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Biomoleküle, Zellen und Organismen
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Funktionelle Gruppen zeichnen sich chemisch durchpolare Bindungen von Kohlenstoff- oder Wasserstoff-atomen mit Sauerstoff, Schwefel oder Stickstoff aus.
Sowohl die in der präbiotischen Phase entstandenen, wieauch viele der heute in biologischen Systemen vorkom-menden Verbindungen, enthalten
funktionelle Gruppen
(
.
Abb. 1.1
), die dadurch zustande kommen, dass elektro-negative Atome wie Sauerstoff, Schwefel oder Stickstoff mit Kohlenstoff oder Wasserstoffatomen polare und damitreaktionsfähige Bindungen eingehen.Von besonderer Bedeutung sind folgende funktionelleGruppen:
4
Carboxylgruppe.
Die Elektronegativität der Sauerstoff-atome bewirkt eine Polarisierung der OH-Gruppe, diedeshalb ihr Proton leicht abgeben kann, wobei die ne-gativ geladene
Carboxylatgruppe
entsteht
4
Carbonyl- oder Ketogruppe.
Durch die starke Elek-tronegativität werden die Elektronen zum Sauerstoff-atom gezogen und die Bindung stark polarisiert. Da-mit können auch benachbarte Gruppen polarisiertund reak tionsfähiger werden. So sind die im Stoff-wechsel vorkommenden
-Ketocarbonsäuren
Pyru- vat,
α
-Ketoglutarat und Oxalacetat
besonders reak-tionsfähig. Carbonsäuren, bei denen die Ketogruppein
-Stellung steht, neigen zur spontanen Decarboxy-lierung
4
Hydroxylgruppe.
Die
Hydroxylgruppe
enthält einepolare OH-Bindung, die wesentlich reaktionsfreudigerist als eine C-H-Bindung, da sie wie Wasser Protonenaufnehmen oder abgeben kann
Infobox
Chemische Evolution im Labor
Der Student Stanley Miller füllte im Jahre 1953 imLabor von Harold Urey ein Gasgemisch aus Ammoniak (NH
3
), Methan (CH
4
), Wasserdampf, Wasserstoff (H
2
),Kohlendioxyd (CO
2
) und Blausäure (HCN) in einenGlaskolben und setzte dieses Gemisch bei 80°C mehrals eine Woche lang ständigen elektrischen Entla-dungen aus. Mit dieser Versuchsanordnung wollteer die Uratmosphäre unseres Planeten vor mehr als4 Milliarden Jahren imitieren und ging dabei vonder Annahme aus, dass zu dieser Zeit relativ hohe Temperaturen und permanente elektrische Entladun-gen in der Atmosphäre herrschten. Unter dieser Be-handlung entstanden Hunderte von organischenVerbindungen, z.B. 10 der natürlich vorkommendenAminosäuren, Mono-, Di- und Tricarbonsäuren, Form-aldehyd, Adenin, Zucker und sogar Nucleotidpoly-mere.In jüngerer Zeit hat Günter Wächtershäuser dieAnnahme vertreten, dass Biomoleküle möglicherweisebei noch höheren Temperaturen an Eisensulfid-Ober-flächen entstanden sind, die als Katalysatoren gewirkthaben. In Modellversuchen konnte jüngst die Synthesevon Pyruvat aus Formiat in derartigen Systemen nach-gewiesen werden.Insgesamt zeigen diese Experimente, dass dieeinfachen Bausteine lebender Systeme ohne weiteresabiotisch gebildet werden können.
1.1.3
Organisationsstufen biologischerSysteme
Die verschiedenen Organisationsstufen biologischer Syste-me sind in
.
Abb. 1.2
dargestellt.
4
Organische Moleküle
wie Aminosäuren, Glucose, an-dere Zucker, Fettsäuren u.a. entstehen aus den nieder-molekularen Bausteinen
.
Tabelle 1.2.
Einteilung der Metallionen nach ihren biologischen Funktionen
Na
+
, K
+
Mg
2+
, Ca
2+
Zn
2+
Fe-, Cu-, Ca-, Mo-IonenFunktion
Träger von LadungenStabilisatoren von Strukturen;InfromationsüberträgerKatalysatorenRedoxkatalysatoren
Beweglichkeit
HochMittelImmobilImmobil
Bevorzugte Ligandenatome
SauerstoffSauerstoffSchwefel, StickstoffSchwefel, Stickstoff
Komplexbildung
Wenig stabilDurchschnittlichSehr stabilSehr stabil
.
Abb. 1.1. Funktionelle Gruppen von Biomolekülen.
R und R´ = Alkylreste
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