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Deutsche Bombastus Gesellschaft - Heft 11

Deutsche Bombastus Gesellschaft - Heft 11

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Die Bombastus-Gesellschaft Dresden will Mittler sein zwischen Wissenschaftund Öffentlichkeit, will über Leben, Werk und Bedeutung des Paracelsus informieren. Die Bombastus-Gesellschaft will die Ergebnisse wissenschaftlicher Paracelsus-Forschung so aufbereiten, dass deminteressierten Laien Theophrastus Bombastus von Hohenheim bekannt und vertraut wird wie ein Freund undVorbild in allem Streben und Suchen auf dem Weg durchs Leben und bei der Beantwortung all der dabeiauftretenden Fragen
Die Bombastus-Gesellschaft Dresden will Mittler sein zwischen Wissenschaftund Öffentlichkeit, will über Leben, Werk und Bedeutung des Paracelsus informieren. Die Bombastus-Gesellschaft will die Ergebnisse wissenschaftlicher Paracelsus-Forschung so aufbereiten, dass deminteressierten Laien Theophrastus Bombastus von Hohenheim bekannt und vertraut wird wie ein Freund undVorbild in allem Streben und Suchen auf dem Weg durchs Leben und bei der Beantwortung all der dabeiauftretenden Fragen

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06/15/2013

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MANUSKRIPTETHESENINFORMATIONEN
HERAUSGEGEBENVONDE
D
EUTSCHEN
B
OMBASTUS
-
G
ESELLSCHAFT
Nr. 11 – 1·1997
 
1
EDITORIAL
Wir erinnern uns mit Freude und Dank-barkeit an das I. Dresdner Symposium,das am 28. und 29. September 1996 imFestsaal des Hauses der Kirche stattfand.Die beiden Tage bedeuteten Gewinn inmehrfacher Hinsicht:- geistiger Gewinn aus den Darlegungender Referenten- Knüpfen und Vertiefen persönlicher Kontakte, also der Gewinn an Vertrauenund Freundschaft im gemeinsamen Stre-ben- die Ausbreitung der Gedanken desBombastus Paracelsus in der Öffentlich-keit im Sinne Goethes: »Sich mitzutei-len, ist Natur; Mitgeteiltes aufzuneh-men, wie es gegeben wird, ist Bildung«(Die Wahlverwandtschaften II, 4).Die Resonanz auf das 1. Dresdner Sympo-sium hat die Erwartungen übertroffen unddie Deutsche Bombastus-Gesellschaft anihre Verantwortung gemahnt, den Hohen-heimer nicht ausschließlich im Sinne Leo-pold von Rankes zu sehen, also weder zurichten noch zu belehren, sondern nur darzustellen, »wie es eigentlich gewesen«sei. Das Symposium hat uns im Sinne die-ser Verantwortung vielmehr in der Absichtbestärkt, Menschenbild und Ethik des Pa-racelsus in den Mittelpunkt aller Arbeitam und mit dem Hohenheimer zu stellen.Denn: In der »Großen Wundarznei« be-kennt Bombastus Paracelsus, daß er »ander Heilkunst zutiefst gezweifelt« habe,»sie für eine ›ungewisse Kunst‹ gehalten,(er) habe sie aufgegeben, anderes versucht.Er sei zu ihr zurückgekehrt, denn er habeden Spruch Christi gefunden, die Gesun-den bedürfen keines Arztes, sondern dieKranken« (1). Die Begriffe »Arzt« und»Kranker« beschränkte der Hohenheimer bekanntlich nicht auf den medizinischenBereich. Pirmin Meier weist in seinemneuen Buch (2) überzeugend nach, wieKlaus von Flüe, wie Tauler, Seuse, Mers-win oder Paracelsus mit ihrem Streben alsBrüder im Geiste »in einer neuen Zeit altechristliche Substanz zum Leuchten«brachten, weil den Kalamitäten ihrer Zeitnichts anderes entgegenzusetzen war alsdiese Substanz. Paracelsus sah in Klausvon Flües Leben die Bezeugung der »Herrlichkeit des Schöpfers« in einem»reinen und erhabenen« Menschen (3).Die Kalamitäten der Gegenwart unter-scheiden sich qualitativ kaum von denendes 14. bis 16. Jahrhunderts. Auch wir können nur noch mit der Besinnung auf die »alte christliche Substanz« versuchen,die »Krankheit« und die »Kranken« zuheilen. Die Sehnsucht des Paracelsusnach einem seligen Leben (vita beata) istdie Sehnsucht, nicht dem eigenen, son-dern Gottes Willen zu folgen:
»bittent got unsern vatter, daß er euch behüet vor euermwillen und fürnemben dann aus euerm wil- len ... dann so die erden in seinem willenwandlet so ist sie ein paradies wo aber nit sondern der mensch wandlet in seinem wil- len so ist nichts da als falsch christen und krig teurung pestilenz hunger erdbidem und ie eines wider das ander«
(4). Das Lebendes Menschen ist auf Erden, so Bomba-stus Paracelsus, sein höchstes Gut. Zielmenschlichen Lebens sei zu erfahren,
»deswegen wir beschaffen seindt. das ist: wir seindt darum beschaffen und menschen wor- den und geboren von unsern ältern, dasleben empfangen, daß wir unser leben auf  erden in göttlichen dingen verzehren«
(2.Abt./VII,153).Mit Worten und Wirken hat der Hohen-heimer Spuren hinterlassen, denen zufolgen erstrebenswert, humanistisch imparacelsischen Sinne ist. Wir wissenum die inneren Wandlungen des Paracel-sus zwischen 1530 und seinem Tod; die-ser Wandel aber ist die Stabilisierung sei-nes Standpunktes. Die Aussagen des 1.Dresdner Symposiums werden die Saatfür das nachfolgende sein, denn der Ho-henheimer hat uns mit seiner Ethik eineLehre erteilt:-Ein Leben im »eigen nucz«, auf welcher Ebene auch immer, ist kein Leben.- Wir sind Menschen geworden, um un-
 
