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Zeitung der FAU-IAA BremenNr.12 - April-Mai 2006
 H a u s  b e s e tz u n g e n  i n B r e m e n  l  i n  k s
In dieser Ausgabe:
PLUS in Spanien entlässt junge Mutter, die ihre Rechtefordert.
FAU beteiligt sich an internationaler Solidaritätskampagne
Fátima Fernández, Arbeiterin der PLUS-Filiale ‚Carretera de Su Eminencia‘ inSevilla (Spanien) und Mitglied unsererSchwesterorganisation CNT-AIT, wurdevon Ihrem Arbeitsplatz entlassen, da siedie ihr als Mutter zustehenden Rechteeingefordert hat. Mit der Forderung nachsofortiger Wiedereinstellung von Fátimahaben dutzende von Syndikaten inSpanien, Deutschland, Österreich und derSchweiz in den letzten Wochenschrittweise damit begonnen, KundInnender Kette PLUS über die dortherrschenden Arbeitsbedingungen zuinformieren. Solange es keine Lösungdes Konfliktes im Sinne der entlassenenKollegin gibt, werden diese Aktionen aufweitere Städte und ggf. auch auf andereLänder, in denen es Märkte derTengelmann-Gruppe gibt, ausgedehntwerden. Dies ist die Art und Weise, wie wirals anarcho-syndikalistische Ge-werkschafterInnen seit jeher auf Angriffegegen eine von uns reagieren.betrug 24 Stunden, verteilt auf dreiverschiedene Schichten morgens,abends und nachts (in Spanien gibt eskeinen Ladenschluss). Sie verdientedabei monatlich ungefähr 500 Euro.Nachdem nun ihre Tochter geborenwurde, bat Fátima die Firma PLUS umfeste tägliche Arbeitszeiten von 12:00 bis16:00 Uhr, um sich um ihr Kind kümmernzu können. Nach wiederholtendiesbezüglichen Anträgen, welche vonPLUS nie beantwortet wurden, zog unsereKollegin im Mai 2005 vor Gericht. PLUSwurde vom Gericht verurteilt, „dieKollegin zu festen täglichen Zeitenzwischen 12:00 und 16:00 Uhr zubeschäftigen, damit ihr ermöglichtwird, sich um ihre Tochter zu kümmernund zwar bis zum 31. März 2010, wenndas Kind 6 Jahre alt sein wird.“Weniger als 48 Stunden nach diesem
Fortsetzung Seite 2 
Fátima arbeitete bereits 5 Jahre bei derFirma PLUS. Ihre Wochenarbeitszeit
1.Mai 2006
30. April„Der Tanz geht weiter“Party in der Buchtstrasse.1. MaiInfotisch auf demBuchtstrassen Fest
Kotzen reicht nicht!
Was seit Monaten in Deutschland mitungeheurer Konsequenz seitens derRegierung und ihrer Arbeitsagenturdurchgeführt wird, ist die gesetzlicheFestschreibung massenhafter Ver-armung und Entrechtung.
Es ist das (nurnotdürftig von den bürgerlichen Medienvertuschte) wirkliche Gesicht desKapitalismus. Die Interessen derUnternehmer sind das A und O, nachdenen sich die Politik der Regierungrichtet. Erwerbslose, Alte, Junge undKranke haben nichts außer Schikanenund Armut von diesem System zuerwarten.
Entrechtet weil du jung bist
Jugendliche Erwerbslose unter 25 Jahrendürfen nach einem in aller Eileverabschiedeten Gesetz nicht mehr selbstüber ihren Wohnsitz bestimmen undZusätzlich wird ihnen die ohnehin schonviel zu geringe Leistung desArbeitslosengeld zwei (ALG II) auf 80%gekürzt, was 275 Euro monatlichausmacht. Von diesem Geld soll gelebtwerden.Dieses Gesetz ist eine Kriegserklärung analle jugendlichen Erwerbslosen. Es ist diegesetzliche Abschaffung derGleichberechtigung. Sie sind nunMenschen zweiter Klasse, die ihrenWohnort nicht mehr selbst bestimmendürfen.Zukunftsplanungen sind nicht möglich.Wer weiß wann die Kündigung kommt?Gewerkschaftliche Betätigung wird extremerschwert. Demokratie ist im Kapitalismuseben nur ein anderes Wort für Entrechtungund hemmungslose Ausbeutung.
