das Licht der ihnen unbekannten Freiheit und unsere große, in der Welt einzigartige, echtesowjetische Kultur bringe. Genau darum geht es, um die Kultur, verflucht! Sie sollen sichüberzeugen, dass sie ohne die Herren und die Kapitalisten endlich freie, glücklicheMenschen und Baumeister der gemeinsamen sozialistischen Heimat des Proletariatswerden. Mögen sie die Freiheit atmen, unsere Errungenschaften sehen! Sie sollenbegreifen, dass nur Russland, die große MUTTER der unterdrückten Völker, dieMenschheit von Hunger, Versklavung und Ausbeutung befreien kann! Ja!Erst sieben Kilometer hinter der Grenze begegnete uns die tierische Gegenwehr der blutigen Kapitalisten. Wahrscheinlich konnte einer von ihnen die Dunkelheit nutzen, ausdem polnischen Wachhaus fliehen und die Kapitalisten über die Ankunft der unbesiegbaren proletarischen Armee informieren.Jemand rief etwas in der polnischen Hundesprache. Ich verstand es nicht, antwortetenur laut und drohend, bis es hallte: „Ergib dich, du Faschist, sonst vernichten wir dich."Vorne dröhnte etwas plötzlich. Wir sprangen sofort ins Gebüsch, in den Straßengraben,wie die militärische Taktik es befiehlt, um Schutz zu suchen. Dann holten wir unsereMaschinengewehre hervor - und los: Mit Serienbeschuss belegten wir den Feind.Der Wald stöhnte nur. An die zwei Stunden lang schossen wir. Niemand antwortete. Aber man muss immer vorsichtig sein, denn der Feind ist schlau. Vielleicht lauerte er noch daund wartete.Unterdessen wurde es hell. Wir schauten uns genauer um: Auf der Straße vor uns standein mit Heu beladener Pferdewagen, daneben lag ein totes Pferd. Sonst war niemandmehr zu sehen...Wir gingen weiter, vorsichtig, um nicht in eine Falle zu geraten. Aber alles endeteglücklich. Der Feind muss verstanden haben, mit welcher Macht er zu tun hat undflüchtete in Schande.Auf diese Weise marschierte ich, Unterleutnant der unbesiegbaren Roten Armee, an der Spitze meines Zuges in das kapitalistische Polen ein. Und dies geschah in der Nacht des17. September 1939. Hurra, hurra, hurra!Meine Notizen beginne ich in der Stadt Vilnius. Ich schreibe sie zum Ruhm unserer mächtigen Roten Armee und vor allem, zum Ruhm ihres großen Führers, Genosse Stalin.Ihm auch, selbstverständlich, habe ich sie gewidmet. Ich weiß gut, dass meine Feder zumachtlos ist, um unseren großen Führer und meine Liebe zu ihm richtig zu beschreiben.Dazu bräuchte man die Feder von Puschkin oder Majakowski. Ich kann lediglich nur genau aufzeichnen, was ich in diesen großen und historischen Tagen, als einigeunterdrückte Völker aus der Sklaverei befreit wurden, gesehen und gehört habe.Wenn ich an unseren großen FÜHRER und LEHRER denke, dann spüre ich Tränen inden Augen. Was wäre ich ohne ihn? Ein Sklave des Zaren, unmenschlich unterdrückt undausgenutzt. Und jetzt bin ich, dessen Vater ein einfacher Arbeiter war, ein Offizier. Ichhabe die Ehre, dem Komsomol anzugehören; habe die 9-jährige Schule absolviert, kannlesen und fast fehlerlos schreiben. Ich kann am Telefon sprechen und kenne politischeSchriften; esse tagtäglich echtes Brot; trage Schuhe aus Leder. Ich bin ein gebildeter undzivilisierter Mann. Außerdem genieße ich die allergrößten Freiheiten, die ein Mensch auf Erden haben kann. Ich darf sogar IHN, unseren Führer, einen Genossen nennen. DenkenSie mal ehrlich nach: Ich habe das Recht, IHN einen Genossen zu nennen, frei und überall! Genosse Stalin!GENOSSE STALIN! ... Eben das sind mein größter Stolz und meine Freude! Darf vielleicht ein Bürger eines kapitalistischen Staates seinen Präsidenten oder König einenGenossen nennen? Niemals! Es sei denn, ein anderer blutrünstiger Präsident oder verrohter König würde das sagen. Und ich…, ich spüre Freude und Stolzes-Tränen in denAugen. Ich muss mit dem Schreiben aufhören und eine rauchen. Ich könnte das Übermaßvon Glück nicht mehr aushalten, und mein Herz würde brechen.
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