• Embed Doc
  • Readcast
  • Collections
  • CommentGo Back
Download
 
Am 1. Mai 2009 steht auf den Kundge-bungen des DGB ein Grundrecht im Mit-telpunkt, das in Niedersachsen,Deutschland, Europa und der Welt nachwie vor nicht realisiert ist: Gute Arbeitfür alle bei fairem Lohn. Immer mehrMenschen verdienen trotz Vollzeitar-beit zu wenig für ein menschenwürdi-ges Leben. Auch in Niedersachsenwächst die Zahl der Menschen, die zuNiedrig- oder Hungerlöhnen arbeiten.Das ist riskant, denn allein in Nieders-achsen werden Dumpinglöhne überHartz IV monatlich mit über 35 Millio-nen Euro aufgestockt. Das ist nichtsanderes als die staatliche Subventionie-rung von Billiglohnbranchen.Riskant ist es vor allem für die Betrof-fenen, die trotz harter Vollzeitarbeit stän-dig an der Armutsgrenze leben müssen.Vor allem das Wachgewerbe, das Bäcker-handwerk, aber auch einige Fahrdiensteund Gaststätten sind dafür bekannt, dasssie nicht bereit sind, ihren Beschäftigtenanständige Löhne zu zahlen.Gerade in der aktuellen Krise stehendie deutschen Gewerkschaften für dasPrinzip »Gute Arbeit gegen gutes Geld«.Wer die Krise zur Lohndrückerei miss-braucht, handelt menschenverachtend.Vor den Märkten kommen die Men-schen. Dazu braucht es eine solidarischeOrdnung für Wirtschaft und Gesell-schaft, die Arbeitsplätze erhält undMindestlöhne einführt und sichert.Ohne einen handlungsfähigen Staat,der auch morgen in der Lage ist, seineAufgaben wahrzunehmen, kann es kei-ne soziale Marktwirtschaft geben, diedem Wohle aller Menschen dient undnicht den Reichtum weniger fördert.Arbeit für alle bei fairem Lohn bleibtdas wichtigste gewerkschaftliche Ziel.Wer heute gegen Lohndumping kämpft,stemmt sich gegen die Altersarmut vonmorgen. Davon sind besonders häufigFrauen betroffen. Deshalb ist die Forde-rung »Gleicher Lohn für gleiche Arbeit« soaktuell wie je. Für uns Gewerkschaftenist eines klar: Neben verlässlichen Tarif-verträgen und der Ausweitung des Ent-sendegesetzes auf alle Branchen brauchtdiese Gesellschaft als untere Haltegrenzeden gesetzlichen Mindestlohn von min-destens 7,50 Euro pro Stunde.Die deutschen Gewerkschaften gebenden Betroffenen ein Forum gegen Hun-gerlöhne und verleihen ihrer StimmeGewicht gegenüber der Politik. Am 1. Maiund den anderen 364 Tagen des Jahres.
 Eberhard Brandt ist Vorsitzender der GEW Niedersachsen.
VOR DEN MÄRKTENKOMMEN DIE MENSCHEN
Maikundgebungen des DGB fordern »Arbeit für alle bei fairem Lohn«.
Von Eberhard Brandt 
LIEBE GENOSSINNEN,LIEBE GENOSSEN,
entscheidend ist der 2. Mai, und die Zeitbis zum 30. April. Am Tag der Arbeitzeigen wir Stärke, Entschlossenheit undMut – gemeinsam mit den Gewerk-schaften. Aber dann kommt es darauf an, was unsere Worte wert sind. Mir istnicht bange, dass die Menschen beson-ders uns Sozialdemokraten in denZeiten einer weltweiten Krise vertrauenund dies demnächst mit ihrem Kreuzbei den Europa- und Bundestagswahlenauch dokumentieren. »Arbeit für allebei fairem Lohn« heißt die Losung des1.Mai. Die Gewerkschaften haben sienicht zufällig gewählt, denn Arbeit füralle ist nicht selbstverständlich undfairer Lohn schon lange nicht. Die Kriseverschärft das Problem. Im Momentgilt es, alles für den Erhalt der Jobs zutun – nicht nur, aber auch bei Opel.Wir Sozialdemokraten haben erreicht,das Kurzarbeitergeld zu verlängern.Ohne uns gäbe es die erfolgreiche Ab-wrackprämie nicht. Wir kämpfenweiter für das VW-Gesetz und für einengesetzlichen Mindestlohn. Wennwir dies den Menschen nahe bringen,werden sie uns auch ihre Stimmengeben.EuerGarrelt DuinLandesvorsitzender
vorwärts
NIEDERSACHSEN
MAI 2009 | WWW.SPD-NIEDERSACHSEN.DE
EDITORIAL
»
Wer heute gegenLohndumpingkämpft, stemmtsich gegen dieAltersarmut vonmorgen.
«
Eberhard Brandt
»
Der Erhalt desVW-Gesetzesmuss garantiertwerden.
«
Bernd Lange (S. II)
»
Gleicher Lohn fürgleiche Arbeit.
«
AsF (Seite III)
»
Ein moralischerSozialist.
«
Alfred Kubel zum100. Geburtstag (S. IV)
 
