Das muß nicht sein! Schönauer gibt aus seinem reichen Erfahrungsschatz Hunderte vonTips, wie man es machen soll, wie nicht oder warum nicht und welche Voraussetzungenmaterieller sowie geistiger Art die Möchtegern-Aussteiger haben sollten. Einerseitsnimmt er Illusionen, andererseits aber macht er denen Mut, die schon zum Sprungansetzen, sich aber nicht springen trauen, weil ihnen von allen Seiten her abgeratenwird.Schönauer ist Meister darin, ohne erhobenen Zeigefinger, augenzwinkernd undhumorvoll ziemlich alles in Frage zu stellen, was uns bisher als völlig normal erschienund dessen Richtigkeit wir nicht anzweifelten, weil wir den eigentlichen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang nicht erkennen. Wir sind wie dressierte Affen und tun, wasEltern, Lehrer, Kirche, Staat und Nachbarschaft verlangen. Auch gegen unserenInstinkt, gegen unsere tiefsitzende Sehnsucht nach dem Ideal - bis wir an der berühmtenSinnfrage des Daseins ankommen. Dann entstehen Neurosen, Psychosen, Aggressionenund Depressionen, dann greift man nach Drogen - von der Zigarette über Alkohol bis zuden »harten« Sachen.Auch Nichtaussteiger können dieses Buch sowohl mit Gewinn als auch mit Vergnügenlesen. Sie werden mit einem lachenden und einem weinenden Auge zugeben, daß soungefähr die Hälfte aller ihrer Verrichtungen und Anschaffungen fremdgesteuerteManipulationen, beziehungsweise Zugeständnisse an Konventionen sind. Wir Deutschesind dafür besonders prädestiniert! Ob es sich um Wohnung oder Kleidung, Arbeit oder Muße, Landleben oder Stadtleben, Gesundheit oder Krankheit, Bildung oder Spezialistentum, Selbstversorgung oder Konsum handelt, Schönauer läßt kaum einheißes Thema aus und dreht es genüßlich durch die Mangel, bis ein kümmerlichesFragezeichen oder eine hoffnungsvolle Ernüchterung übrig bleibt.Schenken Sie das Buch ihren Freunden und Bekannten, ihren Kindern, allen, die nochnicht völlig frustriert und verkalkt sind, die sich noch etwas sagen lassen, die mit der heutigen Entwicklung nicht einverstanden sind, welche die Hoffnung auf ein
Leben mit der Natur
nicht aufgegeben haben.Wie sagte doch Hermann Hesse:
»Wirklichkeit ist wie ein Blitz,der in jedem Steine gefangen zuckt.Weckst du ihn nicht,so bleibt der Stein ein Stein,die Stadt eine Stadt,die Schönheit schön,die Langeweile langweilig,und alles schläft den Traum der Dinge,bis du, aus deinen hochgespannten Strömen her,sie mit Gewitter »Wirklichkeit« überflutest«.
Vorwort zur 4. Auflage
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