4
FH N
|
April
2009
studieNgäNge
komme, ist es sehr interessant, in ei-nem Unternehmen konkret mit derUmsetzung beasst zu sein.“
FH News: „Wie sieht das konkret inder Umsetzung aus?“
Luks: „Ein erstes Anliegen ist es,eine übergreiende Strategie zu ent-wickeln, die alle drei Bereiche derökonomischen, ökologischen und so-zialen Nachhaltigkeit beinhaltet. Beiden Umsetzungsprojekten unter-scheiden wir au ökologischer Ebenezwischen Prozessökologie und Pro-duktökologie. So ist ein konkretes Pro- jekt in diesem Jahr dem Thema Klima
gewidmet. Hier geht es um Ressourcen-
ezienz in Bereichen wie Transport,Gebäudemanagement und Inorma-tionstechnologie. In mittlerem bislängerem Zeithorizont streben wirNachhaltigkeit in den Produktenan. Die Bank bietet beispielsweiseschon derzeit einen Kredit ür Wohn-raumschaung an, wo die Kredit-nehmerInnen einen nanziellen Vor-teil haben, wenn sie das energiee-zient machen. Weiters ist es möglich,bei unserem TochterunternehmenPioneer Investments sein Geld nachethischen Kriterien zu investieren.“
FH News: „Herr Dr. Pircher, fndenderartige Ansätze auch in der Aus-bildung im Studiengang Bank- undFinanzwirtschat ihren Nieder-schlag?“
Pircher: „Ja, und zwar au mehrerenEbenen. Der Unterricht erolgt im Stu-diengang zu rund
75
% durch Personen,die hauptberufich in Unternehmentätig sind, die potenziell zuküntigArbeitergeber der StudentInnen sind.Dazu zählen neben Banken auch Ver-sicherungen, Wirtschatsprüer undRegulierungsbehörden. Dadurch hatein Großteil der Lehrenden direktenKontakt mit den Auswirkungen deraktuellen wirtschatlichen Situationund thematisiert diese unter dem Ge-sichtspunkt der jeweiligen Lehrver-anstaltung. Weiters wird die konkreteUmsetzung von Nachhaltigkeits-ansätzen oder Konsequenzen psycho-logischer Faktoren in Märkten be-handelt in Lehrveranstaltungen wieWirtschatsethik und Selbstmanage-ment. Darüber hinaus schreiben Stu-dentInnen vermehrt Arbeiten in Ge-bieten wie ethisches Investment oderCorporate Social Responsibility.“
FH News: „Besteht nicht die Geahr,dass die AbsolventInnen sich üreinen Bereich ausbilden, in demaugrund der Krise – auch mit diesenKenntnissen – kein Bedar nachArbeitskräten besteht?“
Pircher: „Die Signale aus der Wirt-schat zeigen mir schon jetzt, dass dasnicht der Fall sein dürte. Einerseitskönnen wir davon ausgehen, dassdie Finanzkrise in ein bis zwei Jahrenüberwunden sein wird. Andererseitsentsteht gerade durch die Finanzkrisevermehrt Bedar an ExpertInnen bei-spielsweise in Bereichen wie RiskManagement sowie in den Regulie-rungsbehörden und Wirtschatsprü-ungen.“
FH News: „Vielen Dank ür dasInterview!“
symposium „die iNterNatioNaleFiNaNZkrise“
von Dr. Christian Cech, Researcherund Pro. (FH) Dr. Rudol Stickler, Rektor der FH des bf Wien
Am
19
. November
2008
and an derFH des b Wien das Symposium „Dieinternationale Finanzkrise“ statt. Ver-treterInnen der Bankwirtschat, derBankenausicht und von Hochschulenstellten zunächst in vier Fachvor-trägen die Ursachen der aktuellenFinanzkrise, deren Auswirkungen unddie damit verbundenen Herausorde-rungen ür österreichische Bankendar. Weiters wurde die aktuelle Fi-nanzkrise im Vergleich zu bisherigenKrisen analysiert. Im Anschluss andeine hochkarätig besetzte Podiums-diskussion statt, bei der auch au dieunsichere Lage in Osteuropa einge-gangen wurde.Mag. Andreas Ittner von der OeNBbetonte, dass eine extreme Regulie-rung nicht zielührend sei. Vielmehrmüssten geeignete Anreizstrukturengeschaen und aurecht erhaltenwerden. „Rating-Agenturen, Banken-Manager und Händler müssen Ver-antwortung übernehmen. Dies istidealerweise durch eine durchgän-gige, notalls persönliche, Hatung zuerreichen. Gewinne düren nicht überJahre privatisiert werden, währendVerluste sozialisiert werden“, meinteauch Pro. Albrecht Michler von derUniversität Düsseldor. Es mache je-doch keinen Sinn, „ausgetrockneteMärkte“ überhastet zu regulieren,wie etwa den Markt ür strukturier-te Produkte, die zwar zum Ausbruchder Finanzkrise geührt haben, mo-mentan jedoch kaum mehr gehan-delt oder gar neu am Markt platziertwerden. Die meisten der Diskussions-teilnehmerInnen waren sich einig,dass eine Verstaatlichung des Ban-kenwesens nicht sinnvoll wäre. „Nurdie Banken haben die entsprechen-den Ressourcen und Erahrung inder Bewertung und Gestionierungvon Krediten“, meinte Mag. Ittner.Einen konträren Standpunkt nahmDr.
in
Özlem Önaran von der WU Wienein. Sie sprach sich ür einen großenöentlichen Finanzsektor aus, derein stabiles Wachstum ördern solle.
Leave a Comment