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freiesMagazin-2009-05

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freies
Magazin
Mai 2009
Topthemen dieser Ausgabe
Dieser Artikel stellt Debian 5.0 „Lenny“ mit einem Fokus auf den Neuheiten dieser Version vor. Die größte unab-hängig von Firmen entwickelte Linux-Distribution hat wie immer lange für ihre neue Version gebraucht. Ob sieihren Qualitätsanspruch erfüllen kann, soll ein wenig untersucht werden.
Wie können mit Open-Source-Programmen in Firmen oder zu Hause schnell virtuelle Maschinen eingerichtetgebracht werden? Dieser Bericht soll Virtualisierung mit KVM etwas beleuchten und einen gewissen Überblickverschaffen. Vor allem auf das Programm Proxmox VE wird dabei näher eingegangen.
Der regelrechte Hype um die kleinen Helfer Netbooks muss in letzter Zeit viele Nutzer in seinen Bann gezogen ha-ben, glaubt man den Verkaufszahlen prominenter Hersteller. In diesem Artikel wird das Acer Aspire One [A 110L]mit seinem nicht immer leicht zu bedienendem Touchpad vorgestellt und alternativen Bedienungsmethoden mitAnlehnung an Vim aufgezeigt.
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freies
MagazinGNU FDLAusgabe 05/2009 ISSN 1867-7991
 
M
AGAZIN
Editorial
Chinesische Wochen – Nun auch in Deutschland
Am 17. April 2009 unterzeichneten die fünf größ-ten deutschen Internet-Service-Provider (ISP)zusammen mit Bundesfamilienministerin von derLeyen einen Vertrag, um das Netz zu zensie-ren[1].Ziel und Aufgabe dieses Vertrages soll die Kooperation der ISP mit dem Bundeskrimi-nalamt (BKA) sein, um unerwünschte Inhalte imNetz zu filtern[2]. Eine rechtliche Grundlage warzu diesem Zeitpunkt nicht vorhanden[3][4]. Obwohl Monate zuvor von den Internetprovidernnicht nur Bedenken in punkto Wirksamkeit, son-dern auch der rechtlichen Basis dieser Sperrengeäußert wurden, ließ man sich auf diesen Ver-trag ein[5][6]. Über die Gründe darf man speku- lieren. Positiv gewendet und mit den Worten ei-ner Arcor-Mitarbeiterin tat man dies, um ein Zei-chen zu setzen: ein Zeichen wider die Darstel-lung von Kindesmisshandlung im Netz. Denn dar-um geht es bei den unerwünschten Inhalten.Um keine Missverständnisse aufkommen zu las-sen: Das Ziel, gegen Kindesmisshandlung undderen Darstellung einzutreten, ist mit voller Über-zeugung und Tatenkraft unterstützenswert – al-lein der seitens von der Leyen und Interprovi-dern beschrittene Weg ist ein problematischer.Problematisch deshalb, da dass BKA als Ermitt-ler, Staatsanwalt und Richter in einem nicht trans-parenten Verfahren geheime Listen erstellt. Was,wo, wann und warum etwas vom BKA als Kindes-misshandlungeingestuftwird,mussnahezuallenunbekannt bleiben[7].Genau hier darf man auch ein Einfallstor für Lob-byisten verschiedener Couleur vermuten, dennwas wird zukünftig als nicht erwünscht gelten?Um welche Inhalte wird es dann gehen? Manweiß es heute nicht und kann es auch nur ver-muten. Erste Forderungen nach der Sperrungenvon potentiell urheberrechtlich verletzenden Sei-ten wurden aber bereits laut[8].Kritisch für den Nutzer wird das Ganze aberschon jetzt, da jeder, der zullig auf so ei-ner gesperrten Seite landet, auch gleich Be-such von der Kripo erwarten dürfte. Anfangs hießes zwar (als die Provider unterschrieben), dasses keinerlei Weiterleitung von Kundendaten gä-be, die so eine Seite aufrufen würden. Jedochkommt nun mit dem Gesetzesentwurf zur „Be-kämpfung von Kinderpornografie in Kommuni-kationsnetzen“ doch ein Auskunftsanspruch mitund dem wird von den Providern – vor allemvon den fünf Unterzeichnern – sicherlich gernestattgegeben. Wer also Kunde von Deutsche Te-lekom, Vodafone/Arcor, Hansenet/Alice, Telefoni-ca/O2 oder Kabel Deutschland ist, kann nichtmehr sicher im Netz surfen, ohne gleich die Poli-zei vor der Haustür zu vermuten – wenn man esetwas überspitzt ausdrücken möchte.
Inhalt
Linux allgemein
Software
Hardware
Magazin
 © 
freies
MagazinGNU FDLAusgabe 05/2009 2
 
