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1 Stammzellen
Stammzellen sind ursprüngliche Zellen mit zwei besonderen Fähigkeiten. DurchTeilung können sie einerseits wieder Stammzellen bilden, andererseits aber auchspezialisierte Zellen, die zu verschiedenen Zelltypen (z.B. Herz-, Muskel- oder Leberzellen) ausreifen. Stammzellen finden sich im Embryo und im erwachsenenKörper, wo sie zur Bildung und Regeneration von Geweben zuständig sind.
1.1 Aufgabe der Stammzellen
Im menschlichen Körper gibt es verschiedene Typen von Stammzellen. Dasbekannteste Beispiel sind die so genannten hämatopoetischen Stammzellen(Blutbildungszellen) im Knochenmark, die sämtliche Zellen des Blutes wie z.B. roteund weiße Blutkörperchen ständig neu bilden. Aber auch in anderen Organen wiez.B. in der Haut und im Darm kommen Stammzellen vor, die laufend absterbendeZellen in diesen Geweben ersetzen und die Wundheilung ermöglichen.Ein Ziel der Stammzellforschung ist es, erkrankte, verletzte oder vorzeitig abgenützteGewebe zu reparieren oder zu ersetzen. Dies soll durch die Transplantation vonStammzellen oder daraus gezüchteten, reiferen Zellen geschehen. Erste Erfolgewurden bereits erzielt. Derzeit wird intensiv daran geforscht, welche FaktorenStammzellen dazu veranlassen, sich in eine bestimmte Richtung zu spezialisieren.
1.2 Medizinischer Nutzen von Stammzellen
1.2.1 Heilen von Krankheiten
Die Fähigkeit der Stammzellen, verschiedene Gewebe und Organe zu bilden, wecktgroße Hoffnungen, in PatientInnen fehlende Zelltypen nachwachsen zu lassen bzw.die benötigten Zellen im Labor vorzuzüchten und dem/r Patienten/in zu implantieren.Beim Menschen werden Blutstammzellen aus Knochenmark oder aus Blut bereits beiKrebspatienten nach Chemo- oder Strahlentherapien sowie zur Behandlung vonLeukämie eingesetzt. Das Knochenmark dafür kann entweder vom Patienten oder der Patientin selbst (vor der Behandlung) oder von einem Spender oder einer Spenderin stammen.
 
Es besteht auch die Hoffnung, verschiedene Krankheiten wie Rheuma, Diabetes,Herzerkrankungen, verschiedene Bluterkrankungen, Parkinson, Alzheimer undMultiple Sklerose durch entsprechende Stammzell-Transplantationen heilen zukönnen. In Tierversuchen ist dies bereits teilweise gelungen. Auch beiVerbrennungen, schlecht heilenden Knochenbrüchen und Rückenmarksverletzungenhofft man, die Erfolge aus Tierversuchen auf den Menschen übertragen zu können.
1.2.2 Pharmazeutische Forschung 
Forscher erhoffen sich, mit Hilfe von Stammzellen die Wirkung von Medikamentenauf verschiedene Zelltypen besser und mit weniger Tierversuchen als bisher erforschen zu können.
1.3 Gewinnungsmöglichkeiten für Stammzellen
1.3.1 Embryonale Stammzellen
Eine befruchtete Eizelle entwickelt sich durch Zellteilung innerhalb von vier bis achtTagen zu einem Embryo von etwa 0,15 Millimeter Größe.Stammzellen aus sehr frühen Stadien des Embryos sind in ihrer Funktion noch inkeiner Weise festgelegt- totipotent. Aus ihnen kann praktisch jeder der rund 200verschiedenen Zelltypen und somit jedes Gewebe des menschlichen Körpershervorgehen. Embryonale Stammzellen werden hauptsächlich aus überzähligenEmbryonen im Zuge künstlicher Befruchtungen oder aus dem Gewebe abgetriebener Föten gewonnen.
Stammzellen durch Therapeutisches Klonen
Der Begriff Klonen bezeichnet allgemein die künstliche Herstellung einer genetischidentischen Kopie eines Lebewesens durch Fortpflanzungstechniken. Beimtherapeutischen Klonen werden aus den Körperzellen von Patienten Embryonengeklont, aus denen sich nach wenigen Tagen Embryonale Stammzellen gewinnenlassen.
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WissenschaftlerInnen hoffen, aus diesen Stammzellen Gewebe für eineTransplantation erzeugen zu können, das vom Patienten/von der Patientin nichtabgestoßen wird.
Probleme und Risiken
Die klinische Anwendung von embryonalen Stammzellen ist in nächster Zukunft nochnicht absehbar, da einige Probleme und Risiken noch nicht geklärt sind. Bei der Transplantation von Zellen, die aus embryonalen Stammzellen kultiviert wurden,besteht die Gefahr der Tumorbildung. Wenn sich unter den transplantierten Zellennoch embryonale Stammzellen befinden, die sich noch nicht in den gewünschtenZelltyp spezialisiert haben, können diese zu einem so genannten Teratomheranwachsen, einem Tumor aus unterschiedlichsten Zelltypen.Ein weiteres Risiko birgt die Tatsache, dass das genetische Material vonembryonalen Stammzellen und daraus gezüchteten Zellen und Gewebe genetischnicht stabil ist. Im Laufe der Zeit könnten sich Mutationen entwickeln, die in der Folgezu Krebs führen könnten.Außerdem besteht die Gefahr, dass Viren über das Kulturmedium in die embryonalenStammzellen gelangen.
1.3.2 Erwachsenen Stammzellen- Adulte Stammzellen
Erwachsenen-Stammzellen findet man im Knochenmark, im Blut und inverschiedenen Organen wie z.B. Knochen, Knorpel, Haut und Darm. Sie sind nichtmehr so flexibel wie embryonale Stammzellen, sondern sie entwickeln sich zu denZelltypen „ihres“ jeweiligen Organs, in dem sie bereits vorspezialisiert wurden-pluripotent.Hier gab es einen Durchbruch in der Forschung:Stammzellen des Knochenmarks – aus denen sich normalerweise Blutzellenentwickeln – wurden so behandelt („umprogrammiert“), dass sich darausNervenzellen entwickelten. Im Tierversuch ist dies bereits auch mit verschiedenenanderen Geweben gelungen. Allerdings sind die Bedingungen und Faktoren, die einsolches Umprogrammieren ermöglichen, derzeit noch nicht geklärt.
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