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2006-0743
245
06.106
Botschaftzur Volksinitiative «für eine vernünftige Hanf-Politik mit wirksamem Jugendschutz»
vom 15. Dezember 2006Sehr geehrte Frau NationalratspräsidentinSehr geehrter Herr StänderatspräsidentSehr geehrte Damen und HerrenMit dieser Botschaft beantragen wir Ihnen, die Volksinitiative «für eine vernünftigeHanf-Politik mit wirksamem Jugendschutz» Volk und Ständen mit der Empfehlungzu unterbreiten, die Initiative abzulehnen.Wir versichern Sie, sehr geehrte Frau Nationalratspräsidentin, sehr geehrter Herr Ständeratspräsident, sehr geehrte Damen und Herren, unserer vorzüglichen Hoch-achtung.15. Dezember 2006 Im Namen des Schweizerischen BundesratesDer Bundespräsident: Moritz Leuenberger Die Bundeskanzlerin: Annemarie Huber-Hotz
 
 
246
Übersicht
 Am 13. Januar 2006 reichte das Initiativkomitee «Pro Jugendschutz – gegen Dro- genkriminalität» der Bundeskanzlei fristgerecht die erforderlichen Unterschriften zur eidgenössischen Volksinitiative «für eine vernünftige Hanf-Politik mit wirksa-mem Jugendschutz» (im Folgenden Hanfinitiative) ein. Mit Verfügung vom 3. Feb-ruar 2006 hat die Bundeskanzlei das Zustandekommen der Hanfinitiative mit 105 994 gültigen Unterschriften festgestellt. Nach der Hanfinitiative sollen einerseits der Konsum, der Besitz, der Anbau und der  Erwerb psychoaktiver Substanzen der Hanfpflanze zum Eigenkonsum nicht mehr  strafbar sein und andererseits der Anbau, die Herstellung, die Ein- und Ausfuhr  sowie der Handel mit psychoaktiven Substanzen der Hanfpflanze vom Bund geregelt werden. Der Bund soll ebenfalls durch geeignete Massnahmen sicherstellen, dassder Jugendschutz angemessen berücksichtigt wird und Werbung für psychoaktiveSubstanzen der Hanfpflanze sowie Werbung für den Umgang mit diesen Substanzenverboten ist.Obschon die Hanfinitiative Forderungen enthält, die in wesentlichen Teilen der bisherigen Haltung des Bundesrates in der Cannabisfrage entsprechen, empfiehlt der Bundesrat die Ablehnung der Initiative. Diese ablehnende Empfehlung bedeutet keine Haltungsänderung. Die Gesundheitskommission des Nationalrates hat ent- schieden, dem Parlament einen Vorschlag zur Hanffrage zu unterbreiten. DiesemVorschlag will der Bundesrat nicht vorgreifen. Zudem sollte die Cannabisproble-matik nicht losgelöst von der restlichen Suchtpolitik geregelt werden.
 
 247
Botschaft
1
 
Formelle Aspekte und Gültigkeit der Initiative1.1
 
Wortlaut der Initiative
Die Volksinitiative «für eine vernünftige Hanf-Politik mit wirksamem Jugend-schutz» hat den folgenden Wortlaut:Die Bundesverfassung wird wie folgt geändert:
 Art. 105a (neu)
Hanf 
 
1
Der Konsum psychoaktiver Substanzen der Hanfpflanze sowie ihr Besitz undErwerb für den Eigenbedarf sind straffrei.
2
Der Anbau von psychoaktivem Hanf für den Eigenbedarf ist straffrei.
3
Der Bund erlässt Vorschriften über Anbau, Herstellung, Ein- und Ausfuhr vonsowie Handel mit psychoaktiven Substanzen der Hanfpflanze.
4
Der Bund stellt durch geeignete Massnahmen sicher, dass dem Jugendschutzangemessen Rechnung getragen wird. Werbung für psychoaktive Substanzen der Hanfpflanze sowie Werbung für den Umgang mit diesen Substanzen sind verboten.
1.2
 
Zustandekommen und Behandlungsfristen
Die Volksinitiative «für eine vernünftige Hanf-Politik mit wirksamem Jugend-schutz» wurde am 6. Juli 2004 von der Bundeskanzlei vorgeprüft
1
und am13. Januar 2006 mit den nötigen Unterschriften eingereicht.Mit Verfügung vom 3. Februar 2006 stellte die Bundeskanzlei fest, dass die Hanf-initiative mit 105 994 gültigen Unterschriften zu Stande gekommen ist
2
.Die Hanfinitiative hat die Form des ausgearbeiteten Entwurfs. Der Bundesrat unter- breitet dazu keinen Gegenentwurf. Nach Artikel 97 Absatz 1 Buchstabe a des Par-lamentsgesetzes vom 13. Dezember 2002
3
hat der Bundesrat somit spätestens biszum 13. Januar 2007 dem Parlament eine Botschaft und einen Beschlussentwurf zuunterbreiten. Die Bundesversammlung hat gemäss Artikel 100 des Parlamentsgeset-zes bis zum 13. Juli 2008 über Annahme oder Ablehnung der Hanfinitiative zu beschliessen.
1
BBl
2004
4223
2
BBl
2006
1889
3
Bundesgesetz vom 13. Dezember 2002 über die Bundesversammlung; SR 
171.10
of 00

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