso ein wie auf die Lebenslügen ganzer Nationen. Dabei macht sich Daniel Golemanpsychoanalytische Erklärungsmodelle ebenso zunutze wie sozial- undexperimental-psychologische und biologische. Und er zeigt, daß einbestimmtes Maß an Realitätsverleugnung sogar Voraussetzung warfür die Evolution der Spezies Mensch. Denn immer die »Wahrheitund nichts als die Wahrheit« zu akzeptieren, wäre so lähmend underschreckend, daß niemand damit leben könnte. Wie bei vielenLebensprozessen gibt es auch zwischen Wahrheit und deren »Filte-rung« und Verleugnung ein optimales Gleichgewicht, das es zu ndengilt. Zuviel Ent-Täuschung ist unerträglich, zuviel Selbsttäuschungendet in der großen Lebenslüge.
Daniel Goleman
ist Wissenschasredakteur der New YorkTimes. Er hat an der Harvard University studiert, wo er auch in Psychologie pro-movierte. Mehrere Jahre arbeitete er alsDozent in Harvard und als Redakteurbei Psychology Today. Goleman ist Trä-ger mehrerer wissenschaspublizisti-scher Preise.
vitzliscan20020524
Leave a Comment