Die Partei der Regionen ist aber gespalten zwischen dem Lager Janukowytschs und der Gruppierung um den Oligarchen Rinat Achmetow (mit einem Vermögen von 31 Mrd. Dollar der reichste Mensch Europas). Weil sich Janukowytsch für die kommendenPräsidentschaftswahlen gute Chancen ausrechnet, will er im Vorfeld keine Verbindung mitseiner vermutlichen Hauptgegnerin Tymoschenko eingehen.Präsident Juschtschenko dagegen, fordert immer wieder die gleichzeitige Durchführungvon Präsidentschafts- und Parlamentswahlen, um für einen echten politischen Neuanfangzu sorgen. Auf diese Weise sollen möglichst schnell klare politische Verhältnissegeschaffen werden. Nach der geltenden Verfassung sind zeitgleiche Wahlen allerdingsunmöglich und eine schnelle Verfassungsänderung ist unrealistisch.Die Forderungen haben deshalb nur rhetorischen Charakter, um Druck auf Parlament undRegierung auszuüben. Ohnehin ist in der aktuellen Lage sehr fraglich, ob zeitgleichePräsidentschafts- und Parlamentswahlen einen stark legitimierten Präsidenten und einekorrespondierende Mehrheit in der Werchowna Rada (Parlament) hervorbringen könnten.Die zunehmende Fragmentierung der politischen Landschaft der Ukraine macht dies eher unwahrscheinlich.
Streit um den Wahltermin und die Verfassung der Ukraine
Am 1. März beschloss das Parlament, dass die regulären Präsidentschaftswahlen am 25.Oktober 2009 stattfinden sollen. Dieser Beschluss ist rechtlich umstritten und PräsidentJuschtschenko geht bereits gerichtlich dagegen vor, so dass ein Wahltag im Januar 2010als wahrscheinlicher gilt.Der Beschluss der Werchowna Rada kam vermutlich auf Betreiben Tymoschenkoszustande, um einer drohenden Auflösung des Parlaments und der Entlassung der Regierung vorherzukommen. Die ukrainische Verfassung schreibt vor, dass im Zeitraumvon sechs Monaten vor Präsidentschaftswahlen das Parlament nicht mehr durch denamtierenden Präsidenten aufgelöst werden kann.Zudem ist umstritten, ob nach der Neubildung der Regierungskoalition im Dezember 2008die Kandidatur der Premierministerin dem Parlament erneut zur Abstimmung hättevorgeschlagen werden müssen. Ein entsprechender Entscheid des Verfassungsgerichteslässt viel Raum für Auslegungen, weshalb Juschtschenko eine Auflösung des Parlamentsweiterhin in Betracht zieht.
Vor den Wahlen “schnell” ein Zweikammer-Parlament einführen
Am 31. März 2009 machte der Präsident zudem dem Parlament den Vorschlag, noch vor den Präsidentschaftswahlen ein Referendum über einen neuen Verfassungsentwurf durchzuführen. Der am Tag der Rede erstmals vollständig veröffentlichte Entwurf siehtunter anderem die Einführung eines Zweikammersystems vor (wie in der Schweiz mit
Add a Comment