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Bulgarien
BULGARIEN. EIN REISEBERICHT
 
 Vier Wochen mit dem Rucksack durch das Land am Balkan:Kirchen, Strände, Berge und traditionelle Dörfer - Bulgarien ist weit mehr als billiger Sonnengrill am Schwarzen Meer.
 
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Der Weg ist das Ziel ...
UNTERWEGSVARNA
use, Bahnhof, 4.10 Uhr. Ich komme mir vor wie ineinem schlechten Thriller: Der Bahnsteig ist verlassen.Regen. Orientierungslos irre ich durch spärlich er-leuchtete Gänge in die Richtung, wo ich die Schalter-halle vermute. Um mich herum verfallender Kunst-steinschick der 70er Jahre - Ostblock-Blues.Ich habe kein Geld in Landeswährung und möchte ei-ne Fahrkarte kaufen. Die Halle ist menschenverlassen,fast finster und alle Schalter sind geschlossen. Das er-ste menschliche Wesen nach den Zöllnern ist ein Typ,der meine rumänischen Lei in bulgarische Leva umtau-schen möchte. Als ich etwas nachrechne, merke ich,dass ich die Hälfte meines Gelds verlieren würde.Danke, sehr großzügig. „Der nächste Bankomat ist imZentrum. Das sind 3 km. Ein Taxi kostet rund 3,50Euro.“Es gießt in Strömen. Der dreiviertelstündige Treck insZentrum stellt auch keine wirklich verlockende Alter-native dar. Miesmutig packe ich den Regenschirm ausund überquere den Bahnhofsvorplatz. Ich überprüfealles, was auch nur entfernt nach einem bankomatver-dächtigen Ort aussieht. Und siehe da: Nach 300 m ste-he ich vor einem Geldausgabeautomaten, der auch um5.00 Uhr morgens 150 Leva, rund 75 Euro, ausspuckt.Durch dieses Erfolgserlebnis positiv gestimmt, steheich fünf Minuten später wieder in der Schalterhalle. Jetzt hat auch der Fahrkartenschalter geöffnet. - Die wasserstoffblonde Bahnbeamtin muss wohl aus demgleichen, schlechten Ostblock-Thriller kommen. Bes-ser gefällt mir da schon, dass ihr Computer für 6,20Leva eine Fahrkarte ins 200 km entfernte Varna aus-druckt.
 
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Bulgarien
HÄUSER
Der Zug steht bereits am Bahnsteig und ich mache es mir imklimatisierten Achter-Abteil gemütlich. In vier Stunden rol-len die Waggons durch ein hügeliges Hochland ans SchwarzeMeer. Fast wie in Schottland, nur viel trockener und - wieaus einem Klischee - Sonnenblumenfelder. Die bulgarischeProvinz sieht ähnlich verfallen wie Rumänien aus: In-dustrieruinen, kaputte Plattenblöcke und Wohnhäuser, de-nen es auch nicht viel besser geht.
D
a ich alleine reise, sind die Zimmervermieter am Bahnsteig nicht gerade enthusiastisch. So gehe ich zu einer winzigen Agentur, wo mir eine attraktive Bulgarin mit tiefem Einblick ein Zimmer bei einer Pensionistin vermittelt. Um ihre kargeRente aufzubessern, vermietet sie im Sommer ihr Wohnzim-mer an Touristen. Von den 14 Leva, die ich pro Nacht be-zahlt habe, bekommt sie gerade einmal 7.
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