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Was ist das eigentlich, das Bewußtsein?Im Lexikon (Duden) heißt es dazu:- Bewußtsein:- 1) Vergegenwärtigung seelischer Vorgänge (Bewußtseinsinhalte) u.Erfahrung ihrer Zugehörigkeit zum Ich (Psychol.)- 2) das von sich und anderen (anderem) wissende Subjekt(Erkenntnistheorie).Ist es also mein Bewußtsein, welches mein Ich ausmacht? Anders gefragt,was passiert, wenn wir das Bewußtsein verlieren?Dazu heißt es im selben Lexikon:- Bewußtlosigkeit: Ausschaltung des Bewußtseins; versch. Grade u.a. beiRausch, Narkose, Gehirnerschütterung, Schlaganfall.Unter dem Stichwort Koma finden wir in dem Lexikon folgendes:- [griech.: = tiefer Schlaf], länger andauernde tiefe Bewußtlosigkeit.Demnach scheint es so, alsob wir unser Bewußtsein brauchen, um am Leben zusein. Sobald wir merken, daß wir am Leben sind, sind wir bei Bewußtsein.Woran aber merken wir es, wenn wir am Leben oder bei Bewußtsein sind ?Wir schlagen die Augen auf, spüren unseren Körper, hören Vögel zwitschern,riechen den frisch aufgebrühten Kaffee und sehen die erstenSonnenstrahlen.Was passiert aber wirklich, wenn wir all das spüren ? Nun, wir wissen, daßunsere Haut unser größtes Sinnesorgan ist. Sie (die Haut) ist durchgehendmit Nervenzellen ausgestattet. Sobald unsere Haut an irgendeiner Stelleberührt wird, senden die dortigen Nervenzellen elektrische Signale durchdie körperumspannenden Nervenbahnen an unser Gehirn. Dort wimmelt es vonNeuronen (Nervenzellen). Die Neuronen haben einen Zellkörper und ganzviele Verästelungen, die Dentriten und Axone (Axone können bis zu 1 Meterlang sein). Alle Dentriten besitzen ein Endknöpfchen, das sind dieSynapsen. Unter dem Mikroskop kann man die Knöpfchen (Synapsen) erkennen.Das Großhirn (wo die bewußten Informationen verschaltet werden) umfaßt
 
allein 14 Milliarden Neuronen, jedes Neuron besitzt 1000 bis 10000Synapsen, die wie ein Pelz um die Axone, und Dentriten der anderenNeuronen wuchern, immer einen (synaptischen) Spalt freilassend.Die Wand dieser Gehirn-Zellen ist eine durchgangsvariable Proteinmembran.Diese Wand trennt K(+),Na(+),Cl(-) - Ionen und negativ geladeneEiweis-ionen voneinander. Wenn jedoch negativ und positiv geladenen Ionendurch eine durchgangsvariable Proteinmembran voneinander getrennt werden,entsteht zwischen den voneinander getrennten Ionen eine elektrischeSpannung ! In den Neuronen wird ständig ein Ruhepotential (elektrischeSpannung) von 80 [mV] zwischen dem Zellinneren und der zellumgebendenGewebsflüssigkeit aufrechterhalten.Bei Aktivierung eines Neurons ändert sich das Ruhe-Potential hin zumAktionspotenzial, welches 30 [mV] in umgekehrter Polrichtung beträgt. DieProteinmembran ändert dazu in Millisekundenbruchteilen (!) ihreDurchlässigkeit (Porengröße).Das Aktionspotential bleibt für 1 Millisekunde bestehen und wird mit120m/s durch die Neuriten, Dentriden und Axone weitergeleitet. Dieunzähligen Synapsen können das Aktionssignal nun durch den SynaptischenSpalt in Form von Botenstoffen und Rezeptorproteinen in Bruchteilen vonMillisekunden an andere Neuronen weitergeben. Auch das elektrische Signal,das durch die erwähnte Berührung der Haut an irgendeiner Körper-Stellezustande kam, wird als Aktionspotential an die entsprechenden Neuronen imGehirn geleitet und verarbeitet. Diese Neuronenaktivierungen werden vonunsrem Bewußtsein als Berührung erlebt. Die Druck-Intensität einerBerührung wird durch die Häufigkeit aufeinderfolgender Aktionspotentialeübermittelt.Das Zusammenspiel zwischen den sensorischen Haut-Nerven (Registrieren derBerührung) und den entsprechenden Verschaltungen unzähliger Neuronen, diedurch den Austausch der unzählbaren eintreffenden Aktionspotentiale diebekannten Gehirnfunktionen (Sehen, Planen, Sprachsteuerung, usw.) unddamit auch das Erleben unsrer Berührung erfüllen ist so feinsinnig, daßwir exakt spüren, wo wir berührt wurden. Wir können allein durch dasErleben der entsprechenden Neuronenaktivierungen unterscheiden, ob wir miteiner Feder gekitzelt werden, mit etwas gepiekst werden, oder von einemWassertropfen berührt werden. Wir spüren sogar