Frankel nutzte die Prämieneinnahmen und Bonität von Franklin, um mit einigen Millionen Kreditzehn weitere Versicherungen in den USA aufzukaufen. Er kontrollierte jetzt also insgesamt elf Gesellschaften, die regelmässige Prämieneinnahmen garantierten. Was tun mit dem ganzen Geld? - Ein Teil der Prämien wurde genutzt, um die Kredite zu tilgen. Für den Rest etablierte Frankeldie Investment AG Liberty National.Seine Idee: Die Einnahmen der Versicherungen werden in seine Investment AG Liberty Nationalinvestiert und dort professionell verwaltet. Liberty National geizte dann auch nicht mitKontoauszügen, die enorme Rendite mit konservativen Staatsanleihen auswiesen und so Kritiker in den Versicherungsvorständen beruhigen konnte. In Wirklichkeit "investierte" Liberty NationalUSD 915 Millionen in zahlreiche Geheimkonten, selbstverständlich ausserhalb der USA.Zur gleichen Zeit versprach Frankel dem Vatikan eine zwei Milliarden Spende. Die gute Tatsollte über die in den britischen Jungferninseln frischgegründete St. Francis of Assisi Foundation(Stiftung) abgwickelt werden und sicherte Frankel direkten Zugang zu Vatikankonten undEinfluss. Obwohl die wahre Zielsetzung für die Stiftung bisher nicht klar ist, leitete gerade diesedas Ende seines Betrugs ein:Als die Stiftung US Versicherungen in bester Frankel Tradition übernehmen wollte, wurden dieUS Behörden misstrauisch, weil die Stiftung in einem Steuerparadies ausserhalb der USAregstriert worden war, eben in den Britischen Jungferninseln. Es kam zu Ermittlungen -routinemässig auch wegen möglicher Steuerhinterziehung und Geldwäsche. Als die Ermittler Liberty National aufforderten, die Prämieneinahmen an die Versicherungen zurückzuzahlen,tauchte Frankel unter. Es fehlen über USD 335 Millionen und auch die Benzin-Rechnung über USD 500.000 für seinen Privatjet ist noch offen.Er wird - lt. TIME-Magazin - in einem Land mit laxen Bankgesetzen und fehlendemAuslieferungsabkommen mit den USA vermutet. Irgendwo, wo die Sonne scheint und Steuernnicht existieren...
Warum es so einfach möglich ist
(wenn auch illegal), Millionen einzusammeln und zu verschwinden:1.) Namensänderungen sind in den USA legal möglich. Mit Anwaltskosten kostet eine gerichtlich bestätige Namensänderung nur runde USD 500.2.) Jedermann kann in den USA eine Investment AG eingetragen lassen. Das ist bereits für USD2.400 möglich, und das selbst mit Millionen Kapital, z.B. USD 10.000.000 als Aktienkapital, daszwar urkundlich verbrieft, aber nicht tatsächlich nachgewiesen werden muss. Die AG kannnatürlich auch Bürgschaften übernehmen oder Wechsel in jeder legalen Höhe ausstellen.3.) Ein seriös geführtes Geschäft, das Verluste macht, kann mit einer unseriösen Absicht schnelleGewinne abwerfen. Frankel hat die angeschlagenen Versicherungen preisgünstig übernehmenkönnen, weil die alten Eigentümer keine Möglichkeit sahen, seriöse Profite zu erwirtschaften.Frankel wollte die Versicherungen aber nur nutzen, um die Prämieneinnahmen abzuzocken, undwar an dem Versicherungsgeschäft an sich nicht interessiert.
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