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Leipziger Denkmal _ Hauptsache, Richard Wagner Verschwindet Im Off - Nachrichten Kultur - Kunst Und Architektur - DIE WELT

Leipziger Denkmal _ Hauptsache, Richard Wagner Verschwindet Im Off - Nachrichten Kultur - Kunst Und Architektur - DIE WELT

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Leipziger Denkmal _ Hauptsache, Richard Wagner Verschwindet Im Off - Nachrichten Kultur - Kunst Und Architektur - DIE WELT

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22.05.13Leipziger Denkmal : Hauptsache, Richard Wagner verschwindet im Off - Nachrichten Kultur - Kunst und Architektur - DIE WELTwww.welt.de/kultur/kunst-und-architektur/article116376640/Hauptsache-Richard-Wagner-verschwindet-im-Off.html?config=print1/4
22. Mai. 2013, 13:43
Diesen Artikel finden Sie online unter 
http://www.welt.de/116376640
21.05.13
Leipziger Denkmal
 Am Mittwoch, Richard Wagners 200. Geburtstag, wird in Leipzig dasWagner-Denkmal von Stephan Balkenhol enthüllt. Obwohl es sehr gelungen ist, wurde es lieblos platziert. Mit voller Absicht.
Von Barbara Möller 
Bekehrt ist er nicht. Mit Wagners Musik hat Stephan Balkenhol
(Link: http://www.stephanbalkenhol.de/?location=artists_details&Id...3...%E2%80%8E)
nach wie vor nichts am Hut.Der "Parsifal", den er gerade in Salzburg erlebt habe, sei ihm doch recht statischvorgekommen, sagt er. Und: "Ich glaube, es war gut, dass ich den nicht vorher gesehen habe."Überhaupt ist möglicherweise alles nur ein Missverständnis gewesen. "Ich habe ja mit Wagner vorher nie etwas zu tun gehabt." Das Stichwort Max Klinger habe bei ihm automatisch die Assoziation Beethoven ausgelöst. "Deshalb habe ich dann viel Beethoven gehört!"Die Wagner-Ferne Balkenhols hat dem Leipziger Wagner-Denkmal gut getan. Da ist keinPathos, keine Devotion, aber auch nichts von der Unverbindlichkeit, die die anderen Entwürfe souninteressant machte. Den schwarzen Basalt-Würfel von Carsten Nicolai oder die Aluminium-Plastik von Bernd Otto Steffen, die man beim besten Willen nur als eine Art abstraktenSkateboarder begreifen konnte. Bedauern kann man im Nachhinein, dass sich Neo Rauch vomWettbewerb zurückzog, weil ihn die Lokalpresse schon wie den sicheren Sieger feierte.Vermutlich wird es das letzte Wagner-Denkmal in Deutschland gewesen. Nicht nur, weil man
Hauptsache, Richard Wagner verschwindet im Off 
 
