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freies
Magazin
Juli 2009
Topthemen dieser Ausgabe
Ein biologisches Phänomen hat längst Einzug in die Linux-Welt gehalten: Mimikry. Das bedeu-tet, dass eine Spezies wegen bestimmter Vorteile eine andere Spezies nachahmt, z.B. legtsich eine harmlose Fliegenart das Aussehen von Wespen zu. Einer der neueren Fälle in derLinux-Welt ist ZevenOS, eine Linux-Distribution, die auf Ubuntu aufbaut. Das Besondere: Siewill im Aussehen und in der Benutzung etwas vom Feeling des legendären und leider im Nebelder Geschichte verschwundenen Betriebssystems BeOS vermitteln.
Die Distribution easyVDR ist eine unter der GNU General Public License (GPL) veröffentlichteDistribution, die sich den Themen Video und TV widmet. Hat man noch ausgemusterte Rech-ner zuhause, lassen sich diese mit der Hilfe von easyVDR als digitaler Videorekorder nutzen – mit dem Vorteil, in vielen Belangen anpassbar zu sein; ein digitaler Selbstbaukasten sozusa-gen.
CRM steht für Customer Relationship Management und beschreibt die Verwaltung von Kunden-daten und Kundenbeziehungen. Anhand eines konkreten Anwendungsfalls der fiktiven FirmaEVENTO, einer Veranstaltungsagentur mit dem Schwerpunkt auf außergewöhnliche Orte, wer-den zwei CRM-Lösungen verglichen. Aus der Vielzahl an frei verfügbaren Programmen wurdendie zwei populären Vertreter SugarCRM Version 5.2.0c und vtiger CRM Version 5.0.4 ausge-wählt.
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MagazinGNU FDLAusgabe 07/2009 ISSN 1867-7991
 
M
AGAZIN
Editorial
Anleitung: Wie verprellt man eine Community?
WirbefindenunsimJahre2009n.Chr.DieganzeLinux-Gemeinschaft ist auf dem Linux-Tag in Ber-lin[1]... Die ganze Linux-Gemeinschaft? Nein!Ein von unbeugsamen Franzosen geleiteter Dis-tributor hört auf bzw. fängt erst gar nicht an, sei-ne Community-Mitglieder ernst zu nehmen undlegt Steine in den Weg. Und das Leben ist nichtleicht für die Mandriva-Linux-Anhänger, die den-noch auf dem Linux-Tag zu finden waren ...
Hinweis:
Im Folgenden bezeichnet „Mandriva“die Firma und „Mandriva Linux“ die Distribution.Was genau war passiert? Mandriva[2]ist ein (imVergleich zu anderen Herstellern) kleiner Distri-butor aus Frankreich, der regelmäßig die gleich-namige (gute) Distribution veröffentlicht. Für diedeutsche Community hielt bislang Wolfgang Bor-nath (wobo) von MandrivaUser.de[3]die Fahnehoch und war auf so gut wie allen großen Linux-Veranstaltungen anzutreffen, um „seine“ Distri-bution an den Mann oder die Frau zu bringen.Dabei wurde er in der Vergangenheit auch vonMandriva direkt unterstützt.Nach der Entlassung Wolfgang Bornaths sei-tens Mandriva[4](aus wirtschaftlichen Gründen)fand dennoch eine Kommunikation zwischen bei-den Parteien statt, sodass wobo und andereCommunity-Mitglieder auf dem Linux-Tag 2009in Berlin den Mandriva-Stand unterstützen soll-ten[5]. Nachdem Mandriva kurz vor Beginn derVeranstaltung die Teilnahme am Linux-Tag ab-sagte und auch nicht auf die Idee kam, den be-reits bezahlten Stand an die MandrivaUser.de-Nutzer zu übergeben, waren vor allem dieMandriva-Anhänger etwas durcheinander.Wolfgang Bornath veröffentlichte nach der Absa-ge die ganze Geschichte im deutschen[6]undenglischen Mandriva-Linux-Forum[7]und mankann sehen, wie desinteressiert Mandriva an dereigenen Community zu sein scheint. Bisher gibtes noch keinerlei offizielle Reaktion seitens ei-ner der Mandriva-Verantwortlichen. Es geht da-bei explizit nicht um die Absage des Linux-Tages(es kann immer etwas dazwischen kommen; indem Fall war es ein Beinbruch), aber dass je-mand, der die Firma vertreten bzw. unterstützensoll, keinerlei Rückmeldung über den aktuellenPlanungsstand erhält, ist unverständlich.Wie man in den Foren-Threads nachlesen kann,haben einige Mandriva-Linux-Nutzer bereits beiMandriva nachgefragt, wie diese Nichtexistenzder Kommunikation zustande kommen konnte –aber wie zu erwarten, gab es auch darauf nochkeine (weder offizielle noch inoffizielle) Rückmel-dung. Die deutschen Mandriva-Linux-Nutzer füh-len sich zu Recht von Mandriva nicht ernst ge-nommen. Die Community wird vom Distributorscheinbar eher geduldet als aktiv unterstützt.
