Es ist schlicht und einfach so, dass wir den Kalten Krieg niemals so entschieden gewonnenhaben, wie wir es hätten tun sollen. Ja, die Berliner Mauer fiel und die Sowjetunion brachzusammen. Dadurch fiel die militärische Bedrohung für den Westen weg, und der ökonomischeHardcore-Kommunismus erlitt als glaubwürdige Alternative einen Rückschlag. Jedoch war einer der wirklich großen Fehler, die wir nach dem Kalten Krieg machten, zu verkünden, der Sozialismus sei nun tot und daher nichts mehr, über das man sich Sorgen machen muss. Undhier stehen wir nun, fast eine Generation danach, und müssen erkennen, dass marxistischeRhetorik und marxistisches Denken jede Schicht unserer Gesellschaft von den Universitäten bishin zu den Medien durchdringt. Islamischer Terrorismus wird durch "Armut, Unterdrückung undAusgrenzung" erklärt, was eine klassische marxistische Interpretation ist.Was geschehen ist, ist, dass - während der "harte" Marxismus der Sowjetunion zumindestvorerst zusammengebrochen sein mag - der "weiche" Marxismus der westlichen Linken sogar noch stärker geworden ist, teilweise sicher auch dadurch bedingt, dass er als weniger bedrohlich wahrgenommen wurde. Die "harten" Marxisten hatten interkontinentale Atomraketenund sagten offen, dass sie uns "beerdigen" wollten. Die weichen Marxisten reden von Toleranzund mögen durchaus weniger bedrohlich wirken, aber ihr Ziel, den bösen kapitalistischenWesten zu stürzen, bleibt dasselbe. Tatsächlich sind sie sogar noch gefährlicher, weil sie ihrewahren Ziele unter verschiedenen Bezeichnungen verbergen. Vielleicht sollten wir diese Formeher "Stealth- Sozialismus" anstatt weichen Sozialismus nennen.Einer der Leser von Fjordmans Blog brachte es einmal damit auf den Punkt, dass wir niemalseine der Entnazifizierung vergleichbare sorgfältige Entmarxifizierung nach dem Kalten Krieghatten. Er hatte dabei die ehemalige Sowjetunion und die Länder Osteuropas im Sinn, aber er hätte vermutlich auch deren marxistischen Mitläufer, die Sympathisanten und Apologeten imWesten, mit einschließen sollen. Wir haben uns niemals voll der Konfrontation mit der marxistischen Ideologie gestellt und klar aufgezeigt, dass das Leid, das sie über Hunderte vonMillionen Menschen gebracht hat, ein direktes Ergebnis marxistischen Gedankenguts war. Wir haben einfach nur angenommen, der Marxismus sei jetzt tot und sind zur Tagesordnungübergegangen. Dadurch haben wir es ermöglicht, dass viele ihrer Ideale zu neuen Formenmutieren konnten und dass viele ihrer Helden ihre Arbeit ohne Unterbrechung fortsetzenkonnten, manchmal voller Rachegefühle und mit neuem Eifer auf dem Weg zum nächstenAngriff auf den kapitalistischen Westen.Jetzt zahlen wir den Preis dafür. Der Marxismus hat nicht nur überlebt, er floriert und ist ingewisser Hinsicht sogar stärker geworden. Linke Ideen zum Multikulturalismus und de-facto-offenen Grenzen haben in der öffentlichen Debatte die virtuelle Vorherrschaft übernommen,während ihre Kritiker verunglimpft und dämonisiert werden. Dadurch, dass sie ihre Ziele unter Etiketten wie "Antirassismus" und "Toleranz" verbergen, haben Linke ein Ausmaß von Zensur der öffentlichen Debatte erreicht, vor dem sie niemals zu träumen gewagt hätten, wenn sie offenverkündet hätten, dass ihre Intention die Umwandlung der westlichen Zivilisation und dieZerstörung ihrer Grundpfeiler ist.Die Linken sind nach dem Kalten Krieg ideologische Waisenkinder geworden oder vielleichtsollten wir sie doch besser als ideologische Söldner bezeichnen. Obwohl die real existierendeAlternative zum Kapitalismus nicht funktioniert hatte, ebbte ihr Hass auf unser System niemalsab, er wandelte sich nur in andere Formen um. Multikulturalismus ist nichts weiter als einanderes Wort für "teile und herrsche". Man spielt verschiedene ethnische und kulturelleGruppen gegeneinander aus und zerstört so den Zusammenhalt der westlichen Gesellschaftvon innen heraus.
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