von Wissen zu unterscheiden: die Kodi-fizierung, also das Speichern von Datenin Dokumenten einerseits und die Per-sonalisierung andererseits, also die Wei-tergabe von Wissen direkt von Person zuPerson. Erstere ist nahezu unabhängigvon der Anzahl der Personen, die auf die Daten zugreifen, zeitlich stabil spei-cherbar und kann qualitätsgesichert wer-den. Die Personalisierung, z. B. durcheine Hotline von Expert(innen), ermög-licht ein sehr effizientes Lösen von kon-textspezifischen Problemen und dasGenerieren neuen Wissens.
Wichtige Instrumente
Best-Practice-, Lessons-Learned- oderProjektdatenbanken unterstützen dieNutzbarmachung von wertvollem Erfah-rungswissen über dessen Kodifizierung.Das Wissen ist jedoch kontextgebunden,weshalb ein wesentlicher Erfolgsfaktorder Kodifizierung darin liegt, die Rah-menbedingungen, unter welchen dasWissen entstanden und gültig ist, eben-falls zu erfassen.Das wohl bedeutsamste Instrument derPersonalisierungsstrategie besteht in dersystematischen Planung der Mitarbei-ter(innen)kompetenzen. VorhandenesKnow-how ist mit den strategischenAnforderungen abzugleichen, worausetwaiger Handlungsbedarf abgeleitetwerden kann.Die Community of Practice (CoP) stelltein weiteres Instrument der Personalisie-rung dar. Darunter ist eine Gruppe vonPersonen zu verste-hen, die Interesse anderselben Thematikhaben und mitein-ander in regelmäßi-gem Kontakt stehen. Es kann sich bei-spielsweise um Wissen zu Technologien,Produkten, Absatzgebieten, Kunden-gruppen o. ä. handeln.Yellow Pages sollen es ermöglichen,innerhalb des Unternehmens Mitarbei-ter(innen) als Know-how-Träger zu iden-tifizieren und zugänglich zu machen.Ähnlich einem Telefonbuch im Intranetenthalten sie nicht nur Kontaktdaten,sondern auch Angaben über Aus- undWeiterbildung, Arbeitsschwerpunkte,Projektbeteiligungen etc.
Die Umsetzung
Vor den ersten Maßnahmen zur geziel-ten Entwicklung und Nutzung derimmateriellen Ressourcen sollte in Formeines Workshopserarbeitet und ver-mittelt werden, wasWissensmanage-ment im umfassen-den Sinn bedeutet und worin der kon-krete Nutzen für die Mitarbeiter(innen)liegen kann. Da es kein Wissensma-nagement „out of the box“ gibt, ist fürjede Organisation zu ermitteln, wo undwie die wirksamsten Maßnahmengesetzt werden können. Jedoch ist es des-halb nicht notwendig, bei Null zu begin-nen. Zahlreiche Erfahrungen und Fall-beispiele aus der Praxis bieten Leitlinienund zeigen Erfolgsfaktoren auf.
Rahmenbedingungen
Folgende Rahmenbedingungen sind beider Umsetzung eines umfassenden Wis-sensmanagements zu berücksichtigen:
Strategie
Wissensmanagement soll die Erreichungder Ziele der Unternehmensstrategieunterstützen. Deshalb haben sich alleMaßnahmen in der entsprechenden Pri-orität danach auszu-richten. Das Leitbildder Organisationkann explizit fest-halten, dass die Wei-tergabe und das Entwickeln von Wisseneine Pflicht von Führungskräften wieMitarbeiter(innen) darstellt. Für die Ent-wicklung einer erfolgreichen Unterneh-mensstrategie wiederum wird Wissen zuund aus unterschiedlichen Bereichen derOrganisation benötigt: Absatzzahlen,Marktforschung, Benchmarking, Wün-sche und Beschwerden von Kunden, aberauch Intuition und langjährige Erfahrungvon Mitarbeiter(innen)n aus Produktion,Vertrieb, Management etc. Es gilt also,potentiell relevantes Wissen für die Stra-tegieentwicklung verfügbar zu machenund in diese einfließen zu lassen.
Leadership
Ein aktives Teilen und Entwickeln vonWissen kann nicht erzwungen werden.Deshalb ist dafür dassubjektive Wollen derMitarbeiter(innen)notwendig. EinemMindestmaß an Iden-tifikation mit dem Unternehmenszweckund der eigenen Funktion kommt damiteine große Bedeutung zu. Die Führungund Koordination von Know-how-Trä-ger(innen)n und Spezialist(inn)en erfor-dert eine klare und glaubhafte Vision. Esist ein Rollenverständnis des Manage-ments als Teamleader und Trainer gefor-dert, das sich stärker auf Führen durchZiele und Unterstützung als auf Anord-nung konzentriert.
Daten und Informationen
Daten und Informationen bilden dieGrundlage von Wissen. Neben derBereitstellung von informationstechno-logischen Infrastrukturen stellen vorallem auch Themen wie Informations-qualität, Inhaltserschließung und Infor-mation Retrieval wesentliche Faktorenfür ein erfolgreiches Informationsma-nagement dar. Wichtige Schritte könnendabei meist auch einfache Regeln für denEinsatz von E-Mail (Formulierung derBetreffzeile, Dringlichkeitsstufen, Carb-on Copy etc.) und für Ordnerstrukturenund die Dateibenennung sein. NebenDatenbanken stehen beispielsweiseCommunity- und Kommunikations-technologien, Data Mining, ContentManagement und Datenvisualisierungzur Verfügung.
Personalmanagement
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A u f d e m W e g z u r i n t e l l i g e n t e n O r g a n i s a t i o n
WING-business 38 (2005) 3
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