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Die alten Thraker

Die alten Thraker

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Published by George
Die alten Thraker.
Eine ethnologische U n t e r s u c h u n g
Wilhelm Tomaschek,

Die alten Thraker.
Eine ethnologische U n t e r s u c h u n g
Wilhelm Tomaschek,

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08/01/2013

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original

 
Die
alten
Thraker.
Eine
ethnologische Untersuchung
Wilhelm. Tomaschek,
corresp. Mitgliede der
kais.
Akademie
der Wissenschaften.
Printed
in W-Germany
by
Proff
&
Co.
KG,
Bad Honnef
a.
Rhein
ISBN
3-7648-0692-3
I.
Uebersleht
der
Stämme.
Vom
Pyrenäenwall
bis zur
Indusbeuge
zieht
sich ein
Berggürteldahin,
welchen die
geologischen
und
tektonischen
Verhältnisse,
sowie
der mediterrane
Charakter
der Vegetation
zu
einer Einheitgestalten;
nordwärts
breitensichniedrige
Massengebirge, waldige und
sumpfige
Flächen,
endlich
Steppen
aus;
gegen Süden
lehnt
sich an das Mittelmeer eine Reihe
regenarmer Wüstenstriche an,
undnur
das
Nildelta,diesyrische
Küste und
Mesopotamienbieten
alle
Vorbedingungen
zur
Ent-
wickelung einer
höheren Cultur.
Zwischen diesen weiten
Räumen,
worin
Gleichförmigkeit
herrscht,
erhebt
sich
jenereurasische
Berggürtel,
welcher
eigenartige Entwickelung,
Mannigfaltigkeit
und
Abgeschlossenheitbefördert
dies
gilt
auch in
ethnischer Hinsicht.
Im
Gegensatz
zum
Wüstengürtel,
welchen
die
aus
einem
Urstockentsprungene
hamitische undsemitische Völkerwelt innehatte,
und
zur
Nordseite, entlang
welcher
sich
einerseitsIndogermanen, anderseitsgleichartige
Mongoloïden
gelagert
hatten, bildete
der
Berg-
und
Hochlands-
gürtel
das
Erbe
einer langenReihe vonUrvölkern, die zwar
in
leiblicher
Hinsicht durch
die Eigenschaften
der .kaukasischen'
Rasse
zu
einemGanzenverknüpftwaren,
in
der
Sprechweisejedoch
die
erstaunlichste
Mannigfaltigkeit aufwiesen
und
in
eine
grosse
Zahl
von
isolirten
Gruppen
zerfielen, denen Nichtsgemeinsam
war
als
höchstens
der
Charakter flexivischer
Com-
plicirtheit.
Sitzungsber.
d.
phil.-hist. Cl.
CXXVIII.
Bd.
4.
Abh.
l
 
2
IV. Abhandlung:
Tomaschelc.
Dieserlanggestreckte Völkergürtel
-ward
zu
verschiedenenZeiten
durch
die
Wanderungen
der
Nordvölker durchbrochenund
bis
auf
spärliche Bruchtheile
zertrümmert:
in
der
Gegenwart
besitzen
nur
noch
die
Pyrenäen
im
äussersten
Westen, der
hohe
Zug
des
Kaukasus
in
der
Mitte,
und
das
versteckteHochthai
von
Hunza-Nagir an
der
Grenze
der
monosyllabischen Sprach-
welt,
die
letzten
schwachen
Ueberreste
jener
Völkerreihe;
die
drei
südlichen
Halbinseln
Europa's,
ferner
Kleinasien
sammt
dem
armenischen
Hochlande,
der
Alburz
und
Zagros,
der
Hin-
dukusch und
das
Pamirplateau,
haben durchweg
nordischeVolksthümer
erhalten.
Ja,
bereits
an
der
Schwelle
der
ge-
schichtlichen
Zeit,
haben
die
Arier,
das
östlichste
Glied
der
voreinst
eine
zusammenhängende
und
geschlossene
Masse
dar-
stellenden
Indogermanen,
den
eurasischen
Bergzug
überschritten
und
an
der
Seite
der
allophylen
Südvölker
eineneue
Heimathgefunden,
welche
viele
Jahrhunderte
später
wiederum
von
mongolo'idischen
Nordvölkern ständig bedroht
werden
sollte.
Ausser
Hellas,
dem
Sitzelelegischer
und
vom
Orient
be-
einflusster
pelasgischer
Völker,
finden wir
namentlich Kleinasien
von
einer dichtgeschlossenen
fremdartigen
Völkermasse
besetzt.
Wie
im
Kaukasus,
so
gab
es
hier
zahlreichemehroderminderroheoder
durch
die
Cultur
Mesopotamiens
und Aegyptens
be-
einflusste
Bergstämme, welchesich untereinander
bekämpfen
und
verschieben
mochten,
in
die
Geschicke
derNachbarländerjedoch
seltendauernd
eingriffen;
wenn
sie
sich
ausnahmsweise
zu
grossen
Unternehmungen
einigten,
so
geschah dies
gegen
yrien,
 Cypern
und
das
reiche
Nildelta,nicht
gegen
das europäische
Nordland,
die
Heimath
physisch
überlegener
Völker,
deren
Rollestets
eine
active
war. Die
prähistorische
und
linguistische
Forschunghat
die
Bedeutung
Europa's,
als
einer
Heimstätte
urkräftigerVölker, dargethan;
mögen
sich
auch
zur
Bildung
der
Indo-germanen
oder,
wie man sie
jetzt
nennen
will,
der
Ario-Teuten,verschiedene Rassentypen aus
d
und
Ost
zusammengefundenhaben
die
Sprachen
selbst
weisen mit
Entschiedenheit
auf
einen europäischen
Ursprung.
Hatte
aber
einmal
ein
nordisches
Volk den
Weg
in
dieallophyle
kleinasiatische
Region
gefunden,
so
blieb
es
daselbst
und
ward
allmälig
der Kraft
verlustig,
Rückstösse
in die
alte
Heimath auszuüben.
Wanderzüge
ausEuropa über
denBosporusoder
über
den
kaspischenUfersaum
 
