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1945 - Die Versenkung Der Cap Arcona Und Der Thielbek (Mark Weber)

1945 - Die Versenkung Der Cap Arcona Und Der Thielbek (Mark Weber)

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08/11/2013

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 1945Die Versenkung der
Cap Arcona
und der
Thielbek 
 
 Alliierte Angriffe kosteten tausende KZ-Häftlinge das Leben
von
Mark Weber
, Institute for Historical Research
www.ihr.org
 
(Übersetzt aus dem englischen Original in Wien, August 2013)
 
1945Die Versenkung der
Cap Arcona
und der
Thielbek 
 
Alliierte Angriffe kosteten tausende KZ-Häftlinge das Lebenvon Mark Weber
Sämtliche Gefangene der deutschen Konzentrationslager der Kriegszeit, die in deutschemGewahrsam umkamen, werden routinemäßig als „Opfer des Nationalsozialismus“ betrachtet – sogarwenn sie ihr Leben aufgrund direkter oder indirekter Einwirkung alliierter Handlungen verlorenhaben. Gleichermaßen werden sämtliche Juden, die während des Zweiten Weltkrieges in deutscherGefangenschaft starben – egal, an welcher Todesursache – als „Holocaust-Opfer“ gezählt.Diese Sichtweise ist ausgesprochen irreführend, wenn nicht gar hinterlistig. Tatsächlich verlorenzehntausende von Lagerinsassen und Juden ihr Leben als direkte oder indirekte Opfer alliierterAktionen, oder als Opfer der Schrecken des Zweiten Weltkrieges. Die vielen tausenden Juden zumBeispiel, die während den letzten Monaten des Krieges in Europa und danach im berüchtigten LagerBergen-Belsen umkamen, Anne Frank unter ihnen, waren vor allem Opfer nicht deutscher Politik,sondern des Aufruhrs und Chaos des Krieges.Unter den deutschen Gefangenen der Konzentrationslager, die durch die Hände der Alliiertenstarben, waren etwa 7000 Häftlinge, die in der letzten Kriegswoche getötet wurden, als sie auf dreigroßen deutschen Schiffen evakuiert wurden, die von den Briten mit Kriegsflugzeugen angegriffenwurden. Diese wenig bekannte Tragödie zählt zu den schlimmsten Seekatastrophen der Geschichte.Die
Cap Arcona
, die im Mai 1927 vom Stapel gelaufen war, war ein stolzes Passagierschiff derHamburg-Südamerika-Linie. Mit 27.000 Bruttoregistertonnen war sie das viertgrößte Schiff derdeutschen Handelsmarine. Zwölf Jahre lang – bis zum Ausbruch des Krieges im Jahr 1939 – war sieregelmäßig zwischen Hamburg und Rio de Janeiro gependelt. In den letzten Monaten des Kriegeswurde sie von den deutschen Seestreitkräften requiriert und zur Rettung von Flüchtlingen eingesetzt,die aus den von der Roten Armee bedrohten deutschen Ostgebieten flohen. Dies war Teil einer vonder deutschen Marine organisierten großangelegten Rettungsaktion, die unter der Aufsicht vonGroßadmiral Karl Dönitz stand. In den Vereinigten Staaten heutzutage nahezu unbekannt, rettetediese große Unternehmung zahllose Menschenleben. Die
Thielbek 
, ein weitaus kleineres Schiff von2,800 Bruttoregistertonnen, wurde im Zuge dieser Rettungsaktion ebenso zum Transport vonFlüchtlingen eingesetzt.Im April 1945 wurden die
Cap Arcona
und die
Thielbek 
Karl Kaufmann, Hamburger Gauleiter undzugleich Reichskommissar für die Seeschifffahrt, unterstellt, der die beiden Schiffe in die in derOstsee bei Lübeck gelegene Neustädter Bucht beorderte.Rund 5.000 hastig aus dem Konzentrationslager Neuengamme (ein paar Kilometer südöstlich vonHamburg) evakuierte Häftlinge wurden zwischen dem 18. und 26. April an Bord der
Cap Arcona
 gebracht, zusammen mit etwa 400 SS-Wachen, einer Marineartillerieeinheit von 500 und der
 
