Wirtschaft &Gesellschaft
Editorial
Liebe Leserinnen und Leser,nach einem
„Blick in die Zukunft“
sindin
MARKT 38
Artikel zusammengestellt,die zeigen, wie man sich in einer sichverändernden (Berufs-)Welt zurechtfindet:Hinweise zu Selbstmarketing und Net-working (S. 6), typischen Bewerberfeh-lern (S. 8), Schlagfertigkeit (S. 11),aber auch eine kleine Übersetzungshilfe(„Was Bewerber verstehen, wenn Perso-naler sprechen“, S. 19) gehören in dieseAuswahl. Folgerichtig verrät – wie immerein wenig augenzwinkernd – die letzteSeite: „So werden Sie Top-Manager“…Auch
MARKT
rüstet sich für die Zukunftund stellt sich neu auf: nach 15 Jahrenund 38 gedruckten Ausgaben findenSie künftig
MARKT
komplett als PDF imInternet (www.goethe.de/markt), wiebisher ergänzt mit Unterrichtsvorschlä-gen für Lehrende und interaktivenÜbungssequenzen für Lernende.Wenn Sie weiterhin die gedruckte Aus-gabe bevorzugen, schreiben Sie an dieBuchhandlung Pieper (Bestelladresse imImpressum S. 18); Abonnenten erhaltenwie gewohnt drei Ausgaben pro Jahr.Mit den besten GrüßenDr. Werner Schmitz
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Ausgabe 38
Seite 1
Paradiesvogel
(hier fig.)exzentrischer Mensch, auffallendePersönlichkeit
tayloristisch
Betriebsführung nach dem US- Amerikaner Frederick W. Taylor (1856-1915)
checken
(ugs.)kontrollieren, überprüfen
obsolet
ungebräuchlich, unüblich, veraltet
Friedrich-Ebert-Stiftung
gemeinnützige private Institution, denIdeen und Grundwerten der sozialenDemokratie verpflichtet (SPD-nahe)Seite 2
Spinner
(ugs.)Verrückter, Träumer, nicht ernst zunehmender Mensch
Ab indie City!
as Jahr 2007 markiert einenWendepunkt in der Ge-schichte der Menschheit.Erstmals,seitdem es Städte gibt – al-so seit rund zehntausend Jahren –,werden in diesem Jahr genauso vieleMenschen in urbanen Gebilden le-ben wie aufdem Land.
Immer schneller ziehen dieMenschen in die Stadt
:Noch vor200 Jahren lebten sie vorrangig vonAckerbau und Viehzucht – diemenschliche Existenz war überwie-gend bäuerlich.Weniger als dreiProzent der Bevölkerung warenStädter.Doch mit der Industrialisie-rung auch in Entwicklungs- undSchwellenländern änderte sich diesgründlich.Vor 30 Jahren wohntebereits ein Drittel der Menschheit inStädten,bis 2050 werden es nachAngaben der UN-Organisation Ha-bitat rund sechs Milliarden Men-schen,zwei Drittel der Weltbevölke-rung,sein.„Die Menschheit steht am Be-ginn eines neuen urbanen Millenni-ums”,sagt Anna Tibaijuka,Ge-schäftsführende Direktorin von Ha-bitat.Grund:Die Wertschöpfung,die materielle Grundlage dermenschlichen Existenz,konzentriertsich weltweit in urbanen Struktu-ren.Unter welchen Bedingungen dieMenschen leben,lernen und arbei-ten,hängt damit vor allem davonab,welche Chancen und Möglich-keiten ihnen die Städte bieten.DieVerantwortlichen in den Städtenstehen deshalb vor der enormenAufgabe,mit den Folgen des stür-mischen urbanen Wachstums fertigzu werden.
Die Entwicklung städtischer Verkehrsinfrastruktur,
das Auf-rechterhalten von Recht und Ord-nung,die Versorgung der Einwoh-ner mit Gesundheitssystemen,Energie,Wasser und Lebensmitteln,das Entsorgen des Zivilisationsmüllsund die Reinhaltung der Luft,allediese Aufgaben sind umso schwieri-ger zu bewältigen,je größer dieStädte werden.Und je größer sie werden,destomehr wächst auch ihre ökonomi-sche Bedeutung „Das städtischePhänomen dieses Jahrhundertswerden die Megacitys sein,hochver-dichtete Metropolen mit mehr alszehn Millionen Einwohnern”,heißtes in einer UN-Studie.In den ent-wickelten Ländern werden schon jetzt rund 80 Prozent des Bruttoin-landsprodukts in Städten und Bal-lungsräumen erwirtschaftet.Der japanische Management-Guru Kenichi Ohmae sieht in denschnell wachsenden Megacitys dieneuen Kraftzentren einer globali-sierten Wirtschaft,deren politischeBedeutung künftig „die der Natio-nalstaaten weit in den Schatten stel-len”werde.Regionalökonomen wieRichard Florida von der George-Mason-Universität in Virginia,USA,sagen,die Entscheidung,in welcherStadt man lebt,sei „die wichtigsteEntscheidung des Lebens”.