Die
alten
Thraker.
I.
nach
Iran
werden
uns
stets
naturgemässer
erscheinen müssen,
als
solche
in
umgekehrter
Richtung.
Die
späteren Invasionen
der
arabischen Glaubenskämpfer
bilden
eine,
aus
demZu-
sammentreffen
überaus günstiger Zustände
erklärliche
Aus-
nahme;und,
was
die
Türken
betrifft, so
gehören
diese zu
den
nordischen
Völkern,
und
ihreWanderung
wird
durch
fort-
laufende Sporaden
türkischer
Stämme
bis
zum
Altai bezeichnet,
während
solche
Spuren
für
dieangebliche
Auswanderung von
Indogermanen aus
dem
Süden gänzlichfehlen. Ein
im
kili-
kischen
Antitaurus
gesprochener neugriechischer
Mischdialekt
soll
angeblich
uralte
indogermanische Sprachreyte
enthalten;
die
betreffenden
Wörter
sind
aber
aus
den
Nachbarsprachen
ent-
lehnt
und
der
Rest
gar
nicht indogermanisch,
wie
beispielsweisedie
Zahlwörterlingir
6,
tatli
7,
matli
8,
danjar
oder
tsankar
9
offenbare
üeberbleibsel deruralten
kappadokischen
Sprech-
weise!Aber
die
Armenier
und Phrygen
sollen
aus
dem Osten
gekommen
sein
und in
Kleinasien
zurückgebliebene Reste der
indogermanischen
Wander
Völker
darstellen!
Sehenwir
jedochgenauer
zu,
so
ergibt
sich
uns
gerade
das
Gegentheil.
Wenn
die
armenische Nation zu
der
indogermanischen Familie
ge-
rechnetwird,
so
geschieht
dies auf
Grund
ihrer
Sprache,
welche
namentlich
in
der
verbalen
Flexion
wichtige
indo-
germanische
Erbgüter,
wie
das
Augment
und
den
Aorist,
be-
wahrt
hat;
auch
im
Wortvorrath
findet
sich
trotz
starker
Ueberwucherung
durch
fremde
Elemente
ein
stattlicher Procent-
satz
alten
Gutes.
ImGanzen
jedoch
gehört
das Armenische
zu
den
stärker
entarteten
Schwestern
der
Familie;
das
Laut-
system zeigt
eine
merkwürdige
Mischung
mitgebrachter
ost-
europäischer
Charaktere
mit
der
Pronunciation,
wie
sie
bei denkleinasiatischen
Urvölkern vorausgesetzt
wird
und thatsächlich
noch
bei den
südkaukasischen Aboriginern
auftritt
jeder
armenische
Text
kann
ebenso
gut
mit
den
Buchstaben
des
georgischen
Alphabets
geschrieben
werden!
Offenbar
haben
sich
die
Armenierauf
ihrer
schrittweisen
Vorschiebungüber
die
nördlichen
Striche
Kleinasiens
viel
fremdes
Sprachgut
und
schliesslich
auf
alarodischem
Boden
die
orale Disposition
der
südkaukasischen
Ursassen
angeeignet.
Diese sprachliche
Wand-
lung
erfolgte
gleichzeitig·
mit
einer
Umformung
desleiblichen
l*

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