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Chancen, Schergen, Scharlatane- Der Sportjournalismus und die Tour de France.
 
Diplomarbeit, vorgelegt im Januar 2009Institut für Journalistik, TU Dortmund1. Gutachter: Prof. Dr. Ulrich Pätzold2. Gutachter: Prof. Dr. Frank LobigsAngelika Mikusangelika.mikus@googlemail.com
 
 
Schriftliche Versicherung
Ich versichere, dass ich die Diplomarbeit selbstständig verfasst, andere als dieangegebenen Quellen und Hilfsmittel nicht benutzt und mich auch sonst keiner unerlaubtenHilfen bedient habe. Textstellen, die wörtlich oder sinngemäß verwendet wurden, sind alssolche gekennzeichnet. Ich erkläre weiterhin, dass ich das Thema weder in einerStudienarbeit noch innerhalb einer journalistischen Arbeit oder einem Projekt erschlossenhabe.Dortmund, im Januar 2009
Einverständniserklärung der Verfasserin
 
Ich erkläre mich damit einverstanden, dass meine Diplomarbeit nach § 6 (1) des URG derÖffentlichkeit durch die Übernahme in die Bereichbibliotheken zugänglich gemacht wird.Damit können Leser der Bibliothek die Arbeit einsehen und zu persönlichenwissenschaftlichen Zwecken Kopien aus dieser Arbeit anfertigen. Weitere Urheberrechtewerden nicht berührt.Dortmund, im Januar 2009
 
Abstract
Im Mittelpunkt der vorliegenden Arbeit, die den Titel „Chancen, Schergen, Scharlatane“trägt, stand die Forschungsfrage „Wie gehen Journalisten und Medien mit derDopingproblematik bei der Tour de France um?“.Ausgehend von dieser übergeordneten Frage wurde untersucht, wie und unter welchenBedingungen Sportjournalisten bei diesem Sportereignis arbeiten, welche Strukturen undProbleme sich auf ihre Arbeit auswirken und welches Selbstverständnis ihre Arbeit prägt.Als Untersuchungsmethode für diese explorative Studie wurde eine qualitative Methode,das teil-standardisierte Experteninterview, ausgewählt, das mit sieben Journalisten geführtwurde, die sich regelmäßig mit dem Thema Doping bei der Tour de France beschäftigen.Im Zentrum der Untersuchung stehen die Auswertung und die Diskussion derBefragungen. Am Ende der Arbeit wurden die Ergebnisse der Diskussionzusammengefasst und 27 Hypothesen vorgestellt, an die weitere Forschungen anknüpfenund aufbauen können.Insgesamt lässt sich festhalten, dass ein Großteil der Sportjournalisten keine Chance hat,unabhängig und investigativ über die Tour de France zu berichten. Einige der Befragtensehen die Medien sogar selbst als Teil des Systems, durch das Doping im Radsportprovoziert wird. Besonders das journalistische Selbstverständnis einiger Sportjournalistenleidet unter einer mangelnden kritischen Haltung und zu wenig Distanz zum Sportler. Aberauch die wirtschaftlichen Interessen der Medien und Protagonisten blockieren dieinvestigative Recherche von Sportjournalisten, die über exzellente Kontakte in dieRadsportszene verfügen müssen, um zuverlässige Informationen zu erhalten. Zudemgeraten besonders kritische Journalisten zunehmend in Schwierigkeiten, da immer mehrSportler und Funktionäre mit rechtlichen Mitteln gegen sie vorgehen.Eine besondere Rolle bei der Doping-Problematik nehmen die öffentlichen-rechtlichenSender ARD und ZDF ein, die im Oktober 2008 verkündet haben, nicht mehr live über dieTour 2009 berichten zu wollen. Sollten sie dennoch die Live-Übertragung der Tour deFrance ohne Einschränkungen fortsetzen, riskieren sie einen langfristigenGlaubwürdigkeitsverlust und Imageschaden des Sportjournalismus.
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