Ballungsräume,
sogenannteMegalopolen,dominieren schonheute die globale Wirtschaft.DerGroßraum zwischen Washington,New York und Boston etwa erwirt-schaftet ein Bruttoinlandsproduktvon 2,3 Billionen Dollar.Für sichgenommen,ist diese Megalopolis,von den Amerikanern „Boswash”genannt,die weltweit viertgrößteWirtschaftsmacht,Kristallisations-punkt für kreative Wissenschaftlerund Künstler aus der ganzen Welt.Im Großraum Tokio mit insge-samt 35 Millionen Einwohnern ent-stehen rund 80 Prozent der japani-schen Wertschöpfung.Auch SaoPaulo,die Industriemetropole Bra-siliens,und Thailands Wirtschafts-zentrum Bangkok zählen jeweilsnur zehn Prozent der Gesamtbevöl-kerung ihrer Länder – steuern abermehr als 40 Prozent zum jeweiligenBruttoinlandsprodukt bei.Gemein-sam dominieren die rund 20 größ-ten Megalopolen die globale Welt-wirtschaft.
Doch das Wachstum der Mega-citys hat auch Grenzen.
Megalopo-len wie der Ballungsraum an derNordostküste der USA,Tokio,aberauch Paris und London werden denHabitat-Prognosen zufolge dem-nächst aufhören zu wachsen.In la-teinamerikanischen Metropolen wieMexiko-Stadt,São Paulo und Rio deJaneiro wird sich das Wachstum derBevölkerung aufrund ein Prozent jährlich reduzieren.Dagegen wirdsich die städtische Bevölkerung inden Entwicklungsländern,allenvoran in Asien und Afrika,in dennächsten 30 Jahren verdoppeln.
Noch Fragen?
konrad.handschuch@wiwo.de
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Megatrend Urbanisierung.
Das Jahr 2007 markiert den Beginn des urbanenMillenniums. Rund 20 Megacitys dominieren die Weltwirtschaft.
„Für welche Stadt man sich entscheidet, umdort zu leben, ist die wichtigste Entscheidungim Leben überhaupt"
Richard Fiorida, Reglonaiforscher
Längerleben
ie Unsterblichkeit des Men-schen rückt näher.„In etwa50 Jahren”,glaubt FrancisCollins,„werden wir uns nicht mehrfragen,wie alt wir werden können,sondern nur noch:Wie alt wollenwir werden?”Collins ist kein Spin-ner,er ist der Direktor des ameri-kanischen nationalen Genomfor-schungszentrums in Bethesda,Maryland,und damit einer derweltweit angesehensten Erbgutfor-scher.Sein Institut hat maßgeblichdazu beigetragen,das menschlicheGenom zu entschlüsseln.
Die Erkenntnisse über den Zu-sammenhang
zwischen genetischerSteuerung des Organismus undKrankheit,Alter,Leben und Toderöffnen uns die Chance aufeinlanges,vielleicht sogar ewiges Le-ben.Keine andere Disziplin wirddas menschliche Leben so grundle-gend verändern wie dieBiotechnik.Kaum eineForschungsrichtungentwickelt sich so explo-siv.Je größer der Wis-sensschatz wird,umsomehr Anwendungenentstehen – in Formvon Therapien undMedikamenten gegenKrebs,Herz-Kreislauf-Leiden oder Aids.DiePalette reicht von derEntschlüsselung und
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Megatrend Biotechnik.
Gendiagnostik, Stammzelltherapie und Retortenorganewerden uns in Zukunft fit und gesund halten.
*Bevölkerungsprognosefür 2015;Quelle:UnitedNations/Habitat
Los Angeles14,1Mexiko-Stadt19,217,4New York11,9Rio de Janeiro20,4São Paulo14,1Buenos Aires23,2LagosKairo19,223,2IstanbulKarachi19,221,1Dhaka10,1Bangkok11,0Osaka26,4Tokio14,8Manila17,3JakartaDelhi16,8Mumbai26,1Hyderabad10,517,3KalkuttaPeking12,3Shanghai14,6Tianjin10,7
1975
Aufstieg derMetropolen
Städte mit mehr alszehn Millionen Einwohnern*
20002015
Quelle:EllenHeber-Katz,Wistar Institute,Philadelphia,USA
Organe aus der Retorte
Wann konkrete Ergebnisse in derRegenarationsbiologie zu erwarten sind
Infarktgeschädigte Herzen undverletzte Nerven, zuerst Netzhautund Sehnen; später das Rückenmark51151050 …20
Finger undZehenkompletteGliedmaßen jedesKörperteilkannersetztwerden
1975 gab es erst fünfStädte mit mehr als zehnMillionen Einwohnern,2000 waren es schon 19.Bis 2015 kommen vierweitere hinzu. Nachder UN-Prognose bleibtTokio mit 26,4 MillionenEinwohnern in 2015größte Stadt der Welt,gefolgt von Mumbai(26,1 Millionen)undLagos (23,2 Millionen).
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