Besatzung von 76 Personen. Die
Thielbek 
nahm etwa 2.800 Gefangene aus Neuengamme auf. Unterden schrecklichen Bedingungen, die in dem noch unbesetzten Restdeutschland in jenen letztenKriegswochen vorherrschten, waren die Bedingungen für die Gefangenen an Bord der zwei Schiffefurchtbar. Viele der eng zusammengepferchten Insassen wurden krank, und sowohl Nahrungsmittelals auch Trinkwasser waren äußerst knapp.
 
Am Nachmittag des 3. Mai 1945 griffen britische“Typhoon”-Kampfbomer in mehrerenAngriffswellen an, bombardierten und beschossendie
Cap Arcona
und dann die
Thielbek 
. Die beidenSchiffe, die keine militärische Funktion oderAufgabe hatten, hatten zahlreiche große weißeFahnen aufgezogen. „Das Hissen der weißenFahnen war sinnlos“, merkt die
Encyclopedia of the Third Reich
dazu an. Die Angriffe waren somitVölkerrechtsverletzungen, für die – wenn nichtDeutschland, sondern Großbritannien die besiegteMacht gewesen wäre – britische Piloten und ihre Kommandanten als ‚Kriegsverbrecher‘ bestraft undsogar exekutiert hätten werden können.Die
Thielbek 
, getroffen von Raketen, Bomben und Maschinengewehrfeuer, versank in nur 15-20Minuten. Dann beschossen die britischen Flieger die geschockten und um ihr Leben kämpfenden, inRettungsbooten oder im eiskalten Meer treibenden Überlebenden. Nahezu alle an Bord der
Thielbek 
 starben sehr rasch, unter ihnen fast alle SS-Wachen, Schiffsoffiziere und Besatzungsmitglieder. Nurca. 50 Gefangene überlebten.Bei der brennenden
Cap Arcona
dauerte der Untergang länger. Viele verbrannten auf ihr beilebendigem Leibe. Viele von denen, die es schafften, über Bord zu springen, ertranken im eisigenWasser. Nur etwa 350-500 konnten gerettet werden. Während der nächsten Tage wurden hunderteLeichen an die nahe Küste geschwemmt, und dort in Massengräbern beerdigt. Das Wrack der
Cap Arcona
, die in relativ seichtem Wasser gekentert war, blieb teilweise über Wasser, ein düsteresMahnmal der Katastrophe.Ein deutsches Referenzwerk,
Verheimlichte Dokumente
, fasst zusammen:Ein besonders barbarisches alliiertes Kriegsverbrechen war die Bombardierung der mitKonzentrationslager-Häftlingen vollgepackten Passagierschiffe
Cap Arcona
und
Thielbek 
in derLübecker Bucht durch Flugzeuge der Royal Air Force am 3. Mai 1945. Unter den vielen‘namenlosen’ Opfern waren viele bekannte Politiker, eine Tatsache, die heute vertuscht wird,denn die Tatsache, dass Gefangene der Konzentrationslager, viele von ihnenWiderstandskämpfer gegen Hitler, als Opfer des Terrors der ‚Befreier‘ umkamen, passt nicht indas Bild der ‚Umerzieher‘.Ein weiteres Referenzwerk,
Der Zweite Weltkrieg
(1985), merkt an:Eine einzigartige Tragödie ist das Ende des ‚Hamburg-Südamerika‘-Passagier-Dampfschiffes
Cap Arcona
und des Dampfschiffes
Thielbek 
am 3. Mai 1945, die beide KZ-Häftlinge an Bordhatten, die dachten, sie würden gerettet, die aber dann in der Neustädter Bucht von alliierten

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