Fortsetzung auf Seite 2 
Frankreich: CNT ruft zumGeneralstreik aufSyndikalismus und TheoriePLUS: Solidaritätskampagne fürWiedereinstellungund vieles mehr
müssen bei ihren Eltern wohnen bleiben.Und es kommt noch besser. Nach denneuesten Plänen der Regierung sollen –verschärfter noch als in Frankreich – alleJugendlichen unter 26 Jahren in denersten zwei Jahren einer „Beschäftigung“ jederzeit begründungslos von denUnternehmern gekündigt werden können.Damit wird jede Arbeitsstelle unsicher.
 
Nr.12 - April-Mai 20062
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„Im Kampf wachsen Flügel, mit den Schwierigkeiten mehrt sich die Kraft“ 
Werner Braeuner nachOldenburg verlegt
Der im Jahr 2001 zu 12 Jahren Haftwegen Totschlags an dem Direktordes Verdener Arbeitsamtes verurteilteAktivist der ErwerbslosenbewegungWerner Brauener wurde vor kurzemin die JVA nach Oldenburg verlegt.Auch von dort greift Werner seinenUmständen entsprechend in dieöffentliche Diskussion über „Arbeit“und „Arbeitslosigkeit“ ein undkommentiert die gesellschaftlicheEntwicklung.Gemeinsam mit seinen zahlreichenFreundInnen auf der ganzen Weltkämpft er aus dem Gefängnis herausweiter gegen - seine Worte: -„Dekadenz, Faschismus undSozialdemokratie“ und für die„Verteidigung der Vornehmheit desMenschengeschlechts“. Er fordert diesofortige und ersatzlose Schließungder Arbeitsagentur, dann nur logischein „Garantiertes GesellschaftlichesEinkommen“ und seine sofortige undbedingungslose Freilassung aus derHaft.Post in deutscher, englischer,französischer und italienischerSprache ist ihm allezeit und immerwillkommen. Seine Anschrift ist:Werner BraeunerCloppenburger Str. 40026133 OldenburgEin Brief vom Januar 2006 vonWerner findet sich aufwww.syndikalismus.tk
erfolgreichen Prozeß, kündigte die FirmaPLUS unserer Kollegin zum 20. Oktober 2005.In der Zeitbis zu IhrerEntlassungwurdeFátimadurchPLUSgezwungen,an einervöllig ab-gelegenen,niemalsbenutztenKasse desSupermarktes zu arbeiten, um sievon ihren Kolleginnen zu iso-lieren. Im Sommer zwang dieGeschäftsleitung sie täglich um14:30 Uhr mittags (bis 43 GradCelsius in Sevilla), die riesigenMüllsäcke in mehrere hundertMeter entfernte Container zutragen. Dies bewirkte, daß Fátimaeinen Schwächeanfall bekamund in eine Klinik eingeliefertwurde.Vor Gericht wurde erklärt, daßFátima „unter täglich wechselndenEssenszeiten leidet, sowie unter derUnmöglichkeit die Tochter mitzunehmen oder jemanden, der sich um die Tochterkümmert“ beschrieben. Es wurdefestgestellt „dass die Arbeitszeitenzu denen Fátima gezwungen wird,psychologische Beeinträchtig-ungen sowohl der Mutter als auchdes Kindes mit sich bringenwird“.
Wir fordern von PLUS diesofortige Weiterbeschäftigungvon Fátimazu den vonihr ge-wünschtenund vomGerichtfestgelegtenZeiten.Wir zeigenPLUS, dassein Angriffauf eine vonuns einAngriff aufuns alle ist.Wir protestieren international vor Filialendes Tengelmann-Konzerns bis unsereForderungen erfüllt sind.
