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 Auf der Seidenstraße nach Hongkong 
AUF DER SEIDENSTRASSE NACH HONGKONG
Eindrücke einer 5 1/2 monatigen Reise mit Bus, Bahn,Sammeltaxi und Schiff. Von der Türkei in den Iran und weiter über Pakistan nach China.
1. TEIL: EUROPA - PAKISTAN
 
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Der Weg ist das Ziel ...
 J
etzt habe ich sogar etwas Angst. Angst, ob mein Ent-schluss, für ein halbes Jahr „auszusteigen“, mit demRucksack entlang der Seidenstraße nach China zu rei-sen, denn überhaupt richtig ist.Ordentliche Söhne arbeiten nach der Reifeprüfung drei Monate in einer Bank oder einer anderen honori-gen Firma, bereiten sich dann auf die Verteidigung desgeliebten Vaterlandes vor, beginnen ein Hochschulstu-dium, suchen sich einen mehr oder weniger gut be-zahlten Job, gründen eine Familie, machen Karriere,erwachen nach einer Herzattacke beim lieben Gottund träumen fünfzig Jahre von einem besseren Leben.Doch ich undankbarer Wohlstandsekel will schon mitneunzehn aus diesen seit Großvaters Zeiten vorge-zeichneten Lebensbahnen ausbrechen, sie verändernund verzögern und stehe jetzt um 19.30 Uhr mit Mut-ter und Vater am Salzburger Hauptbahnhof. Um die Abschiedsszene kurz zu machen, ruckt pünktlich dieElektro-Lok den Istanbul-Expreß an, und ich rollelangsam Richtung Süden, dem unbekannten Aben-
SALZBURG
18.7. - 25.7. Salzburg – Istanbul
Mit dem Balkan-Express durch den Rest von Europa
 
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 Auf der Seidenstraße nach Hongkong 
THESSALONIKI
teuer entgegen.Eigentlich ein sehr schönes Land, das da draußen vonder Abendsonne beschienen wird. Keine Ahnung, wa-rum mir das immer auffällt, wenn ich in einem Wag-gon Richtung Balkan rolle. Keine Ahnung auch, ob ichall diese Gefahren und Probleme meistern kann, diebei jeder Reise auftreten. Auf Fragen des „Was wäre wenn“-Spiels wusste ich nicht immer befriedigende Antworten und konnte nur mit der Gewissheit frühe-rer Reisen sagen, dass, egal was auch passieren möge,die Welt sich weiterdrehen wird.Doch schon nach ein paar Stunden, an der österrei-chisch-jugoslawischen Grenze, werde ich in den Reise-alltag gestürzt, der mir in der Regel keine Zeit fürdüstere Zukunftsvisionen lässt. Gegen Mitternacht rei-he ich mich in die Schlange vor dem einzigen geöffne-ten Schalter ein und hoffe, eine Fahrkarte bis zur ju-goslawisch-griechischen Grenze zu bekommen. Na-türlich könnte ich mich jetzt auch bequem in meinem Abteil lang strecken, doch der Geiz treibt mich dazu,nur Fahrkarten von Grenze zu Grenze zu kaufen. Sokostet mich die Reise nur die Hälfte eines regulären Jugendtickets Salzburg - Istanbul.In Belgrad wechsle ich mein komfortables österreichi-sches Abteil gegen einen hoffnungslos überfüllten ju-goslawischen Waggon. Es ist heiß und wir haben Ver-spätung. Schon wieder stehen wir „mitten in der Pam-pas“, wie sich ein Italiener schräg gegenüber aus-drückt. Trotzdem ist die Reise kurzweilig: Ich sitze ne-ben einer Toilette, deren Tür nicht zu versperren ist.So habe ich die delikate Aufgabe, die nächsten vier-
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