1 - Merkmale des Social Web
Im folgenden Kapitel sollen die zentralen Merkmale und Trends des "Social Web" dargestellt werden. Zu diesem Zweck werden Beispiele und Entwicklungen aus den Dimensionen Technik, Wirtschaft, Gesellschaft und Politik angerissen. Dies soll und kann, auf Grund der Vielzahl undKomplexität der Veränderung, nur in verkürzter, examplarischer Form geschehen, um einenEindruck zu vermitteln. Im Anschluss (1.5) sollen eine Reihe von übergeordneten Trendsidentifiziert werden, deren Gesamtheit das "Social Web" ausmachen.
1.1 - Technik
Die fortschreitende technische Entwicklung im Hard- und Softwarebereich, sowie bei derkabelgebundenen und kabellosen Datenübertragung ermöglichen heute enormanspruchsvollere und vor allem datenintensive Applikationen im Internet. So hat sich inDeutschland die kabelgebundene Hochgeschwindigkeits-Datenübertragung mit Hilfe von DSLzum Standard, auch im privaten Bereich, entwickelt. Heute ist es zum Beispiel möglich Video-und Audiostreaming in angemessener Qualität durchzuführen.Das Angebot von kabellosen Internetzugängen (WLan und UMTS) hat sich vervielfacht. Geradedie zunehmende mobile Nutzung des Internet über das Mobiltelefon ermöglicht vollkommenneue Möglichkeiten und verändert die Nutzung grundlegend. Konstante Kommunikation undErreichbarkeit werden so möglich. Auch Technologien, wie Voice-Over-IP oder Audio/Video-Live-Streaming, erlauben es Nutzern "Instant Communcation" zu betreiben.Im Softwarebereich ist es vor allem die Entkopplung von Inhalt und Form, welche völlig neue Arten und Darstellungen von Inhalten ermöglicht. So erlaubt zum Beispiel RSS (Real-Simple-Syndication) Text, Bild und Ton maschinenlesbar aufzubereiten und somit inunterschiedlichsten Umgebungen, von der normalen Webseite bis hin zu einem Mobiltelefon,darzustellen. Auch die Open-Source-Bewegung hat einen wichtigen Anteil an den massiven Entwicklungendes Internets als Ganzes. Open-Source-Software kommt immer mehr im privaten,geschäftlichen und öffentlichen Bereich zur Anwendung. So ist die Verwaltung der StadtMünchen bereits komplett auf das Betriebssystem Linux umgestiegen und über ein Drittel allerdeutschen Onliner nutzen den Open-Source-Browser Firefox (Wikipedia.org: Firefox).Onlineservices haben sich im Laufe der letzten Jahre im Hinblick auf ihre Funktionen undNutzbarkeit massiv weiterentwickelt. Die ursprünglich statischen Webseiten haben sich zuOnline-Applikationen weiterentwickelt, die in vielen Fällen die Aufgaben von komplexenDesktopanwendungen übernehmen können. Ein Beispiel für einen nahezu vollwertigen Ersatzeiner Desktopanwendung ist die "Google Docs Suite", die als Ersatz für "Microsoft Office" undähnliche Programme konzipiert wurdet.Im Zuge dieser Entwicklung hat sich die Kompatibilität von Netzanwendungen untereinanderdurchgesetzt. So bieten Services wie "Twitter" sogenannte "Applications ProgrammingInterfaces" (API) an, mit deren Hilfe andere Online- und Offline-Anwendungen bestimmteTeile der Inhalte der erstgenannten Plattform für sich nutzen können. Ein API beschreibt dieSchnittstellen einer Anwendung für andere Anwendungen. Ursprünglich stammt das Konzeptaus dem Bereich der Betriebssystem- und Offline-Anwendungsprogrammierung (vgl. Laplante,Seite 20-21). Mit dem Wandel von Webseiten zu Onlineapplikationen wurde dieses Prinzipübernommen.
1.2 - Wirtschaft
Die Veränderungen in der wirtschaftlichen Dimension lassen sich in zwei Komponentenaufteilen:
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