www.humane-wirtschaft.de – 03/2009
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ners verringert wird. Dies führt zur Absenkung der Tempe-ratur. Unterschreitet die Temperatur (Istwert < Sollwert) dengewünschten Wert, so wird die Leistung des Brenners wie-der erhöht. Auf diese Weise werden unterschiedliche Tem-peraturverluste, z.B. durch Änderung der Außentemperatur oder Öffnen eines Fensters automatisch ausgeglichen unddie Raumtemperatur nahezu konstant gehalten. Das Ergeb-nis der Brennerleistung, nämlich die Raumtemperatur wirdnegativ auf die Brennerleistung rückgekoppelt. Je höher die Brennerleistung, desto höher die Temperatur (positiveKopplung) und je höher die Temperatur, desto geringer dieBrennerleistung (negative Rückkopplung). Es dürfte ein-leuchten, dass innerhalb dieser Kopplung gewisse Verzö-gerungen eingebaut sein müssen, damit der Brenner beikurzen schnellen Temperaturänderungen nicht ständig ein-und ausschaltet und das System in Schwingung gerät. Auf die verschiedenen Arten von Reglern, die zwischen die bei-den Größen geschaltet ist, soll hier nicht weiter eingegan-gen werden. Es sei lediglich erwähnt, dass das unvermeid-bare Schwingungsverhalten des Regelkreises von der Cha-rakteristik des Reglers abhängt. Es ist also eine gewisseDämpfung erforderlich, damit der Regelkreis nicht in unkon-trollierte Schwingungen gerät. Eine gewisse Schwingung istjedoch in jedem Regelkreis vorhanden. Zur Verdeutlichungsei hier noch ein Beispiel aus der Medizin erwähnt. In der sogenannten Hirnanhangdrüse, der Hypophyse wird einHormon produziert, welches die Keimdrüsen, also Eierstö-cke und Hoden, ihrerseits zur Produktion von Hormonenveranlasst. Es handelt sich somit um eine positive Kopp-lung. Die von Eierstock und Hoden produzierten Hormonebewirken ihrerseits, dass die Produktion des Hormons inder Hypophyse gehemmt wird. Dies ist die negative Rück-kopplung. Wird durch irgendeine Störung, z.B. durch denAnblick eines attraktiven Menschen in der Hypophyse mehr Hormon produziert als üblich, so bewirkt der aus der ver-stärkten Stimulation der Keimdrüsen resultierende über-mäßige Anstieg der dort produzierten Hormone, dass dieweitere Produktion des Hormons in der Hypophyse stärker gehemmt wird. Der ganze Vorgang findet mit zeitlicher Ver-zögerung statt. Die Hormonspiegel kehren daher nach einer gewissen Zeit wieder auf die ursprünglichen Werte zurück.Von diesen Regelsystemen gibt es im Körper eine ganzeMenge. Je nach Trägheit des Reglers kommen dabei auchregelmäßige Schwingungen zustande, wie zum Beispielbeim weiblichen Zyklus, der etwa 28 Tage dauert.Das Prinzip der negativen Rückkopplung zeigt sich beinäherer Analyse auch im System von Angebot, Nachfrageund Preis. Ist der auf dem Markt zu erzielende Preis einer Ware hoch, so veranlasst dies viele Produzenten diese Warezu produzieren. Das Angebot, also die Menge der angebote-nen Ware ist daher positiv mit dem Preis gekoppelt. Da dieUnternehmen nur unzureichend darüber informiert sind,inwieweit ihre Konkurrenten das selbe Produkt ebenfallserzeugen, kann es passieren, dass das Angebot zu groß für die bestehende Nachfrage wird. Damit die Unternehmendennoch die Ware absetzen können, müssen sie die Preisesenken. Ein hohes Angebot wirkt also negativ auf den Preis(negative Rückkopplung). Betrachten wir nun die Nachfrage-seite. Ist die Nachfrage nach einem Gut hoch, so können dieUnternehmen die Preise erhöhen (positive Kopplung). Istder Preis jedoch hoch, dann können sich nur wenige Men-schen die angebotene Ware leisten und die Nachfrage sinkt(negative Rückkopplung). Wir sehen also, dass die unsicht-bare Hand des Adam Smith in einem verzahnten Regelkreiszwischen Angebot, Nachfrage und Preis besteht, bei demes zwei positive Kopplungen und zwei negative Rückkopp-lungen gibt. Aus diesem Grund kann sich auf einem Güter-markt quasi automatisch ein Preis herausbilden. Dabei kön-nen auch Schwingungen auftreten. Das bekannteste Bei-spiel dafür ist der sogenannte Schweinezyklus. Wenn sichherausstellt, dass der Schweinepreis hoch ist, veranlasstdies viele Bauern zur Schweinemast. Da die Aufzucht der Ferkel jedoch einige Zeit beansprucht, die für alle Bauerngleich lang ist, kommen die Schweine nahezu gleichzeitigauf den Markt. Da die Nachfrage niedriger ist, als das Ange-bot, müssen die Bauern die Preise senken, um ihre Wareloszuwerden. Die erhofften Gewinne schmelzen zusammenund viele Bauern beschließen daraufhin, zukünftig keineSchweine mehr zu mästen. Daher kommt es nach einiger Zeit zur Knappheit von Schweinefleisch, was die Preise wie-der nach oben treibt. Der Zyklus ist damit geschlossen undkann von neuem stattfinden.
DIE UNSICHTBARE HAND
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