Schwierigkeit mit der Tochter zuKinderärzten zu gehen oder mit derihr die Freizeit zu verbringen“ sowie„die unablässige Suche nachsie zu festen Zeiten aus dem Kindergartenabzuholen.“ Ausserdem wurde „die
Sofortige Wiedereinstellung von Fatima
Fortsetzung von Titelseite 
Laufend
aktuelle Informationen
über die Solidaritätskampagne zuFatima finden sich auch im Internet aufder Homepage der FAU.www.fau.org
Fortsetzung von Titelseite „Kotzen reicht nicht“ 
Gleichzeitig wird es Rente erst mit 67 Jahren geben,statt wie bisher mit spätestens 65. Altersarmut fürdie allermeisten ist vorprogrammiert. Und auch dieGesundheitsversorgung liegt schon seit langem imArgen, da sich immer weniger MenschenArztbesuche und Medikamente leisten können. DieZahl der nicht krankenversicherten ist drastischangestiegen. Empfänger des ALG II sind gezwungenin „angemessenem Wohnraum“ zu leben.Zwangsräumungen sind in vielen Städten gang undgäbe. Die Obdachlosigkeit steigt.
Und die Reichen? Das Kapital?
Sie machen steigende Gewinne mit der Ausbeutungund durch die Entrechtung der ArbeiterInnen. Nochnie gab es so viele Millionäre in Deutschland wieheute. Es ist das logische Resultat kapitalistischerAusbeutung. Wenige leben wie die Made im Speck,lassen sich bedienen, Reisen um die Welt, währendMillionen von ArbeiterInnen und Erwerbslosen umihre Existenz kämpfen müssen.Dabei ist dieses Unternehmerpack noch so dreistund jammert über angebliche schlechteWirtschaftsbedingungen und fordert dieVerlängerung der Arbeitszeit. Die, die arbeiten,sollen immer hemmungsloser ausgenutzt werden,und die, welche keine haben, werden aussortiertund in ein gesellschaftliches Schattendasein und inbittere Armut gedrängt. Diese Politik, dieses Systemist barbarisch!
Kotzen reicht nicht!
Die hier geschilderten Zustände sind allen, diegenau hinsehen, gut bekannt. Hartz IV ist eineArmuts- und Disziplinierungsmaßnahme, diegeplante Aufhebung des Kündigungsschutzes derSturmangriff für die hemmungslose Ausbeutung undVerwertung der Menschen durch Kapitalisten.Kotzen reicht nicht. Auch wenn der eine und dieandere sich danach fühlt, der einen Politikerin unddem anderen Unternehmer aus voller Brust insGesicht zu kotzen. Es erleichtert doch nur kurz.Nein. Was uns in diesem Land gelingen muss, istdie Überwindung der Vereinzelung, derGhettoisierung der sozialen Probleme undmenschlichen Existenzen.Das einzige das den Todesfeldzug des Kapitalsgegen „aussortierte“ und „überflüssige“ aufhaltenkann, ist eine soziale Massenbewegung, die ihreFeinde benennt und angreift.
Die Regierung und das Kapital haben nochkeine wirkliche Angst vor uns. Denn derWiderstand hierzulande ist schwach. Beiunseren Nachbarn in Frankreich ist dasanders. Nehmen wir uns ein Beispiel anihnen und kämpfen wir zusammen:Erwerbslose, ArbeiterInnen, ImmigrantInnen,SchülerInnen, StudentInnen, Alte und Junge...
Für eine Gesellschaft mit materiellemWohlstand für Alle und individueller Freiheit.Für eine Gesellschaft der Würde, für denfreiheitlichen Sozialismus !
 
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Nr.12 - April-Mai 2006
Umsonstladen in Verden
Willst du mal nach Klamottenschauen? Fehlt dir was zum lesen,Bücher oder gute Comics? Brauchstdu eine Computermaus oder nochKüchengeschirr?Schau mal vorbei im Umsonstladen imVerdener Kultur- und Jugendzentrum.Dort kannst du an jedemMontagnachmittag schauen, was dirgefällt, und du bekommt es gratis!Der Umsonstladen lebt aber auch vonSpenden, ihr könnt auch etwasabgeben, was ihr nicht mehr braucht.Angesichts immenserSozialkürzungen ist gegenseitige Hilfeangesagt. Hier wird sie praktisch:Umsonstladen Verden im Kultur- undJugendzentrum Verden, LindhooperStraße 7 (2. Etage), 27283 Verden.Vom Bahnhof aus unter den Tunneldurch in Richtung Arbeitsamt;)
Deutschland sucht denSuperstar...auf Schwedisch
Am 12.März viel die Entscheidung. DieZuschauer der schwedischen TV-Show „Der Topkandidat“ wähltenunter den letzten der verbliebenenKandidaten mit 53% der Stimmen den23-jährigen AnarchosyndikalistenPetter Nilsson zum Sieger beiSchwedens „Topkandidat“. Andersals in deutschen Gefilden wurden dieschwedischen Kandidaten übergesellschaftliche Probleme befragtund mussten ihre Sicht der Dinge zuThemen wie Arbeitslosigkeit, Zukunftoder Ökologie darstellen und diesauch in Schulklassen und TV-Interviews. Das abschließendeTelevoting gewann unser GenossePetter, der im „SyndikalistischenJugendverband“ (SUF) aktiv undorganisiert ist. Wir meinen, einschöner Beweis für dieÜberzeugungskraft des Anarcho-Syndikalismus und sein Sexappeal.Von seiner Siegprämie spendetePetter 10.000 Euro an die SUF undeinen anarchistischen Buchladen. Wirgratulieren !
