Aufschlussreich ist dazu eine kürzlich von Forschernder Universitäten Bern und Basel publizierte Studieüber die Strahlungsbelastung im städtischen Alltag
(Frei, P. et al.: Temporal and spatial variability of personal exposure to radio frequency electromagne-tic fields. Environmental Research 2009).
Ein Haupt-ergebnis, nämlich der Anteil der verschiedenenStrahlungsquellen an der durchschnittlichen indivi-duellen Belastung, ist in der nebenstehenden Grafikdargestellt.Es wird deutlich, dass eine Verringerung der hoch-frequenten Strahlungsbelastung der Bevölkerung anallen drei Strahlungsquellen zugleich ansetzenmuss: Bei den Antennen, beim Nutzer der Mobil-kommunikation und bei den frei käuflichen Funk-kommunikationsgeräten wie Schnurlostelefone undWLAN-Anlagen.
Wieviel Mobilkommunikation ist tragbar?
Der Zusatz in der VGM-Mitteilung
„unter Beibehal-tung der mobilen Kommunikation“
führt nun mittenin die Problematik der Mobilkommunikation. Wir fra-gen: Welches quantitative und technische Niveau der mobilen Kommunikation soll denn „
beibehalten“
werden? Die beiden folgenden Wege kennzeichnen die Extrempositionen:
•
Mit einem Handyverbot für Kinder, einer Beschränkung auf notwendige Gesprächevon Erwachsenen (was immer man als notwendig bezeichnen mag) und einer betrieb-lichen Zusammenlegung der separaten Netze zu einem einzigen Mobilfunknetz könnteder grösste Teil der schon bestehenden Antennen wieder abgebrochen werden.
•
Im Fall einer weiterhin schrankenlosen Förderung der mobilen Kommunikationsgesell-schaft wird es noch massiv mehr Antennen brauchen.Der erste Weg erscheint nur deshalb utopisch, weil der zweite, diametral entgegenge-setzte Weg die heutige, vielfach als unabänderlich genommene Realität ist. Doch dass diemeisten Länder den Weg des ungebremsten Weiterausbaus der drahtlosen Kommunikationgehen, ist kein Naturgesetz. Vielmehr dreht die Mobilfunkindustrie mit aller Kraft und allenMitteln an der Spirale
„Erfindung neuer Anwendungen – künstliche Schaffung der entspre-chenden Bedürfnisse – Ausbau der Netze – Erfindung neuer Anwendungen...“
Das könntesie nicht, wenn die Staaten sie dabei nicht schützen und unterstützen würden.Liechtenstein ist das erste Land, das wirklich Gegensteuer gibt. Dass die Mobilfunkbetrei-ber im neuen Liechtensteiner Anlagegrenzwert von 0.6 V/m offenbar eine ernsthafteBehinderung ihrer Pläne sehen, ist ein Zeichen für die Wirksamkeit dieses Gegensteuers.Durch die Reduktion der Sendeleistung, die zur Einhaltung des tieferen Grenzwertes nötigist, werden insbesondere die 2004 aufgeschalteten UMTS-Mobilfunknetze beeinträchtigt,die seit etwa einem Jahr durch das
mobile Internet
allmählich mehr ausgelastet werden.Viele, die die stetige Zunahme der Strahlung mit Sorge betrachten, setzen nun ihre Hoff-nung in eine Trendwende. Denn der Anteil der auf elektromagnetische Strahlung und Fel-der empfindlichen Menschen an der Bevölkerung nimmt rasch zu. Der steigende Strah-lungspegel beeinträchtigt die individuelle Widerstandskraft immer stärker. Bei entspre-chend disponierten Menschen ist die Kompensationsfähigkeit des Organismus irgendwanneinmal überbeansprucht und kippt in die Elektrosensibilität.
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DECTSchnurlos-telefoneWLANUKW-Radiosender TV-Sender Mobiltelefone * AntennenGSM +UMTSPolycomPolizeifunk
*ohne Selbstbestrahlung durch dieeigene drahtlose Kommunikation
Quelle: Frei, P. et al, Environmental Research (2009)
Anteile der Strahlungsquellen an der Gesamtbelastung der Studienteilnehmer
(Mittelwerte der Leistungsflussdichte in W/m
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)
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