IINIEDERSACHSEN
05/2009
vorwärts
Arbeitszeitrichtlinie – und dafür sorgen,dass marktradikale Vorhaben aufgehal-ten wurden.In Zukunft muss es darum gehen, dieMenschen für Europa wieder mehr zugewinnen. Das gelingt nur, wenn diesoziale Dimension Europas deutlicherwird. Für mich ist ganz klar, dass wir hierin Niedersachsen ein starkes, arbeitneh-merfreundliches Europäisches Parla-ment dazu brauchen:Der soziale Schutz der Arbeitneh-merInnen muss mehr im Vordergrundstehen, die Arbeits- und Lebensbedin-gungen müssen verbessert und die sozi-alen Grundrechte wie Streikrecht undTarifautonomie garantiert werden.Gerade hier in Niedersachsen, nachden Angriffen gegen das niedersächsi-sche Tariftreuegesetz, brauchen wirRegeln, um die Abwärtsspirale bei densozialen Rechten und Löhnen zu stoppen.Vor allem muss in der EU eindeutig klar-gestellt werden, dass das Prinzip »glei-cher Lohn für gleiche Arbeit am gleichenOrt« gilt.Wir brauchen ein europäischesGesellschaftsrecht, dass nicht den Inter-essen kurzfristiger Börsengewinne ent-spricht, sondern auf eine solide unter-nehmerische Perspektive ausgerichtetist. Die Mitbestimmung der Arbeitneh-merInnen muss verankert und ausge-baut werden.Das VW-Gesetz ist ein besondersModell für die Beteiligung der Arbeit-nehmerInnen und zur Sicherung vonStandorten. Der Erhalt des VW-Gesetzesmuss garantiert werden.Wir brauchen einen neuen Ord-nungsrahmen für den Finanzsektor,damit der Kasinokapitalismus gestopptwird.Wir brauchen eine aktive Industrie-politik, die Arbeitsplätze in der für Nie-dersachsen so wichtigen Automobilin-dustrie müssen fit für die Zukunftgemacht werden.Wir brauchen Regeln für und Investi-tionen in Klimaschutz. Dies ist ein wich-tiger Motor für die Modernisierung undSchaffung neuer Arbeitsplätze.Alle müssen Zugang zu einer gutenGrundversorgung haben und deshalbdarf es in den Bereichen Sparkassen,Stadtwerke, ÖPNV sowie Wasserversor-gung keine Zwangsliberalisierunggeben.
■
die Mehrheit, Deregulierung soll alleror-ten greifen. Sozialdemokraten im EPkonnten die Funktion des sozialenGewissens wahrnehmen – etwa bei derDienstleistungsrichtlinie oder dereine Gleichstellung von eingetragenerLebenspartnerschaft und Ehe den durchdas Grundgesetz garantierten Schutzder Ehe nicht in Frage stellt, hat auch dasBundesverfassungsgericht in seinemUrteil vom 1. Juli 2002 klargestellt.Insofern sind die Ergänzung desArtikels 3 Abs. 3 des Grundgesetzesdurch das Merkmal »sexuelle Identität«nur folgerichtig.Vor allem aber sind die Bildungsein-richtungen Erziehungsraum für dieSchülerInnen/StudentInnen. Nicht nurdie sexuelle Aufklärung, sondern auchdie Erziehung zu Respekt und Akzeptanzgegenüber unterschiedlichen sexuellenIndividualitäten gehören zum Bildungs-auftrag von Schulen und Universitäten.Dadurch kann der in jüngster Zeit ver-mehrt auftretenden Homophobie Ein-halt geboten werden.
Impressum
Herausgeber:
SPD Niedersachsen
Verantwortlich:
Michael Rüter
Redaktion:
Lothar Pollähne,Katrin Reich
Anschrift:
Odeonstraße 15/1630159 Hannover
E-Mail:
lopo.vorwaerts@gmx.de
Layout & Satz:
Anette Gilkemail@AnetteGilke.de
Europa wird immer wichtiger, rund 60Prozent aller niedersächsischen Gesetzehaben ihren Ursprung in Brüssel. Die EUwird zur Zeit schlecht regiert: Konservati-ve und marktradikale Positionen habenFür die SPD in Deutschland ist es gesell-schaftlichen Realität, dass Menschensich zu ihrer sexuellen Identität beken-nen. Die Rechtslage von Lesben undSchwulen hat sich in den vergangenenJahren erheblich verbessert. Dennochbesteht weiterhin Ungleichheit gegen-über Heterosexuellen. Gleichgeschlecht-liche Paare müssen mit den gleichenRechten und Pflichten Verantwortungfüreinander übernehmen können, wiees heterosexuellen Paaren mit der Insti-tution der Ehe möglich ist.Durch die unter der rot-grünen Bun-desregierung 2001 in Kraft getreteneeingetragene Lebenspartnerschaft istinsofern ein großer Fortschritt erzieltworden. Gleiche Rechte wie Ehepartne-rInnen haben eingetragene Lebenspart-nerInnen, auf Grund der Blockade vonCDU und CSU jedoch noch nicht. Dass
GEMEINSAM FÜR EINSOZIALES EUROPA
Niedersachsen braucht ein starkes Europäisches Parlament
Von Bernd Lange
FREIHEIT, GERECHTIGKEIT,SOLIDARITÄT UND VIELFALT
Nur mit der SPD ist eine offene und tolerante Gesellschaft möglich
Von Detlef Gerberding
Die drei Plakatmotive zurdesaströsen Bildungspolitikder CDU/FDP-Landesregie-rung.Mehr Infos beim SPD-Landes-verband NiedersachsenTelefon 0511.1674-21228. März 2009: Kleiner Europäischer Gipfel in Petit Couronne (Haut Normandie). Bernd Lange besuchtmir dem SPD-OV Hannover-Ahlem die Europa-Konferenz der nordfranzösischen Sozialisten
 
