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Demokratie Und Rechtsstaat - Ein Widerspruch

Demokratie Und Rechtsstaat - Ein Widerspruch

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12/02/2013

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Schweizer MonatSchweizer MonatSchweizer MonatSchweizer Monat,,,, Juli 2013Juli 2013Juli 2013Juli 2013
Die brüchige Kette des RechtsstaatsDie brüchige Kette des RechtsstaatsDie brüchige Kette des RechtsstaatsDie brüchige Kette des Rechtsstaats
CCCChhhhristianristianristianristian HoffmannHoffmannHoffmannHoffmann****Es ist eine komische Sache mit dem demokratischen Rechtsstaat. Eigentlich ist er einWiderspruch – ein gewollter sogar. Demokratie bedeutet Herrschaft der Mehrheit. Im 18.und 19. Jahrhundert waren immer mehr Menschen überzeugt, dass Mitbestimmungdurch Mehrheitsentscheid besser ist, als sich wenigen willkürlich Erwählten zuunterwerfen. «No taxation without representation.» Aber vorsichtigen Denkern war auch klar: Für den Beherrschten macht esletztlich keinen Unterschied, ob er von einem Monarchen oder von einerdemokratischen Mehrheit unterdrückt wird. Auch die Mehrheitsherrschaft hat dasPotenzial zur Tyrannei. Vielleicht sogar einer noch schlimmeren, als die Monarchie.Denn gegen einen tyrannischen Monarchen kann man sich eher wehren, als gegen dieerdrückende Macht einer feindseligen Mehrheit.Darum wurde die Idee der Demokratie flugs eingefangen und mit einigen Fesselnversehen: Gewaltenteilung, Föderalismus – und auch Rechtsstaatlichkeit. Diese Fesselnsollten die Willkür der Mehrheit im Zaum halten und die Macht des Staates begrenzen,gerade auch des demokratischen. Der Rechtsstaat stellt dabei den Herrscher unter dieHerrschaft des Rechts. Bricht der Herrscher das Recht, verliert er seine Legitimation. Erhat dann keinen Anspruch auf den Respekt der Beherrschten.Das gilt auch, wenn der Herrscher eine Mehrheit hinter sich weiss – mancheRegierungsakte sind einfach nicht erlaubt. Das Recht steht über der Regierungsmacht.Oder anders gesagt: Der Rechtsstaat trägt einen antidemokratischen Kern in sich.Darum wird in der erzdemokratischen Schweiz die Verfassungsgerichtbarkeit bis heuteabgelehnt.Doch wie wirksam sind die Fesseln der Demokratie in der politischen Realität?Der liberale Philosoph Anthony de Jasay stellte einmal nüchtern fest: „Die Verfassung istwie ein Keuschheitsgürtel, zu dem die Dame selbst den Schlüssel besitzt.“ Mit anderenWorten: Wie kann der Rechtsstaat die Staatsmacht einschränken und kontrollieren,wenn das Recht doch durch die Staatsmacht gesetzt, und auch durchgesetzt wird? Wostehen die Armeen, die die Macht der Regierung kontrollieren?Kann es da verwundern, dass die Politik die lästigen Fesseln des Rechtsstaatsabschüttelt, wenn es einmal eng wird? In den vergangenen Jahren standen dieRegierungen der westlichen Wohlfahrtsstaaten wie nur selten zuvor unter dem Druckübergrosser Schuldenberge. Sie brauchen frisches Geld, sonst ist die Sozialstaatsparty,

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