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Granit und Kalk, Thrill und Grill
Österreichs Sportkletterer gehören seit Jahren zu den besten der Welt. Einigekönnen von ihrem Hobby leben - ohne die Kletterei hingegen nichtWien - David Lama klettert. Unter anderem auch im Weltcup. Und müsste der18-Jährige einmal nicht klettern, weil kein Weltcup, keine andere Veranstaltungstattfindet, dann klettert er trotzdem. Mit Freunden und Kollegen, fern jeglichenPublikums und Preisgeldes, auf Felsen oder Blöcken in der ganzen Welt, auf derSuche nach den schwierigsten Erstbesteigungen.Im August ist er mit seinem Freund Jorg Verhoeven, ebenfallsWeltklassekletterer, aber aus den Niederlanden, die Route "Desperation of theNorthface" geklettert. 820 Meter fast kerzengerade die Zillertaler Sagwand (3227Meter) hinauf. Um 4 Uhr in der Früh ging es los, um 19 Uhr stand das Duo auf der Spitze. Das hatte zuvor noch keiner geschafft."Irgendwie ist Peter Habeler schuld" , antwortet der Tiroler, auf seineKlettermotivation angesprochen. Der österreichische Alpinist, dem 1978gemeinsam mit Reinhold Messner die Erstbesteigung des Mount Everest ohnekünstlichen Sauerstoff geglückt war, entdeckte die Fähigkeiten des damalssechsjährigen David bei einem Abenteuercamp. Was blieb den Eltern übrig, alsHabeler zu glauben? Klettern lag David Lama, dem Sohn eines nepalesischenBergführers und einer Tirolerin, im Blut.
"Machen, was mir taugt"
Heute, mit 18 Jahren, ist Lama gleichsam der Popstar unter den Sportkletterern.Der zweifache Jugendweltmeister und Europameister sowohl im Vorstieg (2006)als auch im Bouldern (2007) hat drei Hauptsponsoren, einen Manager und eineneigenen Trainer. Die Schule hat er Anfang des Jahres abgebrochen, ein Jahr vorder Matura. Zwischen Kletterhallen, Granit und Kalk war einfach keine Zeit mehr."Ich will vom Sport leben können und machen, was mir taugt" , sagt er demStandard.Vor allem taugt ihm das Klettern. "Im Sommer hab ich eineinhalb Monate keineinziges Mal zu Hause geschlafen. Ich war nur klettern." Den Sponsoren undKletter-Veranstaltern taugt er, sie zahlen ihm neben Preisgeld auch für Video-Drehs und Show-Events. Der deutsche Spiegel kürte ihn jüngst zum "Model inder Wand" .Dabei ist David Lama nicht einmal der beste Österreicher im Weltcup. KilianFischhuber ist dreifacher Weltcup-Gesamtsieger im Bouldern, der 25-jährigeSportstudent aus Niederösterreich verwies den Tiroler in dieser Saison auf Rangzwei. Fischhuber ist übrigens der erste Kletterer, der als Zeitsoldat beimBundesheer aufgenommen wurde. "Zwei Tage klettern, ein Tag Pause" , sobeschreibt er sein Erfolgsrezept. Zwölf bis 15 Wettkämpfe pro Jahr bestreitet er.
"Die geilsten Blöcke"
Und wenn Fischhuber einmal urlaubt, definieren sich seine Reisen wie folgt: "AmFelsen Spaß haben, auf den geilsten Blöcken der Welt." Im August war er mitFreunden in Südafrika. "Oral Office" , "Leopard's Cave" oder "Black Shadow"heißen die Blöcke, auf denen er sich vergnügte. Und am Abend gab's Gegrilltes.
19. September 200818:09 MESZDavid Lama ist derPopstar unter denSportkletterern.Publikum braucht der18-jährige Tiroler nichtunbedingt - aberBühnen wie dieGranitwände imYosemite Valley.
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