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Europa Maerchen Schneewittchen

Europa Maerchen Schneewittchen

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Published by Octavian Neacsu
Europa und das Märchen von Schneewittchen
Europa und das Märchen von Schneewittchen

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Europa und das Märchen von Schneewittchen
Dr. Radu GolbanUnternehmer; Lehrbeauftragter an der Uni Vest Timisoara, RumänienWohnort: St. Gallen, verheiratet, 1 TochterKontakt:rgolban@bluewin.ch
„Es war einmal mitten im Winter, und die
Schneeflocken fielen wie Federn vom
Himmel herab”, so fängt das Märchen
vom Schneewittchen an. Ebenso mitten imWinter nimmt auch Europa neue Konturenan. Für manche gelten Märchen als über-holt, für andere hingegen freut sich dieMärchentherapie zunehmender Beliebt-heit, weil sie die Projektionen von Wün-schen und Ängsten des Menschen auf-fasst. So betrachtet spricht wenig dage-gen, Grimms psychologisches Märchenvom Schneewittchen durchaus auch zumbesseren Verständnis von Politik als Er-wachsenenmärchen mit Wirklichkeitsbe-zug zu lesen. Es erscheint folglich nahelie-gend die Rolle Deutschlands in Europaauch mit einem deutschen Märchen zuinterpretieren.Was erfahren wir über Schneewittchenaus dem Märchentext? Wir wissen, dassihr Vater der König nach dem Tod der Kö-nigin eine andere Gemahlin nahm, von derberichtet wird, dass sie stolz und übermü-tig sei und es nicht leiden könne, dass siean Schönheit von jemand anderen über-troffen werde. Mit der Gründung des Wil-helminischen Reichs 1872 hatte sich inEuropa auch massiv das politische Kräfte-verhältnis durch die Entstehung und baldi-ge Vormachtstellung Deutschlands ge-wandelt. An der stiefmütterlichen HaltungDeutschlands gegenüber Südosteuropaanlässlich des Berliner Kongresses 1878kann man die ersten Züge der neuen Kö-nigsbraut "Germania" in Europa aliasSchneewittchen erkennen.Auf die immer wieder kehrende Frage derKönigin, wer nun die schönste im ganzenLand sei, muss die Antwort, wonachSchneewittchen die schönsten sei, ihr re-gelrecht zugesetzt haben. Sie befiehlt ei-nem Jäger das junge Mädchen in denWald zu verschleppen und sie dort zu tö-ten. Die Stiefmutter musste beim Befragendes Spiegels nach der schönsten im gan-zen Land erfahren, dass der Jagdauftragnicht erfüllt wurde und Schneewittchenwohlauf sei. Wie sah es in Europa aus?Handelsverträge die mit dem Ziel die In-dustrialisierung dieser Länder zu unter-binden und eine in der Geschichte bei-spiellose drückende Steuerlast und wardie Folge der von Berlin über teure Anlei-hen erkauften Souveränität dieser Staa-ten. Der deutsche Führungsanspruch inEuropa wie er bereits zu Beginn des zwan-zigsten Jahrhunderts vom liberalen deut-schen Urgestein, Friedrich Naumann er-hoben wurde, steht dem Anspruch auf 
Einzigartigkeit der Stiefmutter „Germ
a-
nias“ auf Schönheit mit nichts nach. So
sollte Naumanns Mitteleuropäischer Staa-tenbundimperialismus nur nach Aussenvon souveränen Staaten bestehen, inWirklichkeit jedoch unter deutscher Füh-rung sein. Bald darauf sollte der souveräneWeg der europäischen Staaten nach Ver-sailles, Deutschland so erzürnt haben, dassselbst neunzig Jahre später der deutsche
 
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Bundesfinanzminister, W. Schäuble stief-mütterlich meint, der Erste Weltkrieg ha-be die Souveränität in Europa ad absur-dum geführt. Auch die Königin versuchtmit List und Trug nun im neuen Anlauf alias Drang nach Osten als alte Krämerinverkleidet, durch laute Rufe ihre Waren zu
verkaufen. „Schöne waren feil!“, „Guteschöne Ware“ ruft sie immer wieder
Schneewittchen zu. Unter dem Vorwanddes fairen Handels verkleidet wurde auchin der Zwischenkriegszeit diese Länder inAbhängigkeit von Deutschlands geführt,bot Deutschland im Verrechnungsverkehrnur auf den Papier über den Weltmarktliegende Preise, um damit den Zugang zuRohstoffen und Agrargüter zu erwirken.Dabei bediente sich sowohl Grimms Stief-mutter als auch Germania stets der Listund Tücke, um die europäischen Staatenzu durchdringen. Eindrücklich formulierte
es Dr. Wolff von der Reichsbank: „Unsere
Tendenz geht nun dahin, die europäischenStaaten mit List, Tücke und vielleicht Ge-walt dahin zu bringen, ihre Waren nachDeutschland zu verkaufen und ihre Salden,wenn sie entstehen in Berlin stehen zu
lassen….“ Und wie geht das grimmsche
Märchen weiter? Dann holt die Stiefmut-ter ein buntes Mieder und Schneewittchenmeint die ehrliche Frau hereinlassen zukönnen. Auch Deutschland vertrat öffent-lich stets die Meinung den Staaten Euro-pas faire Preise zu bieten und war darauf bedacht als korrekter und seriöser Partnerwahrgenommen zu werden. So empfahl es
auch die Arbeitsgruppe „Europa“ im
Reichsaussenministerium unter Ribben-trop 1942, Deutschland in Europa stets alssoziales, solidarisches und tolerantes Landzu präsentieren. Die List Wolffs galt freilichnur den internen Dienstanweisungenebenso wie der Absicht der Stiefmutter,Schneewittchen mit dem Mieder zu ersti-cken. Weil die Zwerge das Mieder entzweischnitten wurde Schneewittchen genausogerettet wie die Alliierten Europa befrei-ten und es von den ausgepressten Waren-krediten lösten.Wieder beschliesst die StiefmutterSchneewittchen zu töten nachdem derSpiegel Schneewittchen beim nächstenBefragen als die schönste im ganzen Landnennt. Diesmal versucht die Königin wie-der als ein altes Weib verkleidet Schnee-wittchen mit einem vergifteten Kamm zu
töten. Wieder ruft sie „gute Ware feil! feil!
um Schneewittchen zu täuschen. Wiederahnt Europa nicht, dass hinter der vorder-gründigen Absicht den freien Handeldurch Abbau von Zöllen zu fördern einPlan zur kontinentalen Vormachtstellunglauert. Der Kamm soll diesmal nicht nurdas schöne Haar Schneewittchens käm-men, sondern als deutsche Ordnungspoli-tik Europa nach deutscher Massgabe prä-gen. Das Gift dieser Ordnungspolitik liegtin der systematischen Anfeindung des an-gelsächsischen Liberalismus, betrachtet esim Kämmen durch die staatliche Wirt-schaftslenkung einen deutschen Sonder-weg gegenüber dem freien Treiben derKräfte. Die nach deutscher Ordnung ge-kämmte europäische Wirtschaft ist ebensogeeignet durch den Euro die Wettbe-werbsfähigkeit der Mitgliedsstaaten so zureduzieren und sie zu deindustrialisierenwie der Vierjahresplan Görings für denRest Europas.Nachdem auch der zweite Versuch derKönigin Schneewittchen zu töten geschei-tert war, begibt sich die Königin als Bau-ernfrau verkleidet zu Schneewittchens

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