M
AGAZIN
Laut Ankündigung des Gesetzesentwurfs auf derSeite des Bundesministeriums[9]gesteht manmittlerweile auch die technische Unzulänglich-keit des Vorhabens in punkto Zielerreichung ein.So spricht man auf den Seiten des Bundesmi-nisterium für Familie, Senioren, Frauen und Ju-gend (BMFSFJ) nur noch von einer „Zugangser-schwernis“. Leider ändert dieses nichts an deroben geschilderten Problematik. Im Gegenteil:Wir sehen hier die Einführung einer Zensurtele-matik, mit der aber gegen Kindesmisshandlungim Netz nichts unternommen wird. Interessan-terweise sind sogar die Opfer, die Frau von derLeyen mit dieser Zensur schützen will, gegen die-se Maßnahmen. So erklärt Christian Bahls vomVerein “MissbrauchsOpfer gegen InternetSper-ren” (MOGIS), dass die Zensur eher dafür sorgt,dass die Bürger wegschauen (bzw. zum Weg-schauen gezwungen werden). Bahls fühlt sichdabei sogar erneut als Opfer[10].Was wir gerne gesehen hätten, wäre eine bes-sere personelle und materielle Ausstattung derStrafverfolgungbehörden. Nur ein Beispiel: Care-Child, ein Kinderschutzverein, zeigte anhand ei-ner im Netz bekannt gewordenen Sperrliste ausdem Staate Dänemark Folgendes: Es in westli-chen Ländern durchaus und ohne weiteres mög-lich, Hostingprovider, die im Auftrag eines Kun-den Webinhalte mit Kindesmisshandlungen be-reitstellen, dazu zu bringen, das entsprechendeMaterialvomNetzzunehmenunddasinkurzerZeit[11].So könnte man schon heute die Inhal- te aus dem Netz verbannen und nicht nur einenVorhang aufziehen.Was hat das Ganze nun mit
freies
Magazinzutun? Wir denken eine ganze Menge, da das Wort„frei“ (abgeleitet von Freiheit) nicht umsonst Teilunseres Namens ist. Und gerade diese wertvolleFreiheit wird nun extrem eingeschränkt. Natürlichmuss man nicht dafür kämpfen, dass Webseitenmit dubiosen und illegalen Inhalten für alle ver-fügbar sind. Aber der Schritt hin zur Zensur vonlegalen, aber unliebsamen und wie auch immergearteten kritischen Webseiten ist nicht groß. Da-her sollte jeder, der Interesse daran hat, sich wei-terhin frei im Netz bewegen zu können, Maßnah-men ergreifen, die das sicher stellen. Dazu zähltzum Beispiel auch die kritische Frage bei demeigenen Internet-Provider. Und wenn dieser zen-siert – und am Ende noch zu den Fünf oben ge-hört, die freiwillig vorab zensieren wollen – kannman eigentlich nur noch einen Schritt unterneh-men und die Kündigung aussprechen.Noch besteht etwas Hoffnung, denn es dau-ert laut Provider-Aussagen bis zu sechs Mona-ten, ehe die Infrastruktur entsprechend umge-stellt wurde[12]. Zusätzlich ist das Gesetz bishernur ein verabschiedeter Entwurf und kann immernoch zu Fall gebracht werden. Wir hoffen, dassder Widerstand in der Bevölkerung groß genugist, damit es in Deutschland nicht zu den erstenAnsätzen einer Zensur kommt, wie sie im globa-len Ausmaß schon heute in China besteht[13].Mit diesen sehr kritischen Worten wünschen wirIhnen dennoch viel Spaß mit der neuen AusgabeIhre
freies
Magazin-Redaktion
L
INKS
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MagazinGNU FDLAusgabe 05/2009 3

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