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Die etwas intelligentere Art,Kontra zu geben
 
s kann uns überall passieren. Im Kaufhaus antwortetder Verkäufer hochnäsig auf unsere harmlose Frage,die Arzthelferin wird patzig, weil wir einen früheren Ter-min brauchen. Auf der Familienfeier werden wir von On-kel Alfred gepiesackt. Am Arbeitsplatz provoziert uns derKollege mit seinen blöden Sprüchen. Wir werden mit Wor-ten angegriffen. Da ist die unsachliche Kritik, der blödeSpruch, die dumme Anmache. Natürlich können wir ein-fach zurückpöbeln. In der Regel lässt der Angreifer dasnicht auf sich sitzen und sein Gegenschlag fällt noch härteraus. Dagegen wehren wir uns natürlich. Wie du mir, soich dir. Das Ergebnis können wir uns jeden Tag auf unse-ren Straßen, in Talkshows, auf Familienfeiern ansehen: einSchlagabtausch - hässlich, laut und überflüssig. Am Endegibt es nur Verlierer. Leute mit einem himmelhohenStresspegel, einem zerrütteten Nervenkostüm, schmerz-haften seelischen Wunden und dunklen Rachegelüsten(»Das muss ich mir doch nicht bieten lassen! Wehe, der
 
kommt mir noch mal so! Na, derkann was erleben.«). Noch härtertrifft es die Sprachlosen, die stummbleiben, weil sie nach einer dum-men Bemerkung vollkommen per-
 
plex sind. Erst viel später, wenn alles vorbei ist, fallenihnen die passenden Antworten ein. Und dann sitzen sie
 
E
 
 
da, mit ihrem aufgestauten Ärger und den unausgespro-chenen Retourkutschen. Der große Traum aller Sprachlosenlautet: Einmal richtig schlagfertig sein! Mit einem genialenSpruch den Angreifer in Erstaunen versetzen.
 
Seit ich als Kommunikationstrainerin arbeite, habe ichimmer wieder festgestellt, dass Menschen durch diesedummen Bemerkungen, die kleinen Sticheleien und fiesenSprüche sehr verletzt werden. Kränkungen, die oft jahre-lang nicht vergessen werden. Wie sehr Menschen davongequält werden, merke ich immer wieder in meinen Semi-naren und Trainings. Die Seminarteilnehmer/innen stell-ten dazu häufig dieselben Fragen: Was kann ich tun, wennmein Verhandlungspartner mich persönlich angreift? Wiekann ich mich wehren, wenn mein Chef mich unsachlichkritisiert? Was sage ich, wenn der Kunde mich am Telefonbeleidigt? Wie kann ich mich gegen meine Kollegin weh-ren, die mich mit ihren ständigen Sticheleien provoziert?Genauso zurückschlagen? Oder nichts sagen? Oder gibt esnoch etwas anderes?
 
Ja, es gibt noch etwas anderes. Sie halten die Antwortin den Händen. Ich habe im Laufe der letzen Jahre eineSelbstverteidigung mit Worten entwickelt. Ein verbalesJudo, eine Art Gesprächs-Aikido für alle, die etwas intel-ligenter Kontra geben wollen. Ich habe dafür die Grund-techniken asiatischer Kampfkünste studiert. Besonders be-geistert hat mich das Aikido. Eine Selbstverteidigungs-technik, die nur ein Ziel hat: den Angriff abzuwehren undden Frieden wiederherzustellen. Andre Protin schreibt inseinem Buch
 Aikido:
»Im Aikido gibt es keinen Angriff.
 
 
 
Diese Kriegskunst ist von Grund auf so defensiv und ohne jede Absicht, zu kämpfen, dass sie keine Offensivstrategielehrt... Aikido ersetzt Körperkraft durch Sensibilität, Bruta-lität durch Eleganz.«
 
Dieses Prinzip habe ich auf die Selbstverteidigung mitWorten übertragen. So ist im Laufe der Jahre eine stattlicheAnzahl von sprachlichen Würfen und Griffen entstanden,mit denen Sie sich verteidigen können. Dabei ist keine derKontra-Antworten aus diesem Buch wirklich beleidigendoder entwürdigend. Obwohl einige recht heftig sind, habeich bewusst auf Schläge unterhalb
 
der Gürtellinie verzichtet. Erstens,weil es davon in der Welt genuggibt, und zweitens, weil es mir umeine intelligente Selbstverteidi-gung geht. Das Prinzip lautet: die
 
Attacke abwehren und dem Angreifer ein sachliches Ge-spräch anbieten. Das geht nur, wenn Sie Ihr Gegenüberzuvor nicht beleidigt oder entwürdigt haben.
 
Was aber, wenn der Angreifer sich darauf nicht einlässt,sondern weiter attackiert? Alle Kontra-Antworten aus die-sem Buch lassen sich bei sehr unterschiedlichen Angriffenverwenden und untereinander kombinieren. Wenn derzweisilbige Kommentar nicht ausreicht, kommt das ver-wirrende Sprichwort und anschließend das Kompliment,und danach gibt es mindestens noch vier weitere Möglich-keiten, sich zu wehren. Mit anderen Worten: In diesemBuch stehen so viele Kontra-Antworten, dass Sie sich da-mit stundenlang verteidigen können. Die Teilnehmer/in-
 
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