22.05.13Leipziger Denkmal : Hauptsache, Richard Wagner verschwindet im Off - Nachrichten Kultur - Kunst und Architektur - DIE WELTwww.welt.de/kultur/kunst-und-architektur/article116376640/Hauptsache-Richard-Wagner-verschwindet-im-Off.html?config=print2/4
sich hierzulande ohnehin schwer tut mit dieser speziellen Art der Erinnerungskultur, sondernweil Richard Wagner immer noch reflexhaft Protest bewirkt.
Der OB bekämpfte das Denkmal persönlich
Sogar, wie man gesehen hat, in seiner Geburtsstadt Leipzig, die mit diesem Genie fremdelt undlieber Zugereiste feiert wie Johann Sebastian Bach oder Felix Mendelssohn-Bartholdy. Der Widerstand reichte bis ins Büro des Oberbürgermeisters, der erklärte: "Ich halte diesen Ort für ungeeignet, um Richard Wagner wieder auf den Sockel zu heben." Burkhard Jung istbekennender Bachianer, aber das erklärt eigentlich nicht, warum der ehemalige Lehrer dasWagner-Denkmal so vehement bekämpft hat. Im Gegenteil. Man sollte eigentlich annehmen,dass sich ein Stadtoberhaupt über alles freut, was Gäste in seine Stadt zieht.Jung nicht. Das ist umso erstaunlicher, als der Amtsnachfolger von Wolfgang Tiefensee gar nicht aus Leipzig stammt, sondern erst in den Neunzigerjahren aus dem westfälischen Siegennach Sachsen gekommen ist. Der 55-Jährige ist also nicht persönlich von der SED über den Antisemitismus Wagners und über Hitlers Pläne, in Leipzig ein gigantisches Wagner-Denkmalzu erreichte, aufgeklärt worden. Die Warnungen der Partei vor einer "wahllosen Wagnerei" undvor den "problematischen Spätwerken" und ihrem "allgemeinen Kulturpessimismus" müssenebenfalls an ihm vorbeigegangen sein. Ist es also die Anbiederung bei Leipzigs Anti-Wagnerianern, die den Oberbürgermeister geleitet hat? Oder der Wunsch, politisch um jedenPreis korrekt sein zu wollen? Nach dem Motto: Wagner ist in Leipzig kontaminiert, demerrichten wir hier kein Denkmal? Man weiß es nicht.Tatsache ist: Als man in der Stadtverwaltung begriff, dass der "Wagner Denkmal
(Link: http://www.wagner-denkmal.com/blog)
"-Verein nicht aufgegeben würde, wurde dekretiert, für dasDenkmal müsse der sogenannte Klinger-Sockel von 1913 genutzt werden. Vermutlich bandsich daran die Erwartung, dass jeder zeitgenössische Künstler, der auf sich hielt, angesichtsdieser Vorgabe dankend abwinken würde. Ganz sicher aber stand dahinter die Absicht, dasWagner-Denkmal ins Abseits zu verbannen. In einen kleinen Park, an dem einerseits der Durchgangsverkehr vorbei rauschte, und der andererseits quasi unzugänglich hinter der ehemaligen Stasi-Zentrale lag.
 
22.05.13Leipziger Denkmal : Hauptsache, Richard Wagner verschwindet im Off - Nachrichten Kultur - Kunst und Architektur - DIE WELTwww.welt.de/kultur/kunst-und-architektur/article116376640/Hauptsache-Richard-Wagner-verschwindet-im-Off.html?config=print3/4
Am Brühl durfte das Denkmal nicht stehen
 Am Brühl, da wo Wagner 1813 geboren wurde und wo sich vor dem Museum der BildendenKünste auch ein idealer Standort angeboten hätte, sollte das Wagner-Denkmal jedenfalls nichtstehen. Lieber schaffte Leipzig den Klinger-Kubus wieder herbei, der seit fast neunzig Jahrenam Elsterflutbecken Grünspan ansetzte, und lieber zahlte sie für den Wiederaufbau der in denSiebzigerjahren zugunsten des Stasi-Baus abgerissenen Klinger-Treppe. Hauptsache, Wagner verschwand im Off.Stephan Balkenhol hat sich durch all diese Rankünen nicht abschrecken lassen. Er hoffe, sagter, dass das Denkmal dazu beitragen werde, Wagner "ein bisschen stärker" im Bewusstseinder Leipziger zu verankern. Er hat sich auch nicht durch die abfällige Kritik kränken lassen, er habe eine "Allerweltsfigur" geschaffen. Für ihn, sagt Balkenhol, sei die Debatte mit der Wettbewerbsentscheidung beendet gewesen. "Man kann so einen Streit nicht bis insKünstleratelier weitertragen."Eine Allerweltsfigur ist Balkenhols Wagner nicht. Entspannt, den rechten Arm in der Hüfteangewinkelt, steht der junge Wagner da, den Blick in die Ferne gerichtet, locker, unbekümmert,erwartungsvoll. Lebensgroß ist dieser farbig gefasste Leipziger Wagner, der gerade seine ersteOper geschrieben und dessen Karriere kaum begonnen hat, aber hinter ihm baut sich wie einSchatten eine 4,20 Meter hohe dunkel patinierte Silhouette auf.
Balkenhol schafft, was Klinger und Hipp nicht gelang
Er habe sich gefragt, wie er mit Wagners Pathos umgehen könne, sagt Balkenhol dazu, "undder Ausweg war genau das: die Selbstüberschreitung. Ein kleiner Mensch, der vor seinemgroßen Werk steht, das über ihn hinaus wächst." Und nicht allein das Werk ist über Wagner hinausgewachsen. Die Schatten-Metapher impliziert auf geradezu unvermeidliche Weise auchWagners Antisemitismus und seine Rezeption im Dritten Reich.Nach 1913 und 1933 Der Wagner-Schatten, den Balkenhol geschaffen hat, ist ein ebensoeleganter wie kühner Kunstgriff. Er erinnert an Max Klingers

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