Auch Bochum war in denletzten Jahren von den erheb-lichen Veränderungen auf demWohnungsmarkt betroffen. Neueinternational agierende Investorenhaben im großen Stil Beständegekauft; ein früher so wichtigerAkteur wie die Eon-Tochter Viterraist hingegen als Vermieter völligverschwunden.Die Genossenschaften und diekommunal verbundene VBWmussten sich auf neue Marktver-hältnisse einstellen, seit die mas-sive Wohnungsnot der 90er-Jahreüberwunden schien und Bochum
unter Bevölkerungsschwund leidet.
Sie haben versucht, bei Beständen,die auf dem Markt angeboten wur-den, zuzugreifen oder zum Zweckeder „Portfoliobereinigung“ auchselber verkauft.Dennoch konnte insgesamt derEindruck entstehen, dass der me-dienträchtige Rummel, der durchdie Großverkäufe der letzten Jahrebundesweit, aber auch im Ruhr-gebiet entstand, vor BochumsStadttoren haltmachte. Zum Teilmag dies an der besonderen Eigen-tümerstruktur in unserer Stadtliegen, denn anders als in vielenNachbarkommunen, spielen dieklassischen Wohnungsunterneh-men mit einem Marktanteil vonschätzungsweise 25 – 30 Prozent
Geleitwort
nur eine relativ unbedeutendeRolle. Private Eigentümer undHausverwaltungen haben eindeutliches Übergewicht.Dass der Bochumer Mietervereinin den letzten 25 Jahren trotzdemalle Hände voll zu tun gehabthat, lag wohl eher an der großenWohnungsnot der 90er-Jahre.Zählten wir Anfang der 80er-Jahrerund 5.000 Mitgliederhaushalte,waren es zur Jahrtausendwende17.500 und aktuell, bei entspann-ter Marktlage und schrumpfenderBevölkerung, sind es immer nochüber 16.000.Aber selbst wenn in Bochumder „große Knall“ immer ausblieb,haben wir eine ganze Reihe größe-rer und kleiner Verkäufe in dieserStadt sehr intensiv begleitet, Mie-terinitiativen unterstützt und eineVielzahl von Mieterversammlun-gen abgehalten.Für uns schien es daher an derZeit, eine Zwischenbilanz zu zie-hen und nachzuhaken, ob sichunsere Befürchtungen hinsichtlichdes Verkaufs von Wohnungsbe-ständen bewahrheitet haben.Unser besonderer Dank giltDr. Sebastian Müller für die wis-senschaftliche Leitung und derBochum-Agenda 21 für die finan-zielle Unterstützung des Projektes.Bochum, im Februar 2009Michael WenzelGeschäftsführer
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