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Degussa Marktreport 2. August 2013

Degussa Marktreport 2. August 2013

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09/12/2013

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 Das EZB-Anleihekaufprogramm „OMT“
Geht es nach dem Rat der Europäischen Zentralbank (EZB), sollen Anleihenvon strauchelnden Euro-Staaten aufgekauft werden, um die Euro-Krise zubewältigen.Dieses Vorhaben wird in der Fachsprache als „OMT“ (englisch für „OutrightMonetary Transactions“) bezeichnet, und seine mögliche Umsetzung lässt beinicht wenigen Beobachtern die Alarmglocken schrillen.
Pro und Contra OMT-Programm – eine Kurzübersicht
Pro ContraKünstlich niedrige Zinsen unterstützendie KonjunkturKünstlich niedrig gehaltene Zinsenführen zu Kapitalfehlentwicklungenund KrisenKünstlich niedrige Zinsen „kaufen Zeit“,um Reformen auf den Weg zu bringenKünstlich niedrige Zinsen schwächenden Reformeifer und verschlimmerndie ProblemeDie bloße Ankündigung, Anleihen zukaufen, wird ausreichen, die Zinsenniedrig zu haltenOMT wird darauf hinauslaufen, dassdie EZB Anleihen tatsächlich kaufenmussKommt es zu Anleihekäufen, lässt sichdie dadurch verursachte Geldmengen-ausweitung rückgängig machenIst die Geldmenge erst einmal erhöht,lässt sie sich nicht mehr zurückführenund wird letztendlich in InflationmündenOMT ist eine „moderne“ Form derGeldpolitikOMT bereitet den Weg in die Inflati-onspolitikOhne OMT gibt es Zahlungsausfälle beiEuro-Staaten und Euro-BankenZahlungsausfälle sind einer Politik derGeldmengenausweitung und InflationvorzuziehenOhne OMT scheitert der Euro, weilSchuldner zahlungsunfähig werdenTrotz Zahlungsunfähigkeit von Euro-Schuldnern kann der Euro überlebenOMT ist vereinbar mit geltendem Recht OMT ist nicht vereinbar mit geltendemRecht
Das OMT-Programm weckt Inflationssorgen. Denn der Aufkauf von Anleihendurch die EZB würde zu einer Geldmengenausweitung führen: Immer dann,wenn eine Zentralbank etwas kauft, bezahlt sie mit neu geschaffenem Geld.Vordergründig zielt das OMT-Programm darauf ab, die Marktzinsen fürStaatsschuldner künstlich abzusenken. Das entlastet zwar die Schuldner, je-doch schaffen künstlich gedrückte Zinsen neue Probleme.
Einige Folgen
Künstlich niedrig gehaltene Zinsen befördern zum Beispiel die Schuldenwirt-schaft, insbesondere die der Staaten und der Bankenindustrie und lösen (in-flationäre) Spekulationswellen, „Boom-and-Bust“-Zyklen aus.Werden die Zinsen künstlich abgesenkt, verringert sich der Reformdruck aufRegierungen und Banken, ihre Haushaltslage beziehungsweise Bilanzsituationzu verbessern.Es gibt jedoch viele Stimmen, die das OMT-Programm loben, und zwar alsnotwendige und angemessene Politikreaktion der EZB, um den Euro zu „ret-ten“.
USD per Feinunze GoldUSD per Feinunze SilberEURUSD
Quelle: Bloomberg. Tageswerte.
IN DIESER AUSGABESeite 1:
EZB-Anleihekaufprogramm „OMT“
Seite 5:
Wirtschaftspolitischer Kommentar:Die vergebliche Suche nach demstabilen Wert
Seite 7:
Edelmetallmarkt-Bericht: Der Zins-effekt
Seite 12:
Marktdaten
110012001300140015001600170018001900Jan 11Jan 12Jan 1316202428323640444852Jan 11Jan 12Jan 131.201.251.301.351.401.451.50Jan 11Jan 12Jan 13
 Marktreport 
Wirtschaft, Finanzen, Edelmetalle
2. August 2013
 