Arbeterklassenkampen hej ! 
Freie Arbeiterinnen und Arbeiter UnionLokalföderation Bremen
Zeitung der FAU-IAALokalföderation Bremen
Redaktionsanschrift:FAU-IAA Lokalföderation BremenPostfach 10 56 74, D-28056 Bremene-mail: fauhb@fau.orgViSdP: M. HilseAuflage: 1000 Ex.Abos können gegen Zusendung derPortokosten eingerichtet werden
Kontakt:FAU-IAA Lokalföderation BremenPostfach 10 56 74D-28056 BremeneMail: fauhb@fau.orgSyndikat der Lohnabhängigen und Erwerbslosenc/o FAU-IAA Lokalföderation BremeneMail: sle-hb@fau.orgwww.fau-bremen.de.vuwww.bremer-aktion.de.vu
Redaktionsschluss: 02.April 2006
Offenes Treffen für alle an Mitarbeit/Mitgliedschaft in derFAU Interessierte: jeden 1. Sonntag im Monat um 19.30Uhr - Naturfreundehaus Buchtstrasse 14/15.
Vorteile für FAU-Mitglieder
Eine Information über unsere Gewerkschaft
Worin unterscheiden wir uns von zentralistischen Gewerkschaften ? 
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Wirorientierenuns an denindividuellenBedingungenundBedürfnissen;auf konkreteSituationenkönnen wiruns schnelleinstellen.
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Bei unskann sich jedesMitglied aktiveinbringenund dieGewerkschaftsarbeit mitbestimmen.
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Unsere Strukturen sind transparent, basis-demokratisch und selbst bestimmt.
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Es gibt keine Führungsgremien, keinehauptamtlichen Funktionäre, keine Bürokratie.
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Die Entscheidungen werden von denMitgliedern in den Ortsgruppen undSyndikaten getroffen. Die föderaleOrganisation bietet Schutz gegenMachtkonzentration und Korruption.
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Wir setzen auf die Mobilisierbarkeit allerMitglieder und direkte Aktionen.
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Die Unterstützung unserer Mitglieder istschnell und direkt - sowohl bundesweit alsauch international.
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Wir pflegen den regelmäßigen Austauschmit Basisgewerkschaften auf internationalerEbene.
Was bieten wir? 
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Zunächstden Aus-tausch überunsereArbeits- undLebensbe-dingungensowie dieVermittlungvon Erfahr-ungen.
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Wir gebenkonkreteHilfestellungbei Konflikten,können Druckmachen,Öffentlichkeitherstellen.
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Mitglieder erhalten jegliche Hilfe imRahmen der Möglichkeiten (z.B. Unterstützungbei Anwaltskosten). Einen Rundumschutzmaterieller Art, wie etwa die Übernahme vonGerichts- und Anwaltskosten oder dieAuszahlung von Streikgeldern, können wir jedoch nicht bieten.
Was erwarten wir? 
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Wir sind eine Gewerkschaft mitgesamtgesellschaftlicher Perspektive.
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Interessierte sollen sich aktiv einbringen,aufgeschlossen sein und die Bereitschaftmitbringen, sich mit unseren Ideen undVorstellungen auseinanderzusetzen.
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Neu-Mitglieder sollten unseren Ideen nahestehen, unsere Statuten und Prinzipienakzeptieren, sich kollegial- solidarischverhalten.
Tretet ein in die Gewerkschaft undmacht sie stark!
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