Temperaturunterschiede derLuft, die uns berührt.Jetzt haben wir aber sogar die Möglichkeit, nachzusehen, was uns dapiekst._________________________________________________________Natürlich interessiert uns jetzt in erster Linie die Frage: "Warum könnenwir denn (vorausgesetzt wir sind bei Bewußtsein) sehen?"Licht (später mehr zur Substanz Licht) trifft auf unsere Netzhautzellen.Die Netzhautzellen reagieren auf das eintreffende Licht, indem sie es jenach Wellenlänge, Frequenz und Amplitude in entsprechende elektrischeSignale umwandeln. Ein Mensch hat etwa 120 Millionen hell-dunkelempfindliche Netzhautzellen, die Stäbchen genannt werden und etwa 7Millionen farb-empfindliche, Zäpfchen genannte Netzhautzellen. Dieelektrischen Signale werden über den Seh-Nerv ins Gehirn geleitet, wo sieauf die bekannte Weise zu Neuronenaktivierungen und Synapsenfeuerungenverschaltet werden. Wieder sind es die entsprechenden Aktionspotentiale,
 
die unser Bewußtsein, als die Wahrnehmung "Sehen" erlebt.Darüber hinaus können wir aber auch hören, riechen und schmecken. Um euchnicht zu langweilen, sage ich nur kurz, daß auch bei diesenSinneswahrnehmungen elektrische Signale durch unsre Nerven von denSinnesorganen zum Gehirn geleitet werden, wo die entsprechenden Signale zuden bereits erwähnten Synapsen- oder Neuronenfeuerungen verschaltetwerden.Dem Gehirn werden zu jeder Zeit alle Reize, die gerade von denSinnesorganen aufgenommen werden, zugeleitet (das sind ca. 1-10 Milliardenbit/s). Aus allen von den Augen, Ohren, der Nase, den Geschmacksnerven,der gesamten Hautoberfläche eintreffenden Signalen schaltet das Gehirnetwa 15-20 bit/s ständig über den Thalamus synchron zur momentanenWahrnehmung in den Großhirnrindenfeldern zusammen. Die Informationenbleiben dort (in einem Kurzspeicher mit einer Kapazität von ca. 200 bit)etwa 10-20 Sekunden erhalten.0,3 - 1 bit / s dieser Daten werden in einen mittelfristigen Speicherübernommen, wo sie zwischen mehreren Stunden und einigen Tagen erhaltenbleiben. Der mittelfristige Speicher hat eine Kapazität von 1000 bis 10000bit. Zusätzlich können ständig Vergleiche zum Langzeitgedächtnis (10Milliarden bit) hergestellt werden, Gefühle empfunden werden, Plänegeschmiedet werden, Entscheidungen getroffen werden, der Bewegungsablauf gesteuert werden, die inneren Funtionen - Atmung, Verdauung, Immunsystem,usw. gesteuert werden. Ganz zu schweigen vom Unterbewußtsein.Man hat beispielsweise herausgefunden, daß es in der rechten und linkenHemisphäre (Großhirnhälfte) jeweils einen Mandelkern gibt, welcher fürAngstreaktionen zuständig ist (Adrenalinausschüttung, Auslösen vonAbwehrreaktionen, Fluchtvorbereitung, Konzentrationserhöhung). In einerVersuchsreihe wurden Testpersonen mit Elektroden versehen, um Aktivität inden Mandelkernen anzuzeigen.Den Testpersonen wurden auf einem Monitor Bilder gezeigt. Einige Bilderzeigten angstverzehrte Gesichter. Die Angstbilder wurden jedoch zunächstnur für Sekundenbruchteile eingeblendet, sodaß die Informationen überdiese Bilder nicht ins Bewußtsein der Testpersonen gelangen konnten. Dabeigelangten die Informationen jedoch an den Mandelkern in der intuitivenHemisphere.Erst als die Bilder solange gezeigt wurden, daß sie bewußt wahrgenommenwerden konnten, wurde der Mandelkern in der rationalen Hemisphäre aktiv.Das Beispiel zeigt, daß Informationen auch verarbeitet werden können, ohnedaß sie uns bewußt werden.Das erklärt z.B. das folgende Phänomen:Eine Person erblickt im Augenwinkel etwas furchterregendes (z.B. eineSpinne). Die Information wird noch nicht bewußt, die Person, dieeigentlich mit etwas ganz anderem beschäftigt war, registriert jedoch dieGefahr, der intuitive Mandelkern bereitet eine Panik vor, die Personverharrt plötzlich in ihrer Bewegung und wendet langsam den Kopf zurück zuder Stelle, von der die Gefahr ausgeht, erblickt diese nun bewußt undstößt einen Schrei des Entsetzens aus. Wir kennen das aus zahlreichenComics!_________________________________________________________Das Gehirn (inclusive Rückenmark) ist also Sitz und Schaltzentrale unseres
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