2 2. August 2013 
Sie verbreiten die Einschätzung, dass es schon ausreichend sein wird, wenn dieEZB lediglich ankündigt, Anleihen zu kaufen, um die Renditen niedrig zu hal-ten.Sie bestreiten, dass es durch Anleihekäufe zu einer Ausweitung der Geldmen-gen kommen wird, die die Inflation in die Höhe treibt, und sehen die volkswirt-schaftlichen Folgen künstlich tief gedrückter Zinsen als akzeptabel an.
Kaufzwang
Ein wichtiger Aspekt wird hier jedoch ausgeblendet: Wenn die EZB die Zinsenkünstlich herabdrückt, das heißt die Zinsen unter das Niveau drückt, das sichandernfalls am freien Markt bilden würde, stellt sich notwendigerweise ein
 An- gebotsüberschuss
auf dem Anleihemarkt ein.Schuldner emittieren noch mehr Anleihen, und Investoren fragen angesichtsdes niedrig gedrückten Zinsens weniger Anleihen nach. Die
Nachfragelücke
, dieso entsteht, muss die EZB schließen: Sie muss Anleihen kaufen und mit neu ge-schaffenem Geld bezahlen.Das dabei neu geschaffene Geld lässt sich nicht ohne Weiteres wieder „einfan-gen“. Einmal durch Anleihekäufe in Umlauf gebracht, steht es für Ausgabe-zwecke zur Verfügung und wird früher oder später preiswirksam.Auch würde die EZB zum Gläubiger der Staaten, und damit begibt sie sich ge-radewegs in die politische Abhängigkeit: Die EZB wird genötigt sein, ihre Kre-ditkunden zahlungsfähig zu halten.Um Zahlungsausfälle zu verhindern, wird sie die Staaten mit jeder nachgefrag-ten Geldmenge versorgen – sie wird also die Geldmenge immer weiter ausdeh-nen (müssen), was sich früher oder später in Inflation entlädt.
Politische Fallstricke
Es sind nämlich ernste Zweifel anzumelden, ob denn eine begrenzte und „re-gelgebundene“ Handhabung des OMT-Programms tatsächlich möglich bzw.politisch überhaupt gewollt ist.So ließ zum Beispiel der ehemalige EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark verlauten:„Der Druck wird enorm werden, das Instrument auch in Frankreich einzuset-zen. Und zwar ohne, dass sich das Land unter den Rettungsschirm begebenmuss.“
1
 Mit Blick auf das OMT-Programm könnten in der Tat immer mehr Regierungengeneigt sein, ihre Anleihen von der EZB aufkaufen zu lassen, anstatt politischunliebsame Reformen im eigenen Land voranzutreiben.Die wachsenden politischen Begehrlichkeiten würden die EZB absehbar verein-nahmen, die Staatshaushalte durch Anwerfen der elektronischen Notenpressezu finanzieren.Im Grunde ebnet das OMT-Programm den Weg zurück in die geldpolitischenVerhältnisse der frühen 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Die meistenZentralbanken unterstanden damals dem Finanzminister.
1
 
, Handelsblatt Online, 25. Juli2013 (eingesehen am 30. Juli 2013).
„Überziehungs- oder andere Kre-ditfazilitäten bei der EuropäischenZentralbank oder den Zentralban-ken der Mitgliedstaaten … für Organe, Einrichtungen oder sons-tige Stellen der Union, Zentralre-gierungen, regionale oder lokaleGebietskörperschaften oder ande-re öffentlich-rechtliche Körper-schaften, sonstige Einrichtungendes öffentlichen Rechts oder öf-fentliche Unternehmen der Mit-gliedstaaten sind ebenso verbotenwie der unmittelbare Erwerb vonSchuldtiteln von diesen durch dieEuropäische Zentralbank oder dienationalen Zentralbanken.“
Artikel 123 AEUV (1): Verbot der Haus-haltsfinanzierung mittels Notenpresse.
„Wenn der Verbleib einzelner Länder inder Währungsunion nicht als über jedenZweifel erhaben gelten kann, ist das Auf-treten von Reversibilitätsprämien an sichkeine Begründung für unbegrenzte geld-politische Eingriffe zur Eliminierung dieserPrämien.“ (S. 9)„Im Ergebnis würden Verluste aus Staats-anleihekäufen des Eurosystems somit dielangfristige Tragfähigkeit der Staatsfinan-zen ebenso belasten wie Verluste derEFSF oder des ESM und entsprechendden finanziellen Handlungsspielraum desBundes einschränken.“ (S. 29)
Entnommen jeweils: Deutsche Bundesbank,Stellungnahme gegenüber dem Bundesverfas-sungsgericht, 21. Dezember 2012.
 
