22.06.09 09:59PR Blogger: Mehr Spenden für den QualitätsjournalismusSeite 2 von 3http://klauseck.typepad.com/prblogger/2009/06/trendwatch-funding-journalism.html
wäre höherer Blödsinn, weil erstens die dpa-Korrespondenten in Osteuropa einen guten Job machen undzweitens – das merken jetzt auch die Verleger – weil die News heute in Echtzeit im Internet stattfinden und nichtauf den Seiten einer Zeitung, die am Vortag gedruckt wurde. Die Zeitungen werden künftig auf einer Seite alle Ausland-News zusammenfassen und ansonsten die Leser mit exklusiven Hintergrundberichten informieren – dieunter anderem durch Funding Journalism finanziert werden. Auch allgemein halte ich es für unwahrscheinlich, dass spendenfinanzierte Modelle Nachrichtenjournalismusfinanzieren können, da ich als ehemaliger Agenturjournalist weiss, dass eine Nachrichtenorganisation wie die dpaextrem kostenintensiv ist. Stattdessen sehe ich die Stärken des Funding Journalism klar bei derHintergrundberichterstattung, die er sehrwohl auf hohem Niveau leisten kann.>> Haben Sie Leitlinien definiert, wie ihre Journalisten mit PRlern umgehen sollen und wenn ja, was beinhaltendiese?Maiak hat ein Redaktionsstatut mit der klaren Vorgabe: "Die Redaktion weist jede Einflussnahme, jeden Druck seitens einzelner Personen, politischer Parteien, Unternehmen, ökonomisch, religiös oder ideologisch orientierterGruppen zurück." Auch im Programmleitbild von maiak wird die publizistische Grundhaltung klar vorgegeben: "Die Autorenschreiben nach publizistischen Kriterien und unabhängig von politischen, wirtschaftlichen, religiösen, sozialenoder anderen Interessengruppen sowie von persönlichen Interessen." Wir unterscheiden aber Werbung oder politische Propaganda von der PR und beurteilen Letztere nicht per senegativ. Die PR – sprich die Öffentlichkeitsarbeit von Organisationen, Unternehmen oder Behörden – hatdurchaus ihre Berechtigung, wenn es um Information, Kommunikation und Meinungsbildung geht.>> Sollte sich das Funding Journalism etablieren und in Zukunft einen größeren Anteil der Berichterstattungtragen, hätte dies Ihrer Meinung nach Implikationen auf Public Relations oder bliebe das Verhältnis vonJournalisten zu PRlern davon unangetastet?Schauen wir die Sache doch ganz pragmatisch an: Auf der einen Seite finanziell und personell gut dotierteNichtregierungs-Organisationen wie maiak, deren Autoren anerkannte Fachleute in ihrem Themengebiet sindund deren Träger (Stiftungen, Universitäten und Privatpersonen) langfristig einen unabhängigenQualitätsjournalismus fördern wollen. Auf der anderen Seite brutal dezimierte Redaktionen unter Zeitdruck, diesich durch Anzeigen von Unternehmen, Organisationen und Behörden finanzieren. Wenn die Redaktionen einen Teil der Hintergrundberichte durch eine Organisation wie maiak und deren FundingJournalism finanziert erhalten, könnte es sogar ihre publizistische Unabhängigkeit vergrössern. Ich denkedeshalb, dass durch den Funding Journalism langfristig die Öffentlichkeitsarbeit von Organisationen,Unternehmen oder Behörden besser wird, da die PR besser werden muss. Dies soll zunächst als Einstieg in das Thema 'Funding Journalism' genügen. Mich würde interessieren: Sind Sie schonmit Journalisten in Berührung gekommen, die für eine Funding Journalism Organisation gearbeitet haben? Wird diesesThema für Sie an Relevanz gewinnen oder denken Sie, es bleibt ein Nischenthema? Über Ihre Meinung würde ich michfreuen!Thomas Euler>> Freitag.de: Qualitätsjournalismus im Internetzeitalter
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