38 JUNI 2009
SZENE
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STUTTGART
Roter Jockstrapund voller Terminkalender
Martin Keller ist Mr. Leather BaWü 2009
gab-Magazin:
Wie fühlt man sich als frisch-gebackener Mr. Leather Baden-Württemberg?
Martin Keller:
Direkt nach der Wahl habeich gedacht: Was kommt jetzt bloß alles auf mich zu? Ich habe mich aber natürlich auchsehr gefreut, als mein Name als Sieger ver-kündet wurde. Ich bin nämlich körperbehin-dert und habe trotzdem die Wahl gewonnen.
gab-Magazin:
Inwiefern spielt das bei dirals Mr. Leather eine Rolle?
Martin Keller:
Ich werde versuchen, in mei-ner Amtszeit das Rad weiterzudrehen undauch behinderten Menschen Mut zu machen.Ich will ihnen zeigen, dass auch sie Men-schen sind, die zum Leben ganz normal dazugehören.
gab-Magazin:
War das auch eine Motivationzu kandidieren?
Martin Keller:
Ich bin von anderen Mitglie-dern des Lederclubs Stuttgart angesprochenworden, ob ich da nicht mitmachen will. Diehaben mir ein bisschen Mut zugeredet, ander Wahl auch als behinderter Mensch teil-zunehmen. Das habe ich dann einfach ge-macht - erst eine Woche vor der Wahl habeich mich aufstellen lassen!
gab-Magazin:
Was sind die Aufgaben einesMr. Leather? Hältst du jetzt jeden Tag Hof?
Martin Keller:
Ich werde verschiedene Ver-anstaltungen besuchen, bei denen meine Per-son erwünscht ist. Ich repräsentiere also vorallem. Stuttgart, Berlin, Köln und andereTreffen muss ich jetzt alle in meinen Kalen-der eintragen und als wichtig notieren.
gab-Magazin:
Die Wahl zum Mr. LeatherDeutschland hast du aber schon verpasst, diehat an Ostern stattgefunden.
Martin Keller:
Ich kann einfach nächstes Jahr an der Wahl teilnehmen.
gab-Magazin:
Außerdem kannst du in Chi-cago als International Mr. Leather 2009 kan-didieren.
Martin Keller:
Leider klappt das nicht, weilich wegen meiner Krankheit leider nichtmehr fliegen darf.
gab-Magazin:
Wie läuft denn so eine Wahl ab?
Welche Qualitäten muss man mitbringen?
Martin Keller:
Die Entscheidung in Stuttgartfand in drei Runden statt. Die erste Rundewar eine Fragerunde mit ganz skurrilenFragen, auf die man keine genaue Antwortwissen konnte. Immerhin vier von siebenAntworten hatte ich richtig. In der zweitenRunde sollte man sich im Leder-Outfit auf dem Laufsteg präsentieren, in der dritten
Runde musste man in seinen Lieblings-
Fetisch-Klamotten auftreten.
gab-Magazin:
Was sind denn deine Lieb-lings-Fetisch-Klamotten?
Martin Keller:
Das sind meine Lederchaps,ein roter Jockstrap, Lederstiefel und natür-lich auch ein rotes Halstuch.
gab-Magazin:
Im letzten Jahr gab es inMannheim nur einen Kandidaten, deshalbhat die Wahl dieses Jahr gemeinsam mitStuttgart stattgefunden. Woran liegt es, dasssich so wenige Kandidaten melden?
Martin Keller:
Den Mr. Leather Baden-Württemberg gibt es ja erst seit fünf odersechs Jahren. Wenn man berufstätig ist, istder Titel eine ziemlich starke Zusatzbelas-tung. Man muss permanent irgendwo ande-res sein, man ist selten daheim. Ein Rumrei-sen von Stadt zu Stadt. Ich denke schon, dass
es recht anstrengend wird, aber es wirdsicherlich auch recht nett, viele neue
Menschen kennen zu lernen. (cd)
F o t o s : R o n a l d W e n d e / L C S t u t t g a r t
Die vier Kandidaten:Martin, Michael, André und Salvatore (mitte)Der Sieger:Mr Gay Leather BaWü 2009Martin Keller
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