3 2. August 2013 
Sie wurden genutzt, um Wiederwahlen durch Geldmengenvermehrung zu fi-nanzieren. Die Folgen ließen nicht lange auf sich warten: Die Inflation stiegstark an.Der Geldwertschwund war mit hohen wirtschaftlichen Kosten verbunden. Vorallem trieb sie die Arbeitslosigkeit in die Höhe. Die Inflation sorgte also nicht fürweniger Arbeitslosigkeit, wie keynesianisch gesinnte Ökonomen versprochenhatten, sondern für mehr Arbeitslosigkeit.Erst gegen Anfang der 80er Jahre setzte ein Umdenken ein. Es setzte sich dieIdee durch, Zentralbanken politisch unabhängig zu machen, sie dem Zugriff derauf Wiederwahl schielenden Regierungen zu entziehen.Die Entscheidung zeigte in gewissem Sinne Erfolg: Die Inflation (gemessen an-hand der Konsumentenpreise) ging weltweit zurück. Doch das Handeln derZentralbanken sorgte für neue, nicht minder schwere Probleme.
Geldmengenvermehrung
Das unablässige Ausweiten der Kredit- und Geldmengen zu niedrigen Zinsenführte zu Spekulationsblasen, „Boom-and-Bust“-Zyklen, vor allem aber zu einerimmer weiter anwachsenden Verschuldung der Volkswirtschaften.Insbesondere Staaten und Banken türmten eine hohe Verschuldung auf. Mitt-lerweile ist die Verschuldungspyramide ins Wanken gekommen – und nur dasGeldmengenausweiten der Zentralbanken bewahrt sie vor dem Einsturz.Doch in der Fachwelt spricht man jetzt nicht etwa von Geldmengenvermehren,sondern verwendet vielmehr vernebelnde Begriffe – wie etwa im Euroraum denBegriff OMT-Programm.Die besondere Gefahr liegt darin, dass die Folgeabschätzung des OMT-Programms unzureichend bleibt. Das Programm verspricht, „überhöhte“ Zinsenabzusenken, und dieses Ziel findet Zustimmung in der Öffentlichkeit.Dem OMT-Programm lässt sich jedoch nicht ansehen, dass es zu einer Geld-mengenvermehrung führen wird, die letztlich einer Inflationspolitik Tür und Toröffnet. Weil diese Konsequenz vielfach nicht erkannt oder verschwiegen wird,wird auch der politische Widerstand gegen das Programm geschwächt.Es besteht daher die Aussicht, dass die EZB letztlich doch einen Freifahrtscheinerhält für eine Geldpolitik, die Gutes verspricht, aber schlechte Ergebnissebringt.Schon Ludwig Erhard wusste darum. Er schrieb: „Die Inflation kommt nichtüber uns als ein Fluch oder als ein tragisches Geschick; sie wird immer durcheine leichtfertige oder sogar
verbrecherische Politik hervorgerufen
.“*
*Ludwig Erhard (2009 [1957]), Wohlstand für Alle,S. 298 (kursiv im Original).
Hohe Inflation brachte hohe Ar-beitslosigkeit
USA: Inflation der Konsumentenpreise(%) und Arbeitslosenquote (%)
Quelle: Thomson Financial.
In den Vereinigten Staaten von Ameri-ka (und auch anderswo) stiegt die In-flation Anfang der 70er Jahre des ver-gangenen Jahrhunderts stark an. Undmit ihr stieg auch die Arbeitslosigkeitstark an. Das war etwas, was vielekeynesianisch gesinnte Ökonomennicht erwartet hatten. Denn sie emp-fahlen mehr Inflation, um die Wirt-schaft zu beleben und neue Arbeits-plätze zu schaffen.Erst Anfang der 80er Jahre schwenktedie amerikanische Notenbank auf eineweniger inflationäre Politik um. Nach-folgend sank zwar die Inflation, aller-dings blieb die Arbeitslosigkeit auf er-höhtem Niveau. Ein Grund war, dassdie Wirtschaft in den Jahren der Infla-tion gelitten hatte. Die produktivenKräfte waren geschwächt, und daszeigte sich auch in der chronisch ho-hen Arbeitslosigkeit.Diese Episode illustriert anschaulich,wie schädlich Inflation ist. Sie schmä-lert nicht nur den Geldwert, sie führtvor allem auch durch die von ihr be-wirkten Fehllenkungen zu einer „Kapi-talaufzehrung“ in der Volkswirtschaft,die nur langsam wieder wettgemachtwerden kann.
024681012-2024681012141650545862667074788286Inflation (LS)Arbeitslosenquote (RS)

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