2serLeben
»in göttlichen dingen (zu) ver-  zehren«
, also Arzt für unsere Nächstenim Sinne von Matth. 9,12 zu sein.- Der aus dieser Ethik gewonnene Stand-punkt gebiert Würde.Diese Darlegungen mit dem Gedenken anzwei Geburtstage zu beschließen, ist keinZufall.Wir gratulieren zum 70. Geburtstag so-wohl dem Vorsitzenden der DeutschenBombastus-Gesellschaft, Herrn OMR Wolfgang Klinger, wie auch dem Mitglieddes Verwaltungsrates, Herrn Dipl.-Graph.Albrecht Ehnert. Beide haben ihr gesam-tes familiäres wie berufliches Leben unter den Bedingungen eines totalitären Regi-mes verbracht, aber in der Freiheit, dievom »Geist des Herrn« (2. Kor. 3,17) aus-geht, in der Freiheit eines festen Stand-punkts. Beide haben das Ende des Berufs-lebens zur Verwirklichung eines lange Zeitunerfüllbaren Vorhabens genutzt: Bomba-stus Paracelsus von Hohenheim zu ehren.Beide waren mitbeteiligt an der Gründungder Deutschen Bombastus-Gesellschaft im Juni 1991. Wolfgang Klinger wurde zumVorsitzenden gewählt und übt dieseFunktion trotz gesundheitlicher Behinde-rung mit erstaunlicher Haltung aus. Alb-recht Ehnert hat mit seinem Können, hatmit der graphischen Gestaltung des Peri-odikums »Manuskripte – Thesen – Infor-mationen« wie auch mit der Ausstellunganläßlich des 500. Paracelsus-Geburtsta-ges im Dresdner Stadtmuseum dazu bei-getragen, der Deutschen Bombastus-Ge-sellschaft schnell und nachhaltigWertschätzung und Ansehen zu vermit-teln. Wir danken beiden Jubilaren für ihr Wirken innerhalb der Deutschen Bomba-stus-Gesellschaft und für dieselbe. Wir wünschen ihnen Gesundheit und einauch fernerhin gesegnetes Wirken im Fa-milien- und Freundeskreis, wie auch imRahmen der Deutschen Bombastus-Ge-sellschaft, daß ebenso »in einer neuenZeit alte christliche Substanz zum Leuch-ten« gebracht werde.Vorstand und Verwaltungsratder Deutschen Bombastus-Gesellschaft
1
Pörksen, Gunhild 
in: »Manuskripte-Thesen-Infor-mationen« 10/1996, S. 132
Meier, Pirmin:
Ich Bruder Klaus von Flue, Am-mann Verlag Zürich 19973
Meier, Pirmin:
Paracelsus - Arzt und Prophet, Am-mann Verlag Zürich 1993, S.1364
Rudolph, Hartmut 
in: »Manuskripte-Thesen-Infor-mationen« 10/1996, S. 60

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