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MagazinGNU FDLAusgabe 07/2009 2
 
M
AGAZIN
Das Ganze führte im Endeffekt so weit, dassWolfgang Bornath laut über seinen Abgangaus der Mandriva-Linux-Community nachdachte,worunter aber natürlich nur die Mandriva-Linux-Nutzer leiden würden; Mandriva würde das wahr-scheinlich rein gar nicht interessieren[8]. Statt-dessen hat man sich zu einer offiziellen Stel-lungnahme entschlossen[9]. Man will damit einZeichen setzen, ohne zugleich die deutschenMandriva-Linux-Nutzer vor den Kopf zu stoßen.Zu den Entscheidungen zählt unter ande-rem, dass Mandriva in ihrem englischen Fo-rum[10]nicht mehr die deutsche Seite als of-fizielles Mandriva-Support-Forum verlinken darf,dass MandrivaUser.de mit Repräsentant Wolf-gang Bornath nicht mehr in der MandrivaAssembly[11]vertreten sein wird und auch jeg-licher Kontakt zu Mandriva auf das Notwendigstebeschränkt werden soll. Daraus folgt dann auch,dass MandrivaUser.de keine Veranstaltungen zu-sammen mit oder gar für Mandriva durchführenwird. Man will bei solchen Ereignissen nur nochMandrivaUser.de allein repräsentieren.Es ist nicht klar, was Mandriva genau bewegt,aber ohne Benutzer und ohne Community hatder Distributor einen schlechten Stand. Und dasZurückhalten von Informationen wird sicherlichauch nicht die schlechten Quartalsergebnisse(Quartal 3/2008[12]) verbessern können. Wennniemand ein Produkt nutzt, dann kann man esam Ende nur einstellen – was wir natürlich kei-nem der Mandriva-Linux-Nutzern wünschen.Ob es bei anderen Distributoren zu gleichartigenProblemen kommen könnte, ist unklar, Ubuntuhat aber letzten Monat wieder bewiesen, wiewichtig ihnen die Community ist. Nachdem derUbuntu Satanic Edition die Erlaubnis seitens Ca-nonical verwehrt wurde, Produkte mit dem Logound Namen „Ubuntu“ zum Selbstkostenpreis zuverkaufen[13](was genau genommen das gu-te Recht von Canonical ist, die die Markenrech-te am Namen „Ubuntu“ besitzen), meldete sichJono Bacon, Community-Manager bei Canonical,kurz bei den Entwicklern der Ubuntu Satanic Edi-tion und regelte alles schnell und unkompliziert,sodass diese nun auch ganz legal T-Shirts etc.verkaufen können[14].Hier zeigt sich dann doch ein gewisser Unterschied.Man sollte bei der Geschichte bedenken, dassdie deutsche Mandriva-Linux-Community derLeidtragende ist und MandrivaUser.de mit ih-rer Aktion darauf aufmerksam machen will (wasdank Pro-Linux[15], heise open[16]und Linux- Magazin[17]gelungen ist). Und auch die Ent-wickler der Distribution Mandriva Linux könnennichts dafür, dass Sie von solch einer – wennman nicht „inkompententen“ sagen will, dann zu-mindest „unkommunikativen“ – Geschäftsleitunggeführt werden.Vielleicht helfen die Aktionen von Mandriva-User.de, dass Mandriva in Frankreich ihre Com-munitys überall auf dem Globus etwas ernsternimmt. Die Realität wird da aber wohl leidereinen Strich durch die Rechnung machen ...Trotz dieser traurigen Geschichte wünschen wirIhnen viel Spaß mit der neuen AusgabeIhre
freies
Magazin-Redaktion
L
INKS
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MagazinGNU FDLAusgabe 07/2009 3
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