Silvio Gesell - Die Natürliche Wirtschaftsordnung
34.7.16. Der Lohntheoretiker 2964.7.17. Der Bankmann 2984.7.18. Der Wechselagent 3044.8. Der Weltwährungsverein (Internationale Valuta-Assoziation) 306Fünfter Teil
Die Freigeld-Zins- oder Kapitaltheorie
5.1. Eine Robinsongeschichte als Prüfstein für diese Theorie 3095.2. Der Urzins 3135.3. Die Übertragung des Urzinses auf die Ware 3245.4. Die Übertragung des Urzinses auf das Realkapital 3255.5. Vervollständigung der Freigeld-Zins- oder Kapitaltheorie 3285.6. Wie man den Kapitalzins bisher erklärte 3465.7. Die Bestandteile des Brutto-Zinses 3535.8. Der reine Kapitalzins, eine eherne Größe 356
EINFÜHRUNG
Vorwort von Karl Walker, dem Herausgeber der 9. Auflage.Die "Natürliche Wirtschafts-Ordnung" ist das Standardwerk der Freiwirtschafts-lehre. Mit diesem Werk hat ein neuer Trieb am Baum der wirtschaftswissenschaftlichenForschung ausgeschlagen; ein eigenartiger Trieb, der sich aus den bis jetzt bestehen-den Lehrmeinungen sowohl Bestätigungen wie auch den Widerspruch holt und somitweder mit den Lehren des klassischen Wirtschaftsliberalismus eines Adam Smith,noch mit den dagegenstehenden Theorien des "Wissenschaftlichen Sozialismus" einesKarl Marx zusammenwachsen kann.Es gibt für die Freiwirtschaftslehre, die als Wissenschaft in der Tat zwischen diesenbeiden Zweigen wirtschaftstheoretischer Vorstellungen angesetzt hat, nur eine Möglich-keit: kompromißlos und dem Widerspruch von beiden Seiten trotzend das zu ent-falten, was in ihr steckt. Es ist unerhört bedeutungsvoll, was hierbei zutage tretenkann, denn die Fragen, um die es geht, haben zwar einige Generationen hindurchdie Gelehrten beschäftigt - heute aber stehen sie im Vordergrund unseres Lebensund an ihrer Lösung hängt mehr, als sich in Worte fassen läßt. -Es mag nicht in allen Fällen angebracht sein, das, was bewiesen und aufgezeigt werdensoll, schon gleich vorauszuschicken. Aber hier ist es eine Notwendigkeit, oder min-destens dem Verständnis der Sache dienlich, diesem vielleicht gewichtigsten Werkunseres Jahrhunderts die richtige Einstellung des Lesers zu erwirken.Wer dieses Buch zur Hand nimmt, darf wohl vorher darauf aufmerksam gemachtwerden, was er erwarten kann; aber er muß auch wissen, was er nicht erwarten darf.Er darf erwarten, daß er in bezug auf die Erkenntnis und Darlegung ökonomischerZusammenhänge und Gesetzmäßigkeiten eine Lehre von vollendeter Schlüssigkeit undungeheuerlicher praktischer Bedeutung für das soziale Leben kennenlernen wird. Docher darf nicht erwarten, daß ihm die Wahrheit, die wissenschaftliche wirtschaftstheo-retische Erkenntnis zu jeder Sonderfrage und jedem Unterthema schon in diesem Buchin ausgeschliffener wissenschaftlicher Form unterbreitet wird.Der Verfasser dieses Werkes war kein Fachgelehrter, sondern er war einer jener be-gnadeten Menschen, die es in der Geschichte des menschlichen Fortschritts, der Erfin-dungen und Entdeckungen schon häufig gegeben hat, die, auf einem anderen Standortstehend als die Zünftigen, von ihrem Blickfeld aus plötzlich überraschende Einsichtenin ein Problem und in die Möglichkeiten seiner Lösung bekommen. Dies ist es, was demBegründer der Freiwirtschaftslehre widerfahren ist, ohne daß er mit der Absicht aufderartige Entdeckungen ausgezogen war. Aber in solcher Lage ohne jede fachliche Vor-bildung die Bedeutung der Sache zu erkennen, zu sehen, worauf es ankommt, aufzu-spüren, wie die untergründige Gesetzmäßigkeit verläuft, und zu entdecken, wo dieAnsätze zu ganz neuen, ungeahnten Möglichkeiten liegen, das ist noch immer und alle-zeit das Kennzeichen wahrhafter Genialität gewesen. Und das bleibt es auch dann,wenn die Wiedergabe der neuen Erkenntnisse formlos und unbändig wie ein wilderSturzbach, aber mit der ganzen Gewalt eines großen Anspruchs in die geheiligten
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