NIEDERSACHSENIII
05/2009
vorwärts
Die Osnabrücker LandtagsabgeordneteUlla Groskurt , die seit 2005 die ASF Nieder-sachsen führt, wurde auf der Landeskonfe-renz der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemo-kratischer Frauen (ASF) mit 93 Prozenterneut eindrucksvoll in ihrem Amt als Lan-desvorsitzende der ASF bestätigt.Die Gleichstellung der Frauen warHauptthema ihres Berichts auf der Lan-deskonferenz. Als Schwerpunkte zukünf-tiger frauenpolitischen Arbeit nannteGroskurt unter anderem Themen wiegleiches Geld für gleiche Arbeit und eineErhöhung des Frauenanteils in den Chefe-tagen. Auch das Thema Altersarmut beiFrauen und die Verhinderung eines wei-teren Anstiegs sieht Groskurt als kom-mende große politische Aufgabe und Her-ausforderung in der Frauenpolitik.Neben der Beratung von Anträgenwurden weitere Mitglieder in den Lan-desvorstand gewählt. Stellvertreterin-nen von Ulla Groskurt sind Ulla Bergen(Cuxhaven), Brigitte Franke (Hannover)und Annegret Ihbe (Braunschweig). AlsBeisitzerinnen wählte die Versamm-lung Kerstin Hunger, Monika Kreibich,Waltraud Friedemann, Annette vonPogrell, Annika Protze, Conny Stenzel-Rhinow, Frauke Machmeyer-Pühl undSophia Ulferts-Dirksen. Der Schwer-punkt der Anträge lag bei frauenpoliti-schen Eckpunkten für das Bundestags-wahlprogramm.
 
eb.
»
GesellschaftlicheZukunftsaufgabe:Verhinderung vonAltersarmut beiFrauen.
«
GLEICHER LOHN FÜRGLEICHE ARBEIT
AsF-Landeskonferenz berät frauenpolitische Eckpunkte für das Bundeswahlprogramm
of 00

Leave a Comment

You must be to leave a comment.
Submit
Characters: ...
You must be to leave a comment.
Submit
Characters: ...