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Aussteigen aber wie? Gerhard Schönauer
Ein Weg zum Leben im Grünen
Gerhard Schönauer: Aussteigen - aber wie? Ein Weg zum Leben im Grünen.Herausgeber, Vertrieb und Copyright: Institut für Baubiologie + Oekologie IBN, D-83115 Neubeuern4. erweiterte Auflage 1995,ISBN 3-923531-21-4 
Vorwort
Gerhard Schönauer ist ein Mann, der rechtzeitig das Aussteigen gewagt hat - zugleich persönlich und im Zeitgeschehen betrachtet. Denn das Aussteigen wird schwieriger.Viele aufgeschlossene und idealistische junge Leute probieren es - und manche fallendabei auf die Nase.
 
Das muß nicht sein! Schönauer gibt aus seinem reichen Erfahrungsschatz Hunderte vonTips, wie man es machen soll, wie nicht oder warum nicht und welche Voraussetzungenmaterieller sowie geistiger Art die Möchtegern-Aussteiger haben sollten. Einerseitsnimmt er Illusionen, andererseits aber macht er denen Mut, die schon zum Sprungansetzen, sich aber nicht springen trauen, weil ihnen von allen Seiten her abgeratenwird.Schönauer ist Meister darin, ohne erhobenen Zeigefinger, augenzwinkernd undhumorvoll ziemlich alles in Frage zu stellen, was uns bisher als völlig normal erschienund dessen Richtigkeit wir nicht anzweifelten, weil wir den eigentlichen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang nicht erkennen. Wir sind wie dressierte Affen und tun, wasEltern, Lehrer, Kirche, Staat und Nachbarschaft verlangen. Auch gegen unserenInstinkt, gegen unsere tiefsitzende Sehnsucht nach dem Ideal - bis wir an der berühmtenSinnfrage des Daseins ankommen. Dann entstehen Neurosen, Psychosen, Aggressionenund Depressionen, dann greift man nach Drogen - von der Zigarette über Alkohol bis zuden »harten« Sachen.Auch Nichtaussteiger können dieses Buch sowohl mit Gewinn als auch mit Vergnügenlesen. Sie werden mit einem lachenden und einem weinenden Auge zugeben, daß soungefähr die Hälfte aller ihrer Verrichtungen und Anschaffungen fremdgesteuerteManipulationen, beziehungsweise Zugeständnisse an Konventionen sind. Wir Deutschesind dafür besonders prädestiniert! Ob es sich um Wohnung oder Kleidung, Arbeit oder Muße, Landleben oder Stadtleben, Gesundheit oder Krankheit, Bildung oder Spezialistentum, Selbstversorgung oder Konsum handelt, Schönauer läßt kaum einheißes Thema aus und dreht es genüßlich durch die Mangel, bis ein kümmerlichesFragezeichen oder eine hoffnungsvolle Ernüchterung übrig bleibt.Schenken Sie das Buch ihren Freunden und Bekannten, ihren Kindern, allen, die nochnicht völlig frustriert und verkalkt sind, die sich noch etwas sagen lassen, die mit der heutigen Entwicklung nicht einverstanden sind, welche die Hoffnung auf ein
 Leben mit der Natur 
nicht aufgegeben haben.Wie sagte doch Hermann Hesse:
»Wirklichkeit ist wie ein Blitz,der in jedem Steine gefangen zuckt.Weckst du ihn nicht,so bleibt der Stein ein Stein,die Stadt eine Stadt,die Schönheit schön,die Langeweile langweilig,und alles schläft den Traum der Dinge,bis du, aus deinen hochgespannten Strömen her,sie mit Gewitter »Wirklichkeit« überflutest«.
 
Vorwort zur 4. Auflage
 
Fünf Jahre nach der Erstauflage gab Gerhard Schönauer die Erlaubnis, eine vierteerweiterte Auflage seines beliebten Aussteiger-Knigges herauszugeben.Das Büchlein war nach jedem Erscheinen schnell vergriffen. Wie wir wissen, wurde esnicht nur von Aussteigern gern gekauft, sondern auch an Ziellose, Unentschiedene undEtablierte verschenkt. Manche Leser gaben zu, sie hätten konsequenterweise ihrenganzen Lebensstil umgekrempelt.Inzwischen hat der Lebenskünstler Gerhard Schönauer gemeinsam mit seiner Frau einzweites Heim gebaut. Er denkt und schreibt nicht nur über den »Weg zum Leben imGrünen«, sondern setzt seine Erkenntnisse beispielgebend in die Tat um.Wir wünschen Aussteigern und Nicht-Aussteigern gleichermaßen wertvolleAnregungen und viel Vergnügen bei der Lektüre von
»Aussteigen - aber wie?«
 Irmingard Schneider-Hahn Neubeuern 1995
Das große Leid und der Ausweg
Der hastende Mensch ist sicher nicht nur von Gier gelockt, die stärksten Lockungen würden ihnnicht zu so energischer Selbstbeschädigung veranlassen können, er ist getrieben, und was ihntreibt, kann nur die Angst sein.
 Konrad Lorenz
Wo steht ein Kind am Ufer und belauert Frösche? Wo sitzt ein Mann am Strand undsingt ungeniert übers Meer hinaus? Wo kichern und plaudern Mädchen am Brunnen beim Wasserholen? Wo turnen Kinder mit roten Wangen und strahlenden Augen in denBäumen? Wo sitzt die Oma vor dem Haus und strickt? Auf Korsika vielleicht, in einemgriechischen Dorf oder einem sehr entlegenen Alpental. Aber in Hamburg, Frankfurtund Wien wälzen sich menschenfeindliche Blechschlangen durch die Straßen, hastenLeute in Tuchfühlung gierig durch geldschluckende Kaufhäuser und über ermüdendesStraßenpflaster, jeder jedem ein Hindernis und Konkurrent - verbissene und vergrämteGesichter, Eile, Bedrücktheit, Angst, Verschlossenheit, Flucht, Lustlosigkeit, Kummer,Lebensüberdruß.Jeder dritte Mensch in unserem Kulturbereich versucht irgendeinmal Selbstmord. Jeder Fünfzigste stirbt durch Selbstmord.Was machen wir falsch? Könnten wir Wohlbefinden und Freude, Leid und Kummer messen wie etwa Blutdruck und Körpertemperatur, dann wäre es leicht, herauszufinden,wie man leben muß, damit es einem gut geht. So aber scheint mir der Selbstmord, auchder versuchte, das genaueste Maß für ein abgrundtiefes Unbehagen zu sein, woran manannähernd ablesen kann, wie man nicht leben darf und daß man anders leben muß.Die meisten Selbstmorde werden in Deutschland, Österreich, Japan, in der Schweiz undin Frankreich verübt mit jährlich 20 bis 30 je 100000 Einwohner. In den Städten ist dieSelbstmordrate höher als auf dem Lande - eine Annäherung findet statt -, unter 

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