wir stehen, ist allein keine ausreichende Grundlage für zukunftsorientierte linke Politik. Dasist der Kurs von "Die Linken": Sie sind de facto eine Lobby für die Modernisierungsverlierer.Daran ist eigentlich noch nichts Falsches, denn die anderen gesellschaftlichen Interessenhaben ihre eigenen egoistischen Lobbies. Das Problem ist, dass Lobbyismus, auch wenn er berechtigt ist, längerfristig nicht politische Konzeptionen ersetzt.Fairneß, soziale Gerechtigkeit, Freiheit und Chancengleichheit, Solidarität undVerantwortung für andere: diese Werte sind zeitlos.(Und es wäre gut, sie noch ein wenig schärfer zuzuspitzen. So ist das allzu verwaschen. 1999scheute man noch vor allem zurück, was von ferne "links" klang.)Die Sozialdemokratie wird sie nie preisgeben. (Jedenfalls solange sie noch existiert.)Um diese Werte für die heutigen Herausforderungen relevant zu machen, bedarf esrealistischer und vorausschauender Politik, die in der Lage ist, die Herausforderungen des 21.Jahrhunderts zu erkennen. Modernisierung der Politik bedeutet nicht, auf Meinungsumfragenzu reagieren, sondern es bedeutet, sich an objektiv veränderte Bedingungen anzupassen.Eigentlich müssen wir wieder auf Marx zurückzugehen: Wir müssen den Kapitalismus imdigitalen Zeitalter analysieren, um ihn besser zu verstehen als die Kapitalisten selbst. Wir müssen die Eigendynamiken und Binnenlogiken herausarbeiten, die sich ausnutzen lassen,um für eine neue emanzipatorische, solidarische Bewegung Schwung zu gewinnen.Wir müssen unsere Politik in einem neuen, auf den heutigen Stand gebrachtenwirtschaftlichen Rahmen betreiben, innerhalb dessen der alte Gegensatz wie auch das alteZusammenspielvon "der Staat" und "die Wirtschaft" überwunden ist. Das alte Spielfunktioniert nicht mehr. Das neue Spiel, das gerade entsteht, haben wir noch nicht verstanden. Niemand hat es bisher verstanden.Die Rolle von "Märkten" muss völlig neu überdacht werden. Markt ist nicht Markt. Der Markt als ein System, um kreative Unordnung zu organisieren und kollektive Lösungen auf sozialen und gesellschaftlichen Bedarf zu finden, ist nicht dasselbe wie der "Markt" desglobalen Finanzkapitalismus oder der "Markt" von staatlich subventioniertenGroßtechnologiekonzernen.Politik kann gesellschaftliche Rahmenbedingungen setzen und sie kann auchgesellschaftliche Aufmerksamkeit und gesellschaftliche Energien auf neuralgische Punktelenken.Leider hat hier Politik in den letzten 10 Jahren auf der ganzen Linie versagt, dieSozialdemokraten eingeschlossen.Die Steuerungsfunktion von Märkten muß durch die Politik ergänzt und verbessert werden,kann aber nicht durch Politik ersetzt werden. Politik ist immer nur eine gesellschaftlicheKraft unter mehreren. Was aber eine "linke Marktwirtschaft" sein könnte, müssen wir klären.Wir teilen ein gemeinsames Schicksal in der Europäischen Union. Wir stehen den gleichenHerausforderungen gegenüber: Arbeitsplätze und Wohlstand fördern, jedem einzelnenIndividuum die Möglichkeit bieten, seine eigenen Potentiale zu entwickeln, sozialeAusgrenzung und Armut bekämpfen; materiellen Fortschritt, ökologische Nachhaltigkeit undunsere Verantwortung für zukünftige Generationen miteinander vereinbaren; Problemewirksam bekämpfen, die den Zusammenhalt unserer Gesellschaften bedrohen, und Europa zu
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